Unser WK-III-Team bei der Deutschen Schulschachmeisterschaft 2006

Der erste Auftritt des Herder-Gymnasiums bei einer Deutschen Meisterschaft setzte der erfolgreichen Saison das Sahnehäubchen auf. Als Außenseiter (Platz 13 der Setzliste) gingen wir in den Wettstreit mit den besten Teams aller Bundesländer. Als anerkanntes Mitglied der Spitzengruppe kehren wir zurück. Das Geheimnis unseres Erfolges ist ein ausgeglichenes Team ohne Schwächen. Viele andere Landesmeister hatten einen "Überflieger" in ihren Reihen und dahinter ein großes Leistungsgefälle. Leidtragende dieser Situation war Cara, deren "schwächster" Gegner immer noch ca. 160 DWZ-Punkte vor ihr lag. Oft fehlte ihr nur wenig zum Erfolg, aber die fehlenden Punkte wurden von ihren Gefährten mehr als wettgemacht.

Die Meisterschaft in Bad Homburg (Hessen) war hervorragend organisiert und bot auch ein attraktives Freizeitprogramm (Schwimmbad, Besuch eines römischen Kastells, Grillabend). Hier stimmte einfach alles – das Umfeld, die Stimmung und die eigene Leistung.
Diese Deutsche Meisterschaft macht Lust auf mehr!!!

Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Rd. 6 Rd. 7 Punkte Einsätze
Cara Hoffmann 0 0 0 0 0 0 0 0 7
Fabian Laude 0 1 1 1 0 0 1 4 7
Roland Pugliese ½ 1 0 1 1 0 1 7
Jonas Pohl 1   1   1   1 4 4
Dmitry Chervyakov   1   1   ½   3
"Ersatzspielerturnier"
Dmitry Chervyakov 1   1   1   1 Platz 2
Jonas Pohl   1   0   1  
Tabellenspitze
1. Gymnasium Schloss Neuhaus Paderborn14:0 – 21,0 BP
2. Edith-Stein-Schule Erfurt11:3 – 20,0 BP
3. Justus-Liebig-Gymnasium Darmstadt10:4 – 17,0 BP
4. Domgymnasium Naumburg8:6 – 16,0 BP
5. Herder-Gymnasium Berlin8:6 – 15,0 BP
6. Gymnasium Roth 8:6 – 15,0 BP

(18 Mannschaften) --- Abschlusstabelle (PDF-Datei) und Kreuztabelle (PDF-Datei)

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Weitere Fotos von der Meisterschaft in unseren Foto-Galerien


7. Runde gegen das Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium (Hamburg)
Herder-Gymnasium Berlin 3 1 Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium Hamburg
Cara Hoffmann 0 1 Daniel Pfeiffer
Fabian Laude 1 0 Nora Marina Herbold
Roland Pugliese 1 0 David Minges
Jonas Pohl 1 0 Achim Max Ivo Herbold

Das Schweizer System bescherte uns einmal mehr einen "last-round-thrill" der besten Sorte. Von Platz 4 bis 14 war noch alles möglich, zumal es gegen den Hamburger Meister ging, dessen Landesverband im Jugendschach traditionell gute Arbeit leistet. Mit gemischten Gefühlen erlebten die Betreuer die erste Partiestunde. Caras Gegner startete einen lehrbuchreifen Angriff bei heterogenen Rochaden, Fabians Morra-Gambit war eigentlich schon keines mehr und Roland musste nach einem Springerschach früh den König ziehen. Einzig Jonas schien sicher auf der Siegerstraße. Zudem waren wir an den 3 vorderen Brettern spürbar im Zeitrückstand.
Doch nach und nach wendete sich das Blatt. Caras Gegner brach seinen sehenswerten Angriff einfach ab und überließ ihr das Brett. Der Gegenschlag sah erfolgversprechend aus und scheiterte erst an Zeitnot und Blättchenfall.
Inzwischen hatte sich Roland aus der Umklammerung befreit und nebenbei 2 Bauern eingesammelt, während Jonas seine schon klar gewonnene Partie noch in Gefahr brachte. Plötzlich fand er sich in einem Springerendspiel mit (zunächst) nur einem Mehrbauern wieder. Fabian eroberte mit schön erkanntem Doppelangriff einen ganzen Turm, schlitterte aber immer tiefer in die Zeitnot.
Wenig später war Jonas wieder aufgewacht und gewann das Endspiel doch noch erstaunlich sicher. Roland demontierte zugleich seinen Gegner, dass es eine Freude war zuzuschauen.
So hing alles daran, ob Fabian seinen großen Vorteil noch vor Zeitablauf realisieren konnte. Mit der ihm inzwischen eigenen Ruhe und Souveränität spulte er seinen Plan Zug für Zug ab und setzte schließlich matt, als beide Spieler noch 30 Sekunden auf der Uhr hatten.
So setzte der Kapitän den würdigen Schlusspunkt unter eine fabelhafte Mannschaftsleistung.
Den ganz großen Jubel gab es aber erst bei der Siegerehrung, als Platz 6 für das fränkische Team angesagt wurde und damit unser 5. Platz feststand…


6. Runde gegen das Justus-Liebig-Gymnasium Darmstadt (Hessen)
Herder-Gymnasium Berlin 0,5 3,5 Justus-Liebig-Gymnasium Darmstadt
Cara Hoffmann 0 1 Leon de Visser
Fabian Laude 0 1 Constantin Göbel
Roland Pugliese 0 1 Johannes Kroder
Dmitry Chervyakov ½ ½ Edda Öz

Gegen eine der Spitzenmannschaften dieser Meisterschaft mussten wir leider eine empfindliche Niederlage einstecken. Roland verlor in der Eröffnung einen Bauern und konnte trotz aller Bemühungen diesen Nachteil nicht mehr wettmachen. Cara und Fabian spielten lange Zeit interessante und offene Partien bis beiden tragischerweise der gleiche Fehler unterlief und je eine Qualität abhanden kam. So blieb es an Dmitry die "Höchststrafe" zu vermeiden. Er erarbeitete sich eine klar gewonnene Stellung, stellte aber kurz vor Schluss die Dame ein. Zum Glück befand sich die Gegnerin da bereits in extremer Zeitnot und gab sich mit einem halben Punkt zufrieden.


5. Runde gegen das Gymnasium Roth (Bayern)
Herder-Gymnasium Berlin 2 2 Gymnasium Roth
Cara Hoffmann 0 1 Markus Hofer
Fabian Laude 0 1 Matthias Margraf
Roland Pugliese 1 0 Christiane Cipra
Jonas Pohl 1 0 Sebastian Wendt

Auch nach der 5. Runde mischt das Herder-Team weiter in der oberen Tabellenhälfte mit. Roland griff aus dem Morra-Gambit heraus konsequent an und beherrschte seine Gegnerin jederzeit sicher. Jonas erreichte nach ordentlicher Partie ein äußerst lehrreiches Bauernendspiel, das mehrfach hin und her kippte. Der Gegner ließ einige Zugzwang-Chancen aus und als es Jonas gelang, einen gedeckten Freibauern zu bilden, war der Sieg sicher.


4. Runde gegen das Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorn (Niedersachsen)
Herder-Gymnasium Berlin 3 1 Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorn
Cara Hoffmann 0 1 Olaf Langenfeld
Fabian Laude 1 0 Stefan Richter
Roland Pugliese 1 0 Nicolas Schiffer
Dmitry Chervyakov 1 0 Florian Freitag

Erneut sorgten die hinteren Bretter frühzeitig für gelassene Ruhe bei Team und Betreuern. Roland und Dmitry gewannen schnell und sicher. Fabian komplettierte den Mannschaftserfolg nach einer Super-Partie. In einem komplexen Endspiel zog sein Bauer zuerst ein, dann kamen genau die richtigen Schachgebote und schließlich das Matt in der letzten Sekunde der gegnerischen Bedenkzeit.


3. Runde gegen die Edith-Stein-Schule Erfurt (Thüringen)
Herder-Gymnasium Berlin 2 2 Edith-Stein-Schule Erfurt
Cara Hoffmann 0 1 Edmund Friedt
Fabian Laude 1 0 Florian Göbel
Roland Pugliese 0 1 Martin Schareck
Jonas Pohl 1 0 Marius Friedt

Mit dem 2:2 gegen den thüringischen Landesmeister etablierte sich unser Team im Mittelfeld. Cara hatte das Pech zum dritten Mal, auf einen nach DWZ deutlich überlegenen Gegner zu treffen – gerade das 1. Brett ist in diesem Turnier enorm stark besetzt. Jonas überzeugte auch bei seinem zweiten Einsatz mit sicherem Sieg. Fabian spielte eine sehr routinierte Partie, gewann im Mittelspiel einen Bauern und verwertete diesen im Turmendspiel – wenn auch nicht auf dem einfachsten Weg. Auch Roland war auf der Siegerstraße. Nach frühem Figurengewinn geriet er jedoch in entsetzliche Zeitnot und unterlag einem cool und clever aufspielenden Gegner.


2. Runde gegen das Schulzentrum Butjadinger Straße (Bremen)
Herder-Gymnasium Berlin 3 1 SZ Butjadinger Straße Bremen
Cara Hoffmann 0 1 Peter Lichmann
Fabian Laude 1 0 Edin Zultic
Roland Pugliese 1 0 Tom Thaden
Dmitry Chervyakov 1 0 Cornelia Bosmann

Diese Runde zeigte einmal mehr, was eine ausgeglichene Mannschaft wert ist. Bremens "Superstar" Peter Lichmann (ELO 2285) hatte an seiner Seite drei eher unterdurchschnittliche Spieler und so geriet unser klarer Sieg nur kurzzeitig in Gefahr, als Fabian allzu schnell in ein wohl nachteiliges Turmendspiel abtauschte. Roland (nach leichtem Überfallangriff in der Eröffnung) und Dmitry (nach nicht ganz korrektem Läuferopfer) hatten da bereits sichere Punkte verbucht. Doch auch Fabian zeigte in der Folge, dass er der klar bessere Spieler ist und gewann noch ohne große Mühe.


1. Runde gegen das Faustgymnasium Staufen (Baden)
Herder-Gymnasium Berlin 1,5 2,5 Faust-Gymnasium Staufen
Cara Hoffmann 0 1 Maximilian Maier
Fabian Laude 0 1 Frederik Börnsen
Roland Pugliese ½ ½ Tobias Matysiak
Jonas Pohl 1 0 Nico Pfefferle

Mit einer ehrenvollen Niederlage gegen die Nr. 4 der Setzliste startete unsere Mannschaft in das Turnier. Cara fügte in einer standardmäßigen taktischen Wendung einen Zwischenzug ein, was leider schnell zu klarem Nachteil führte. Auch Fabian stand früh unter Druck. Beide kämpften lange und vorbildlich – doch leider ohne zählbaren Erfolg. Roland befreite sich aus einer zunächst verdächtigen Stellung und erarbeitete sich sogar ein gewinnbares Leichtfigurenendspiel, musste es aber in Zeitnot doch zum Remis abwickeln. Den ersten vollen Punkt für uns fuhr Jonas ein. Er gewann seine nie gefährdete Partie schließlich in gegnerischer Zeitnot noch sicher.


Erfolge im Rahmenprogramm

Im Ersatzspielerturnier wechselten sich Jonas und Dmitry ab. Mit 6 Punkten aus 7 Runden belegten sie einen sehr erfreulichen 2. Platz. Die souveräne Meistermannschaft aus Paderborn schickte ausgerechnet gegen Jonas einen ihrer besseren Spieler ins Ersatzspielerturnier und sicherte sich damit auch hier den Sieg.
Unser Trainer ließ sich von den guten Leistungen des gesamten Teams anstecken und belegte im Betreuerturnier gegen hochkarätige Konkurrenz den 3. Platz.