Schnellschachturnier der WK-II und WK-III

Bild Erneut waren wir Gastgeber für die Schnellschach-Meisterschaft der Berliner Schüler, die noch keinem Schachverein angehören. Ein großes Starterfeld absolvierte ein sehr diszipliniertes und kameradschaftliches Turnier auf erfreulich hohem Spielniveau.

Linus triumphiert

Das Turnier wurde zu einem riesigen Erfolg für unseren Linus Dilewski. Sein Sieg ist ein würdiger Schlusspunkt unter die ersten drei Jahre konzentrierten Schachtrainings. Es ist nur folgerichtig, dass sich Linus nun der "Herausforderung Vereinsschach" stellen will.
Heute war ihm in jeder Minute anzumerken, dass es nicht um ein "gutes Ergebnis" ging, sondern, dass er das Turnier unbedingt gewinnen wollte. Am Ende stand ein – auch nach Einschätzung der Gäste – hoch verdienter und überlegener Turniersieg.

Die ersten fünf Runden fielen noch relativ leicht, dann folgten zwei würdige Finalpartien. Auch der damit verbundenen mentalen Anspannung war unser Spieler gewachsen.
Zunächst ging es nach der Mittagspause mit Schwarz gegen Maximilian Apt aus Falkensee, den bis dahin stärksten Verfolger. Max hatte zuvor nur gegen unseren Lukas Gunsam ein Remis abgegeben. Dieses kam allerdings recht kurios zustande: Lukas setzte in beiderseitiger Zeitnot lieber patt, als eine Fortsetzung zu spielen, die wohl auf dem Schachbrett gewonnen hätte – nicht aber auf der Schachuhr.
Die Partie verlief ausgeglichen, für beide stand viel auf dem Spiel. Schließlich endete sie in einem leistungsgerechten Remis. Dem Vernehmen nach, soll Linus allerdings ein Matt ausgelassen haben…

Bild In Runde 7 dann der Showdown: Drei Spieler hatten noch Chancen auf Platz 1. Linus traf auf Keyhan Hatami von der Nelson-Mandela-Schule. Umlagert von einer riesigen Zuschauertraube – man hätte ein Public Viewing auf dem Schulhof einrichten sollen – lieferten sich beide Schüler eine würdige Entscheidungspartie (Foto links). Zunächst schien Keyhan etwas besser ins Spiel zu kommen. Linus vertraute hingegen auf einen weit vorgerückten Freibauern auf der a-Linie. Geduldig kämpfte er mit allen Figuren um die Beherrschung des Umwandlungsfeldes, wehrte aber auch die Gegendrohungen aufmerksam ab. Schließlich musste Schwarz für den Bauern eine Qualität geben, doch mit Mehrqualität und Minusbauer war noch alles offen. Ungefähr zu dieser Zeit verlor Maximilian Apt an Brett 2 gegen Cornelius Bernitzky aus Neukölln. Damit genügte Linus ein Remis, doch er wollte auch diese Partie gewinnen. Die Vorentscheidung fiel, als zu fortgeschrittener Zeit ein Doppelangriff noch einen Läufer eroberte. Für den verbleibenden gegnerischen Bauern musste Linus zwar seinen Turm opfern, doch dann lief sein letzter eigener Bauer durch. Der Rest war Erleichterung, Jubel und verdiente Freude bei Spieler und Trainer.

Unsere Ergebnisse
Platz Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Rd. 6 Rd. 7 Punkte
1. Linus Dilewski 1 1 1 (1) (1) ½ 1
6. Julian Beuchert 0 1 0 1 1 1 1 5
7. Jonas Beuchert 1 1 ½ ½ ½ ½ 1 5
13. Anton Hopmann 1 1 1 (0) 0 1 0 4
14. Moritz Matthies 1 1 0 0 1 0 1 4
21. Lukas Gunsam 1 1 1 ½ (0) 0 0
28. Tom Bleyer 0 1 0 1 0 0 1 3
42. Niko Wolf 0 1 0 0 0 0 0 1

In Klammern die Ergebnisse unserer internen Duelle

Tabellenspitze
1. Linus DilewskiHerder-Gymnasium6½ Punkte
2. Philipp SchulzeKantschule Falkensee5½ Punkte
3. Cornelius BernitzkyKath. Schule St. Marien5½ Punkte
4. Maximilian AptKantschule Falkensee5 Punkte
5. Keyhan HatamiNelson-Mandela-Schule5 Punkte
6. Julian BeuchertHerder-Gymnasium5 Punkte
7. Jonas BeuchertHerder-Gymnasium5 Punkte

(44 Teilnehmer)

Julian und Jonas vorn dabei

Unsere Zwillinge liegen nach höchst unterschiedlichem Turnierverlauf auf benachbarten Spitzenplätzen. Julian startete mit frühen Niederlagen. Erst viel später merkte man, dass er mit Keyhan und Cornelius gegen zwei Top-Leute verloren hatte. Seine Aufholjagd brachte ihn noch verdient weit nach vorn.
Sein Bruder agierte unauffällig. Erst beim Blick auf die Ergebnisliste stellt man fest, dass er heute ungeschlagen blieb. Dieses Ergebnis wird ihn nach einigen schwächeren Turnieren der letzten Zeit wieder auf den Weg nach oben führen.

Konditionsprobleme in der Sommerhitze?

Anton, Moritz und Lukas legten los wie die Feuerwehr. Acht Punkte holten sie aus den ersten 9 Partien. Dann ging ihnen leider etwas die Puste aus. Fünf Stunden Schach mit sieben schweren Partien forderten ihren Tribut. Am Ende stehen Plätze zu Buche, die nicht ganz das aktuelle Leistungsvermögen widerspiegeln.
Tom und Niko haben noch wenig Erfahrung in solch anstrengenden Turnieren. Da gibt es viele Aspekte zu lernen, auch das Wegstecken einer Niederlage und den Blick nach vorn. Dranbleiben – ich freue mich auf euren neuen Anlauf im nächsten Schuljahr.

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Julian und Tom
Später trennten sich die Wege.
Anton mit guten Partien aber zu schnellen Niederlagen
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Moritz mit konzentrierter Leistung im Mittelfeld. Wer sich bei uns auskennt,
erkennt an der Haltung der Hände, wer hier sitzt.
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Die erste "Entscheidungspartie"
Maximilian Apt – Linus Dilewski…
… und die zweite: Linus Dilewski – Keyhan Hatami
Für Linus' Freibauern musste Schwarz bald eine Qualität geben.