Licht und Schatten im Mittelfeld

Bild Bei der nächsten Spielergruppe muss man mit einer ärgerlichen Geschichte beginnen:
Maximilian Ringleb spielte ein starkes Turnier, lag in der 5 Runde auf der Lauer, die Spitzengruppe zu erreichen. Gegen den späteren Vierten des Turniers hatte er eine klare Gewinnstellung, die leider in beiderseitiger Zeitnot noch vergeben wurde. Doch mit gut einer Minute gegen nur noch wenige Sekunden sollte Maxi diese Partie noch immer gewinnen können.
In der folgenden Zeitnotschlacht warf nun sein Gegner bei praktisch jedem Zug ein paar Figuren um (kein Vorwurf – das kann passieren) und jedes Mal ging der Wiederaufbau auf Maxis Zeitkosten. Unser Spieler verhielt sich richtig, versuchte mehrfach die Uhr anzuhalten. Doch in einer Mischung aus Zeitnot-Hektik und hakender Mechanik gelang ihm das leider nicht. Dennoch erkannte der dabei ständig anwesende Schiedsrichter darin ausdrücklich "keine Reklamation". Als dann Maxi ein Schachgebot übersah wurde der unmögliche Zug sofort mit einer Zeitgutschrift von zwei Minuten bestraft. In der gegebenen Situation kam das praktisch dem Partieverlust gleich.
OK – das war alles streng nach Recht und Gesetz, deshalb nehmen wir es in sportlicher Fairness auch hin. Aber gerade von einem so erfahrenen und geachteten Schiedsrichter hätte man sich etwas mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Die Regeln sahen nämlich genau für den ersten Verstoß eines Spielers den Ermessensspielraum zwischen Verwarnung und Zeitgutschrift vor.
Maxi stand die Enttäuschung auch zwei Runden später noch ins Gesicht geschrieben und ließ keine voll konzentrierte Partie mehr zu.

Bild Besser als das Tabellenbild vermuten lässt, spielte Julius "Nano" Tens. Erst zwei Niederlagen zum Schluss warfen ihn unverdient weit zurück. Zuvor hatte er eine Reihe guter Partien gezeigt und nur zum Auftakt verloren.

Etwas unter seinen Möglichkeiten blieb Khai Liem Tran. Vor Jahresfrist noch auf Platz 7, landet er diesmal in der unteren Hälfte. "KLT" hat in der Zwischenzeit fast nur mit deutlich längerer Bedenkzeit gespielt und konnte sich heute nicht auf die Schnellschach-Bedingungen umstellen. Da schlichen sich leider zu viele Patzer auch in klar gewonnenen Stellungen ein. Aber er hat oft genug gezeigt, was er kann und wird sich im nächsten Jahr sicher wieder vorn zurückmelden.

Jonas Beuchert und Linus Dilewski hatten sich heute wohl etwas mehr vorgenommen. Jonas konnte den Zickzack-Kurs aus Niederlagen und Siegen leider zum Schluss nicht durchbrechen. "Typisch Schweizer System" eben – eine Erfahrung, die auch sein Trainer schon manchmal machen musste…
Linus startete etwas mühsam in sein bislang schwerstes Turnier, blieb aber immer am Ball und spurtete zum Schluss noch an das Mittelfeld heran.

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Jonas Beuchert, heute mit Zickzack-Kurs Wollen wir mal hoffen, dass auf d1 nicht Linus' Dame stand…