Unser WK-II-Team bei der Deutschen Schulschachmeisterschaft 2011

Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Rd. 6 Rd. 7 Punkte Einsätze
Leon Rolfes ½ 0 ½ ½ 0 1 1 7
Margarita Kostré 1 0 0 1 0 0 ½ 7
Raphael Lagunow 1 ½ ½ ½ ½ ½ 1 7
Kevin Song   0 ½   1   1 4
Tilman Brämick 1     1   1   3 3

Zum fünften Mal vertrat eine Herder-Mannschaft das Land Berlin bei einer Deutschen Meisterschaft der Schulen. Platz 7 in der Wettkampfklasse II ist ein Ergebnis, das von Berliner Teams im letzten Jahrzehnt nur selten und unwesentlich übertroffen wurde. In dem traditionell enorm starken Feld dieser Altersklasse konnte sich unsere Mannschaft achtbar behaupten und eine bessere Platzierung erreichen, als es die Setzlistenposition versprach.
Lesen Sie hier die Spielberichte. Für eine detaille Wertung verweisen wir auf das ausführliche Fazit.


7. Runde am 16.05.2011 gegen das St.-Johannis-Schule Bremen (Bremen)
Herder-Gymnasium Berlin 3½ : ½ St.-Johannis-Schule Bremen
Leon Rolfes 1 0 Kevin Klosa
Margarita Kostré ½ ½ Franziskus von Spee
Raphael Lagunow 1 0 Jan-Ricardo Kropp
Kevin Song 1 0 Jan Uhlhorn

Sicherer Sieg gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus dem kleinsten Bundesland. Schnelle und ansehnlich herausgespielte Siege von Kevin und Raphael brachten Sicherheit, zumal auch Leon immer besser stand. Margarita hatte einige kritische Situationen zu überstehen, sicherte mit ihrer Routine aber das Remis.


6. Runde am 15.05.2011 gegen das Sebastian-Münster-Gymnasium Ingelheim (Rheinland-Pfalz)
Herder-Gymnasium Berlin 2½ : 1½ Sebastian-Münster-Gymnasium Ingelheim
Leon Rolfes 1 0 Michael Beck (DWZ 1911)
Margarita Kostré 0 1 Manfred Faldum (DWZ 1899)
Raphael Lagunow ½ ½ Philipp Tepen
Tilman Brämick 1 0 Daniel Grieb

Respekt vor unserer Mannschaft, die sich auch durch die fragwürdigen Schiedsrichterleistungen nicht entmutigen ließ und sich noch einmal zu einer starken Leistung aufraffen konnte.
Schnelle Führung durch Tilman, der erneut mit einer Bauerngabel zustach und auch danach noch reiche Ernte machte. Eine Stunde später krönte Leon eine starke Partie mit seinem ersten Sieg. Margarita lief nach guter Partie leider in einen Konter und so musste wiederum Raphael für den zweiten Mannschaftspunkt sorgen. Ein kniffliges Leichtfigurenendspiel wurde bis fast zur letzten Chance ausgekostet. Dabei mussten diesmal wir die berühmte FIDE-Regel 10.2 bemühen. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Eine weitere schwierige Entscheidung blieb ihm dann aber erspart, weil der Ingelheimer Spieler schließlich selbst ins Remis einwilligte.


5. Runde am 15.05.2011 gegen das Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern)
Herder-Gymnasium Berlin 1½ : 2½ Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg
Leon Rolfes 0 1 Eric Stövesand
Margarita Kostré 0 1 Christoph Baier
Raphael Lagunow ½ ½ Peter Stövesand
Kevin Song 1 0 Georg Lansky

Schade, dass ein schönes Turnier von inkompetenten Schiedsichtern kaputt gemacht wird.

Gegen die seit Jahren in stabiler und starker Besetzung antretenden Neubrandenburger waren wir Außenseiter und gerieten schnell in Rückstand. Doch dann schien sich das Blatt zu wenden. Kevin brachte uns mit seiner bislang besten Leistung dieser Tage wieder ins Spiel.
Raphael hatte zwischenzeitlich eine Mehrfigur für 3 Bauern und spielte geduldig auf Gewinn. Nach und nach eroberte er alle gegnerischen Bauern und kam mit klarem Zeitvorteil ins Endspiel. Der Gegner reklamierte bei etwa 40 Sekunden Restzeit auf Remis. Hier entschied der Schiedsrichter korrekt auf Weiterspielen. Da auch Raphael nur noch eine Minute Bedenkzeit hatte, wäre es sicher angezeigt gewesen, die vorgesehenen zwei Minuten Zeitgutschrift zu erteilen, was aber unterblieb. OK – der Schiedsrichter hatte nicht gewusst, dass es schon vorher einige unsportliche Versuche gab, Raphaels Konzentration zu stören.
In objektiver Remisstellung suchte Raphael seine Chance in einer geschickt erkannten Mattfalle. Der Gegner zog seinen König zwischen h1 und g1 hin und her. Hätte er dies ein weiteres Mal wiederholt, wäre er sofort matt gewesen. An dieser Stelle überschritt er die Zeit und der Schiedsrichter gab seltsamerweise die Partie remis. Das ist umso befremdlicher, als Raphael sofort seinen "Gewinnplan" zeigte.

Nachdem wir gestern schon erkennen mussten, dass hier keine kompetente Entscheidung des Schiedsgerichts zu erwarten ist, verzichten wir auf einen erneuten Protest.


4. Runde am 15.05.2011 gegen die Bismarckschule Elmshorn (Schleswig-Holstein)
Herder-Gymnasium Berlin 3 : 1 Bismarckschule Elmshorn
Leon Rolfes ½ ½ Emil Powierski (DWZ 1997)
Margarita Kostré 1 0 Alex Kossinz
Raphael Lagunow ½ ½ Julian Böge
Tilman Brämick 1 0 Yuting Xia

Die Zeitnotphase dieser Runde ließ die Beobachter um Jahre altern. Zwar hatte uns Tilman ganz schnell in Führung gebracht, aber an den mittleren Brettern brannte die Luft als alle vier Spieler nur noch Sekunden auf der Uhr hatten. Margarita fand in scheinbar aussichtsloser Stellung eine geniale Lösung und gewann sogar. Raphaels Stellung war "eigentlich" nicht zu halten. Als Raphael nur noch 3 Sekunden (gegen ca. 15) hatte, unterlief dem Gegner ein ärgerlicher Fauxpas. Er drückte die Uhr, ohne gezogen zu haben. Die zwei Minuten Zeitgutschrift beantworteten wir mit einem Remisgebot und dem letztlich gerechten Ergebnis.
Ein spannendes Spiel endet mit einem 3:1-Sieg – es hätte auch andersrum kommen können…


3. Runde am 14.05.2011 gegen das St. Benno-Gymnasium Dresden (Sachsen)
Herder-Gymnasium Berlin 1½ : 2½ St. Benno-Gymnasium Dresden
Leon Rolfes ½ ½ Justus Zimm
Margarita Kostré 0 1 Niklas Linnemann
Raphael Lagunow ½ ½ Martin Grunwald
Kevin Song ½ ½ Thomas Teich

Unglückliche Niederlage gegen einen Gegner auf Augenhöhe. Margarita und Leon ringen gegen starke Konkurrenz weiter um Bestform. Raphael war erneut unser überzeugendster Spieler. Letztlich konnte aber auch er gegen das passive Spiel des Gegners keinen Gewinn erzwingen.
Kevin spielte eine starke Partie und brachte seinen Gegner zudem in horrende Zeitnot. Leider stellte er dann in klar vorteilhafter Stellung eine Figur ein, konnte aber noch auf seine drei Freibauern am Damenflügel hoffen. Mit 6 Sekunden Restbedenkzeit beantragte Weiß Remis (obwohl er nicht am Zuge war). Der Schiedsrichter lehnte den Antrag mit Hinweis auf Kevins Freibauern ab. Als Weiß dann noch 2 Sekunden hatte, brach er die Partie als "remis" ab, obwohl die Freibauern noch immer auf dem Brett und natürlich auch "Gewinnversuche" von Kevin nicht abzustreiten waren.

Unser Protest gegen die Entscheidung des Schiedsrichters blieb erfolglos. Leider hatte der Referee durch sein unglückliches Vorgehen den Weg zu einer sportlich korrekten Entscheidung praktisch verbaut. Dem folgte dann auch das Schiedsgericht, das seine Entscheidung gleich mit mehreren unzutreffenden Behauptungen begründete.

Nachtrag: Die Analyse mit Fritz weist für Weiß zum Zeitpunkt der Remis-Reklamation einen Vorteil von 0.9 Einheiten bei einem schwarzen Zeitvorteil von 20 Minuten gegen 6 Sekunden aus. Natürlich stand Weiß später bei verbleibenden 2 Sekunden deutlicher auf Gewinn, doch die schwarzen Freibauern waren eben immer noch da und mit diesen hatte der Schiedsrichter zuvor seine Ablehnung begründet…


2. Runde am 14.05.2011 gegen das Ohm-Gymnasium Erlangen (Bayern)
Herder-Gymnasium Berlin ½ : 3½ Ohm-Gymnasium Erlangen
Leon Rolfes 0 1 Eduard Miller (DWZ 2156)
Margarita Kostré 0 1 Hanna-Marie Klek (DWZ 2136)
Raphael Lagunow ½ ½ Lukas Tong (DWZ 1957)
Kevin Song 0 1 Kevin Zhao (DWZ 1799)

Ein Blick auf die DWZ der Gegner zeigt, wo hier der Hammer hing…
Wir lieferten dem Turnierfavoriten einen engagierten Kampf, wobei vor allem unsere Schwarzpartien hervorzuheben sind. Leon spielte kompromisslos auf Gewinn, lehnte im Sinne der Mannschaft ein Remisangebot ab. Raphael vergab seinen klaren Vorteil gegen den Ex-Berliner Lukas Tong erst in der beiderseitigen Blitzphase.


1. Runde am 405.2011 gegen das Louise-Henriette-Gymnasium Oranienburg (Brandenburg)
Herder-Gymnasium Berlin 3½ : ½ Louise-Henriette-Gymnasium Oranienburg
Leon Rolfes ½ ½ Jan-Christoph Eichler
Margarita Kostré 1 0 Lukas Polakowski
Raphael Lagunow 1 0 Konstantin Focking
Tilman Brämick 1 0 Nico-Pascal Fuhrig

Schon in der Auftaktrunde bekamen wir den großen Unterschied einer WK-II-Meisterschaft zu früheren WK-III-Turnieren zu spüren. Auch auf den hinteren Positionen der Setzliste gibt es hier keine "schwachen" Mannschaften.
Am Ende steht ein hart erkämpfter und kräftezehrender Sieg. An den drei vorderen Brettern waren wir immer etwas aktiver. Am Spitzenbrett brachten beide Seiten ihre Turmpaare auf die 7. Reihe. Leons Mehrbauer hatte da leider nur kosmetischen Wert – man konnte allenfalls wählen, wer das Dauerschach gibt.
Raphael – hier der jüngste Turnierteilnehmer – brachte uns dann in Führung, nachdem er eine kritische Situation mit beiderseitig hängenden Damen überstanden hatte. Margarita eroberte mit überlegenem Spiel einen Bauern und baute den Vorteil konsequent aus. Tilman spielte eine "Igel-Partie", bei der er im richtigen Moment die Stachel ausfuhr und dann im offenen Schlagabtausch etwas besser die Übersicht behielt.