Jugend-Weihnachtsturnier 2011

Bild 154 Partien wurden im heutigen Turnier gespielt. Das herauszufinden, war die Aufgabe beim ersten Zusatzspiel im Rahmen der Eröffnung. Mit dieser Kopfrechenaufgabe wandten wir uns ausdrücklich nur an die zahlreichen Debütanten im Feld. Am schnellsten war Lazar Daskalov (Bild links) mit der richtigen Lösung zur Stelle. Schnell und richtig gerechnet – selbst der gymnasiale Mathe-Lehrer bekannte freimütig: "Ich war auch gerade erst mit der Rechnung fertig."

Das Starterfeld war diesmal etwas kleiner als in den Vorjahren, vor allem aber deutlich jünger. Wir verstehen das als erstes Zeichen für einen gewissen Strukturwandel und Neuaufbruch im Hause Herderschach. Hat man die Begeisterung und die Leistungen der Neueinsteiger gesehen, muss uns um die Zukunft nicht bange sein.

Bild Ein überzeugender Turniersieger

Bild Es kam schließlich, wie es alle erwarteten. Wer sich nach vorn gespielt hatte, musste am Spitzenbrett seinen Punkt bei Raphael abgeben. Mit 100% gewann unser 11jähriger Top-Spieler das Turnier. Aber die trockene Tabelle verrät nicht die ganze Wahrheit. In fast jeder Partie musste Raphael sein Können ausschöpfen. Kein Erfolg wurde ihm leicht gemacht, schnelle Siege gab es schon gar nicht. Bereits in Runde 1 gegen Krystian Böhm lag eine Überraschung in der Luft, da musste sogar eine Zeitüberschreitung in – wie Beobachter berichten – für Krystian besserer Stellung helfen.
An Raphaels verdientem Erfolg besteht freilich kein Zweifel. Der Sieger spielte gegen die 5 Nächstplatzierten. Selten hat das Schweizer System eine solch schlüssige Rangfolge ergeben, wie es auch die Kreuztabelle der Spitzengruppe zeigt.

Starke Spieler im Verfolgerfeld

Hinter Raphael platzierten sich die Mitfavoriten ohne großen "Verstoß" gegen die Setzliste. Yiyang gewann das echte Endspiel um Platz 2 in der Schlussrunde gegen Kevin. Für Kevin war es heute wohl der letzte Start in dieser Turnierserie, steht er doch kurz vor dem erfolgreichen Abitur. Die AG-Leiter bedankten sich bei der Siegerehrung für sechs tolle Schachjahre mit ihm – überstrahlt durch drei ganz starke Auftritte bei den Deutschen Schulschach-Meisterschaften.
Beim Verlesen der vorderen Platzierungen verwies der Vereinsvorsitzende immer wieder mit einigem Stolz auf die Spieler aus der 2. Mannschaft der SF Siemensstadt. Die Plätze 2, 4, 5, 6, 10 und 12 gingen an aktuelle Mitglieder dieses Teams, das in der BMM den sofortigen Wiederaufstieg anstrebt. Es kann kein Zufall sein, wenn sich die im anspruchsvollen Wettkampf der Erwachsenen erprobten Spieler hier erfolgreich platzieren.

Wie immer kamen auch einige Spieler weit nach vorn, die man dort nicht unbedingt erwartet hatte. Solche Steigerungen gelangen heute Linus (saß in der letzten Runde am Spitzenbrett) und Daniel, der die Enttäuschung einer sehr bitteren Auftaktniederlage diesmal mannhaft verdaute.
Julian Beuchert platzierte sich bei seiner sechsten Teilnahme erstmals in den Top-Ten – schöner Lohn für ausdauerndes Lernen und die Bereitschaft, sich jederzeit dem Wettkampf zu stellen.

Die "Klassensieger"

Bild Überraschende und erwartete Ergebnisse halten sich in den separat gewerteten Altersklassen die Waage. Für unsere jüngeren Spieler ergab sich damit ein zusätzlicher Anreiz, um die Punkte zu kämpfen. Manch sicher geglaubte Hierarchie wurde in Frage gestellt oder sogar umgestoßen. Auf dem Bild sehen wir zwei Klassensieger: Kristoffer und Tim.

Klasse 5

Naturgemäß waren die Beobachter bei den Jüngsten besonders gespannt, wer sich die ersten Sporen verdienen kann. Spätestens ab Mitte des Turniers zeichnete sich ab, dass es diesmal Kristoffer Sturm sein würde. Er bringt neben schachlichem Grundkönnen auch schon die Kondition mit, ein solch anstrengendes Turnier zu bestehen. Mit zwei Siegen gegen Klassenkameraden und zwei Remis gegen schon erfahrene Schach-Schüler verdiente er sich den Klassensieg. Platz 2 ging nach starkem Schlussspurt an Moritz Nadolny.

Klasse 6

Zahlenmäßig eine kleine Gruppe, räumten die Sechstklässler in der Spitzengruppe ordentlich ab. Raphael war als Turniersieger natürlich auch Klassenprimus. Daniel Lewin ließ auf Platz 7 der Gesamtwertung alle übrigen Klassensieger noch weit hinter sich. Dass er schon das Leistungsvermögen für einen Top-Ten-Platz besitzt, wussten wir. Wichtiger war diesmal, sich von einer Auftaktniederlage gegen ein jüngeres(!) Mädchen(!) nicht aus der Bahn werfen zu lassen…

Klasse 7

Lange lag hier eine Überraschung in der Luft, doch Pablo Schlesselmann schob sich mit zwei Siegen gegen direkte Konkurrenten noch an die Spitze. Seine Bereitschaft, sich anspruchsvollen Wettkämpfen zu stellen, und die Teilnahme am Vereinstraining tragen also weitere Früchte. Alle Signale weisen klar nach oben.
Platz 2 für Joschua Geuter ist eine echte Überraschung. Ja – mit Ruhe und Konzentration kann "Joschi" auch ordentlich Schach spielen. Er wird Gelegenheit haben, uns zu zeigen, dass das immer so geht. Punkt- und wertungsgleich folgt Julius Rußmann auf Rang 3.

Klasse 8

Hier gab es den erwarteten Dreikampf der erfahrensten Spieler dieser Klassenstufe. Eine erste Entscheidung fiel in der vorletzten Runde: Favorit Florian Suhre besiegte Björn Daase im direkten Duell, wonach diesem Platz 3 blieb. Doch mit einer unnötigen Niederlage ("Ich habe geschlafen.") strauchelte auch Florian noch und machte den Weg frei zum etwas überraschenden Klassensieg für Tim Riese. Platz 11 in der Gesamtwertung steht auf jeden Fall für ein Super-Turnier und eine großartige Steigerung von Tim – weiter so.

Bester Neuling

Gleich 18 Spieler bestritten ihr erstes Weihnachtsturnier, meist das erste Schachturnier überhaupt. Da war es mehr als gerecht, einen Sonderpreis für diese Kategorie auszusetzen. Auch diese Wertung wurde durch den stärksten Endspurt entschieden. Den hatte heute Severin Göbel mit drei Siegen in den letzten Runden. Sein überraschender Erfolg gegen einen Klassenkameraden in der Schlussrunde war letztlich der entscheidende Schritt zum 1. Platz mit 4 Punkten. Auch Jonathan Kaatz kam auf 4 Zähler – mehr als 50% also, was einem "Neuling" immer gut zu Gesicht steht. Beide Schüler waren Mitte des vorigen Schuljahres ins Training eingestiegen und schon dieser kleine Lern-Vorsprung war heute zu spüren.

Lesen Sie weiter im zweiten Teil unseres Berichts.


Bericht: Thomas Binder – Fotos: Thomas Binder, Louis Matheoschat, Thilo Steinkrauß