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Siemens-Meisterschaft 2017

Bild Erstmals in der "Alten Feuerwache" ging die 27. Siemens-Schach-Meisterschaft über die Bühne. Das Starterfeld setzte sich traditionsgemäß aus erfahrenen Turnierspielern und Schachfreunden zusammen, die ihr Hobby nur selten wettkampfmäßig betreiben.
Nach 9 Runden resümierten alle über einen erfreulich verlaufenen Tag mit vielen neuen Eindrücken und einem jederzeit harmonischen Turnierverlauf.
Der gastgebende Verein sorgte erneut für ein reichhaltiges Buffet, so dass niemand hungrig oder durstig bleiben musste.

In der Spitzengruppe wurde erwartungsgemäß sehr gutes Schach gespielt. Hier bildete sich oft eine große Zuschauertraube um die entscheidenden Partien. Viele gute Ideen sah man auch an den mittleren und hinteren Brettern. Hier machten vor allem die beiden jüngsten Teilnehmer auf sich aufmerksam: Fridolin Holz und Kai Tonke (10 bzw. 11 Jahre jung) zeigten, dass sie in ihren jeweiligen Schulen schon viel gelernt haben. Fridolin freute sich am Ende über starke vier Punkte. Kai brachte das Kunststück fertig, den späteren Vierten in einer der frühen Runden zu schlagen.

In der ersten Runde gab es nur wenige Überraschungen. Für eine der wenigen sorgte Jugendspieler Jannis Hering vom SK Zehlendorf, der seit vielen Jahren bei diesem Turnier dabei ist und kontinuierliche Fortschritte zeigt.
Schon in Runde 2 kam es allerdings zu den ersten Favoriten-Paarungen, als sich am Spitzenbrett Thomas Binder und Henry Oelmann nach spannender Partie remis trennten und sich im Duell zweier früherer Turniersieger Thomas Glatthor gegen Alois Möschl durchsetzte. Überraschend gab es dann schon nach 3 Runden einen alleinigen Spitzenreiter: Dr. Thomas Petry (Friesen Lichtenberg, Turniersieger von 2012) hatte als einziger Spieler eine weiße Weste. Bei ihm sollte allerdings eine Durststrecke von 4 sieglosen Partien folgen.

Nach 4 Runden lagen drei der vier DWZ-1900er mit je 3½ Punkten vorn: Thomas Glatthor, Henry Oelmann und Bernhard Baum. In Runde 5 gewann Henry das direkte Duell gegen Thomas, während auch Bernhard siegreich blieb.

Die sechste Runde brachte noch keine Vorentscheidung: Baum und Oelmann remisierten, so dass Möschl aufschließen konnte. Thomas Glatthor und der Vereinsmeister der Schachfreunde Siemensstadt Brian Heinze folgten mit minimalem Rückstand. Auch die Youngster ließen in dieser Runde aufhorchen: Kai und Fridolin gewannen und Truc Lam Tran holte einen halben Punkt gegen Dr. Hans Jung.

Bild Erst Runde 7 bescherte uns wieder einen alleinigen Spitzenreiter: Bernhard Baum (Foto links) gewann gegen Alois Möschl, während Henry Oelmann gegen Jan Holger Neuenbäumer die Waffen strecken musste. Noch sechs Spieler hatten realistische Titelchancen.
In diese Phalanx hatte sich heimlich, still und leise Pablo Schlesselmann eingereiht. Der Siemensstädter Jugendsprecher gewann nach einem Fehlstart (1 aus 3) Partie auf Partie und fand sich zur vorletzten Runde an Brett 2 wieder.

Dort gelang Pablo dann der nächste Paukenschlag: Mit einem souverän erspielten Sieg zerstörte er Henrys Träume von Platz 1.
Am Nachbarbrett fiel die Vorentscheidung des Tages: Bernhard Baum gewann mit Schwarz gegen Thomas Glatthor und ging mit einem ganzen Punkt Vorsprung in die Schlussetappe.
Der Showdown verlief dann unspektakulär: Mit einem Kurzremis gegen Pablo sicherte unser sympathischer Gast aus Bad Schmiedeberg den Turniersieg ab.

Bernhard Baum gewinnt die Siemens-Meisterschaft zum zweiten Mal nach 2015.

Alois Möschl (Sieger von 2011) gewann gegen Henry Oelmann und wurde verdient Zweiter, der sechsfache Turniersieger Thomas Glatthor (er gewann 1996, 1997, 2007, 2008, 2009 und 2014) holte Bronze.
Pablo Schlesselmann landet knapp geschlagen auf Platz 4. Wohl zum letzten Mal erringt der 17jährige Abiturient damit den Jugendpreis eines Schachturniers.
Auf den nächsten Plätzen folgen Jan Holger Neuenbäumer, Dr. Thomas Petry und Thomas Binder mit je 6 Punkten.
Bester vereinsloser Spieler ist Yasar Mol – regelmäßiger Gast dieser Turniere (12. Teilnahme) und beredtes Beispiel für die gelungene Synthese über große Erfahrungsunterschiede hinweg. Yasar erreichte heute fünf Punkte.

Zum Abschluss eines schönen Turniertages bleibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen in gleichem oder größerem Kreis 2018 – und vielleicht auch zuvor. Gäste sind bei unseren Vereinsabenden jederzeit gern willkommen.

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie hier!

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Blick in den Turnierraum während der 1. Runde.
Ganz vorn rechts wird Jannis Hering für eine Überraschung sorgen.
Spitzenpaarungen in Runde 2:
Binder – Oelmann und Glatthor – Möschl
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Engagiertes Schach an allen Brettern Vorn rechts Jean Steinberg – am zweiten Brett der Reihe mit Weiß
der spätere Jugendsieger Pablo Schlesselmann in der Partie mit
Jan Holger Neuenbäumer
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Thomas Glatthor (gegen Dr. Petry) und Brian Heinze von vorn: Dr. Petry, Oelmann, B. Baum
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Höchst unterschiedliche Denkerposen – aber ein gemeinsames Hobby Das Siegerfoto mit Alois Möschl, Bernhard Baum und Thomas Glatthor
Bericht: Thomas Binder