Einzelmeisterschaft der Berliner Schulen WK-IV

Endlich ist es geschafft: Nach vielen vergeblichen Anläufen haben wir auch diesen Meistertitel erstmals ins Haus Herder geholt: Julian Beuchert ist Berliner Schülermeister im Schnellschach. Als einziger ungeschlagener Spieler verdiente er sich heute seine erste Goldmedaille. Neben Julian kamen viele weitere Herder-Schüler in die Spitzengruppe und auch von den weniger erfahrenen Spielern sind gute Ergebnisse zu melden.

Die Ergebnisse
Platz Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Rd. 6 Punkte
1. Julian Beuchert 1 1 1 ½ (1) (1)
3. Maximilian Ringleb 1 1 1 1 1 (0) 5
4. Jonas Beuchert 1 1 0 1 1 1 5
8. Deniz Leon Ochmann 1 ½ 1 1 (0) 1
14. Julius Tens 1 1 0 0 1 1 4
16. Linus Dilewski 1 0 1 0 + 1 4
17. Arda Yolci 1 0 1 0 1 1 4
21. Moritz Matthies ½ 0 1 0 + 1
30. Tim Gabriel 1 0 0 1 0 1 3
31. Milan Düwel 1 0 1 0 1 0 3

Das Mammutfeld von 58 Spielern erforderte kurzfristig eine Verlängerung auf ungewöhnliche 6 Runden bei 15 Minuten Bedenkzeit.
Die kampflosen Punkte ergaben sich, weil einige Spieler der gastgebenden Schule das Turnier vorzeitig verließen, ohne sich abzumelden. Ergebnisse in Klammern kennzeichnen unsere internen Duelle.


Bild Bild Spannung und Freude kennzeichnen diesen Tag für uns. Sie kulminierten vor und während der letzten Runde.
Julian und Maxi lieferten sich ein echtes Finale am Spitzenbrett. Bis hierher hatten beide voll überzeugt und das Feld beherrscht. Während Maximilian noch bei 100% stand, legte Julian im taktisch richtigen Moment eine Remis-Pause gegen den eigentlichen Turnierfavoriten ein. So gab es vor der Schlussrunde nur noch einen Spieler, der uns den Titel streitig machen konnte. Doch dieser verlor seine letzte Partie an Brett 2 recht schnell, so dass uns Platz 1 sicher war – aber für wen?

Julian hatte in dieser letzten Runde noch ein klein wenig mehr Biss. Man merkte einfach, dass er heute gewinnen wollte. So gab es ein Finale, wie beim Sprint der Radsportler (nur ohne Doping): Der Führende wird noch überholt und von Platz 2 aus kann man einfach besser angreifen.

Glückwunsch für Julian: In zwei Jahren Schach-AG hat er praktisch nie gefehlt, ist ein Vorbild an Zuverlässigkeit und Einsatz. Das ist besonders deshalb hoch anzurechnen, weil er oft im Schatten seiner Kameraden steht, die schon im Verein spielen. Er gehört eben zu unserem enorm starken 95er-Jahrgang – da ist es sehr schwer, sich für ein Schulteam zu qualifizieren. Umso schöner ist es, dass er die sich heute bietende Chance genutzt hat.

Maxi muss man im selben Atemzug nennen. Er bestätige den großartigen Eindruck vom Abrafaxe-Turnier und hat sich schon im ersten Jahr unter unseren regelmäßig guten Turnierspielern etabliert. Nach fünf Siegen in Folge hatte heute Julian einfach noch ein wenig mehr Kraft. Das Foto zeigt unsere beiden stolzen Medaillengewinner.


Bild Jonas komplettierte den Triumph des Hauses Beuchert. Will noch jemand zweifeln, dass beide die stärksten Schach-Zwillinge in Berlin sind?
Er unterlag nur dem eigentlichen Favoriten von der Erich-Kästner-Grundschule, spielte wie immer sicher und heute auch bemerkenswert phantasievoll – wenn ich da an ein hübsches Mattbild denke …

Viel besser, als es der achte Platz ahnen lässt, agierte Leon. Seine spielerische Leistung war schön anzusehen. Leon unterlag nur dem Turniersieger, bezwang den Vizemeister und saß immer an den vorderen Brettern.

Bild Einen unglücklichen Tag erwischte Julius. Die 4 Siege zeigen, dass er sicher zu den Besten gehörte. Die enorm schwere Partie in Runde 2 wurde nach großem Kampf gewonnen. Auf dem nebenstehenden Foto erkennt man unseren Spieler kaum im Kreise der Zuschauer dieser spannenden Partie. Weil hier beide Spieler die Bedenkzeit voll ausschöpften, musste "Nano" danach sofort wieder ans Brett. Die Anstrengung war noch nicht kompensiert und er traf auf den späteren Zweitplatzierten. Das war dann leider etwas zu schwer und die Enttäuschung kostete in der Folge gleich einen weiteren Punkt. Aber die Tränen waren schnell getrocknet und zwei schnelle Siege brachten ihn wieder nach vorn.

Unsere weiteren Spieler erlebten das übliche "Auf und Ab" im Mittelfeld, wie es für das Schweizer System so typisch ist. Aber niemand ließ den Kopf hängen. Nach einer Niederlage wurde die nächste Partie mit umso mehr Konzentration und Angriffsmut angegangen – und meist wurde dies auch belohnt.

Angesichts der Fülle von Partien möchte ich über das schachliche Spielniveau nicht viel sagen. Ein Gespräch zweier fremder Spieler konnte ich belauschen:
"Ich habe gewonnnen.""Schäfermatt – oder normal?"
In der Tat dürfte das im Schulschach so beliebte Angriffsmotiv heute die Mehrzahl der Partien beendet haben – aber sei's drum, es ist schließlich nicht verboten.
Das Turnier zum Abschluss des Schuljahres (für viele war es das erste Schachjahr) hat uns riesig Spaß gemacht und die wichtigste Frage auf dem Heimweg war: "Wann ist das nächste Schachturnier?"


Bericht: Thomas Binder
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