Unser A-Team WK-III in der Berliner Schulschachmeisterschaft 2009/2010

Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Rd. 6 Rd. 7 Punkte Einsätze
Margarita Kostré 1 1   1 1 1 1 6 6
Leon Rolfes 1 1   0 1 1 1 5 6
Tilman Brämick 0   1 1 1   1 4 5
Yiyang Huang   1 1   1 1 1 5 5
Matthias Fluhr   1 1 0   1   3 4
Erik Nissen 1   ½         2
Tabellenspitze
1. Herder-Gymnasium13 : 1 – 24,5 BP
2. Archenhold-Gymnasium13 : 1 – 23,0 BP
3. Herder-Gymnasium II10 : 4 – 19,0 BP

(15 Mannschaften)

Eine denkwürdige Saison wird mit dem Meistertitel gekrönt. Bei realistischer Betrachtung konnte nur dieser 1. Platz als anspruchsvolles Saisonziel gelten. Doch mit dem Archenhold-Gymnasium, wo sich einige in der Grundschulzeit sehr erfolgreiche Schüler zu einem neuen Team zusammenfanden, erwuchs uns ein gleichwertiger Konkurrent.
In den drei ersten Runden wurden beide Favoriten ihrer Rolle gerecht, ließen nur je 1½ Brettpunkte liegen. So sollte das direkte Aufeinandertreffen in der Saisonmitte die Entscheidung bringen. In einem gutklassigen Schulschach-Wettkampf wurde diese Entscheidung aber vertagt: Nachdem auf beiden Seiten einige vermeintliche Trümpfe nicht stachen, trennte man sich unentschieden.
So war für den Rest der Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten, selbst ein Stichkampf schien möglich. Runde 5 überstanden beide Spitzenreiter ungeschoren, wobei wir vermutlich den stärkeren Gegner bezwangen. Hier konnte man schon frohlocken, dass bei konzentriertem Durchspielen der Titel möglich sei – hatten wir doch gegen alle starken Rivalen bereits gespielt.
Es war dann keine Überraschung, dass die Vorentscheidung in Runde 6 fiel. Während unsere Mannschaft erneut sicher alle 4 Partien gewann, kamen die Treptower gegen das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium nur zu einem ganz knappen Sieg. Dass wir uns diesen Vorsprung in der Schlussrunde nicht mehr abjagen lassen, konnte man erwarten…


7. Runde am 12.03.2010 bei der Nelson-Mandela-Oberschule
Herder-Gymnasium 4 : 0 Nelson-Mandela-Oberschule
Margarita Kostré 1 0 Tehyung Kim
Leon Rolfes 1 0 Daniel Dekryriov
Tilman Brämick 1 0 Jonas Iviuskis
Yiyang Huang 1 0 Simon Peschel

Mit einem relativ leicht erspielten Sieg setzt unsere Mannschaft den i-Punkt unter die Meistersaison. Leider war der heutige Gegner wohl auch nicht mehr so recht motiviert, uns ernsthaft zu fordern.


6. Runde am 02.03.2010 beim Beethoven-Gymnasium
Herder-Gymnasium 4 : 0 Beethoven-Gymnasium
Margarita Kostré 1 0 Edgar Schubert
Leon Rolfes 1 0 Tim Raudies
Yiyang Huang 1 0 Shawn Maple
Matthias Fluhr 1 0 Felix Schremmer

Nach diesem Sieg sind unsere Titelchancen weiterhin intakt. In gewohnter Souveränität ließen unsere wettkampferprobten Spieler nichts anbrennen und feierten den 350. Punktspielsieg eines Herder-Teams.
Leon gewann nach einem Dameneinsteller in ca. 30 Minuten. Für das 2:0 sorgte Matthias mit beherztem Bauernvormarsch und Königsangriff nach entgegengesetzten Rochaden.
Bei Yang gab es mal wieder eine Fried-Liver-Attack zu bestaunen, die zu baldigem Materialvorteil führte. Margarita musste gegen den namhaftesten Spieler des Gastgebers den stärksten Widerstand brechen – aber dazu sitzt sie ja auch am Spitzenbrett… Mit einem Qualitätsopfer nahm sie die gegnerische Stellung auseinander und triumphierte sehenswert.


5. Runde am 27.01.2010 beim Heinrich-Hertz-Gymnasium
Herder-Gymnasium 4 : 0 Heinrich-Hertz-Gymnasium
Margarita Kostré 1 0 Khoa Anh Le Tran
Leon Rolfes 1 0 Robert Denkert
Tilman Brämick 1 0 Dominik Nehls
Yiyang Huang 1 0 Franz Wilczek

Sicherer und vielleicht ganz wichtiger Sieg beim kleinen Jubiläum: Das war heute das 250. Spiel eines Herder-Teams in Berliner Meisterschaften mit Turnierbedenkzeit (155 Siege, 34 Unentschieden, 61 Niederlagen).
An allen vier Brettern kamen wir mit konzentriertem Spiel schnell in Vorteil. Den ersten Punkt verbuchte Leon nach einem Turmeinsteller des jungen Gegners. Die Siegpartien an Brett 3 und 4 kamen – wie man bei dem Naturell unserer Spieler erwarten konnte – höchst unterschiedlich zustande: Yiyang hatte recht bald zwei Mehrbauern, die er im Turmendspiel problemlos und unspektakulär verwertete. Tilman profitierte davon, dass sein Gegner frühzeitig auf f2 zwei Leichtfiguren für Turm und Bauer opferte. Da Schwarz aber kein Potential zur Fortsetzung des Angriffs hatte, war Tilman in seinem Element. Phantasievoller Wirbel der Leichtfiguren ist seine große Stärke.
Margarita musste nach frühem Bauerngewinn den hartnäckigsten Widerstand brechen. Mit einigen subtilen Manövern zwang sie den Gegner in eine passive Position und setzte sich dann sicher durch.


4. Runde am 15.01.2010 gegen das Archenhold-Gymnasium
Herder-Gymnasium 2 : 2 Archenhold-Gymnasium
Margarita Kostré 1 0 Liem Thanh Gabriel
Leon Rolfes 0 1 Oliver Fartmann
Tilman Brämick 1 0 Max Teschke (Kümpfel)
Matthias Fluhr 0 1 Hannes Raddant

Diese WK-III-Meisterschaft gehört zum Besten, was das Berliner Schulschach seit Jahren zu bieten hat. Nach dem heutigen Spiel bleibt es spannend, sind beide Spitzenteams weiter absolut gleichauf.
Dabei begann es für uns gar nicht so erfreulich. Zunächst musste Yiyang wegen Krankheit absagen, dann gerieten wir an Brett 2 schnell in Rückstand.
Leons Gegner hatte zuletzt bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft eine DWZ-Performance über 2250 erspielt. Heute zeigte er in einer kurzen und turbulenten Partie den besseren Durchblick und gewann verdient. Aber es ist für die eigene Mannschaft natürlich sehr ungünstig, wenn man so schnell zurückliegt. Das soll normalerweise nicht passieren – und das ist auch eigentlich unsere Stärke.
Doch wieder einmal konnten wir uns auf ein ausgeglichen stark besetztes Team verlassen. Margarita stand immer etwas besser und gewann souverän.
Die Partie am 4. Brett sah hingegen immer etwas nachteilig aus. Hier hatte Matthias früh eine Figur verloren. Er verteidigte sich mit vielen guten Ideen, am Ende aber doch ohne Erfolg.
Dafür spielte Tilman seine seit langer Zeit beste Partie. Gegen den um mehr als 500 DWZ-Punkte überlegenen Gegner veranstalteten seine Leichtfiguren einen bemerkenswerten Wirbel und sicherten schließlich den Sieg.

Das 2:2 erhält beiden Mannschaften gleiche Titelchancen und garantiert einen enorm spannenden Saisonverlauf.


3. Runde am 26.11.2009 gegen die eigene 2. Mannschaft
Herder-Gymnasium 3½ : ½ Herder-Gymnasium II
Tilman Brämick 1 0 Jonas Brenck
Yiyang Huang 1 0 Oliver Stoll
Matthias Fluhr 1 0 Julian Beuchert
Erik Nissen ½ ½ Sebastian Maaßen

Der Spielverlauf im Duell unserer beiden Mannschaften war deutlich spannender, als es das Ergebnis vermuten lässt. Vor allem am Spitzenbrett wogten die Chancen hin und her. Yang konnte auf seine zuverlässige Stärke im Endspiel bauen und Matthias gewann relativ sicher. Erik spielte eine starke Eröffnung, geriet aber in Zeitnot und musste seinen Gegner so ins Dauerschach entkommen lassen.


2. Runde am 06.11.2009 beim Georg-Büchner-Gymnasium
Herder-Gymnasium 4 : 0 Georg-Büchner-Gymnasium
Margarita Kostré 1 0 Max Müller
Leon Rolfes 1 0 Arif Bilcen
Yiyang Huang 1 0 Huseyin Bilcen
Matthias Fluhr 1 0 René Schöning

Dieses Team will Meister werden und so lässt es auch gegen vermeintlich schwächere Gegner keine Unkonzentriertheiten zu. Margarita und ihre Jungs waren auch heute klar überlegen – zum Teil dauerten die Partien nur wenig über 10 Züge. Leon musste am längsten kämpfen, ohne dass sein Sieg in Gefahr geriet. Sein Gegner war immerhin der überlegene und überzeugende Sieger beim Schnellschach-Einzelturnier der Grundschulen in diesem Jahr.


1. Runde am 08.10.2009 gegen das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Herder-Gymnasium 3 : 1 Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Margarita Kostré 1 0 Maxim Maslov
Leon Rolfes 1 0 Dominik Fuchs
Tilman Brämick 0 1 Kian Raulin
Erik Nissen 1 0 Felix Knauer

Mit einem spannenden und gutklassigen Duell begann für uns die neue Saison. Der Gegner bot 3 gestandene Vereinsspieler auf, aber auch wir waren sehr stark besetzt. Leider hatte Tilman einen gebrauchten Tag erwischt und geriet schnell auf die Verliererstraße. Seine drei Teamgefährten rissen aber das Steuer noch herum.
Margarita brillierte gegen den in der ELO-Liste der FIDE sogar vor ihr stehenden Maxim mit einem sehr überzeugenden Jänisch-Gambit. Der Angriff über die halboffene f-Linie und später über die h-Linie war schnell erfolgreich. Leon spielte geduldig und umsichtig. Irgendwann ließ der junge Gegner einen Qualitätsgewinn zu und dann verwertete unser Spieler den Vorteil sicher.
So war es wieder einmal die Aufgabe des Mannschaftskapitäns, das Ergebnis zu klären. Eriks Gegner hatte aus der Hauptvariante der Preußischen Partie einen Minusbauern behalten und konnte das eigentlich suboptimale 8.Lb5-a4 nicht überzeugend widerlegen. Erik wehrte auch den Angriffsversuch über die h-Linie sicher ab und profitierte am Ende ein wenig von der gegnerischen Zeitnot. Schön, dass er es in den letzten Monaten gelernt hat, seine eigene Bedenkzeit besser zu verwalten.