Jugend-Sommer-Open 2013

1. Tag

Bild Starker erster Tag für unseren Achter zum Beginn des Sommeropens. Nach drei Runden haben Kristoffer (Bild links) und Firat noch die berühmte "weiße Weste". Morgen werden sie den zweiten Tag am Spitzenbrett im direkten Duell eröffnen. Heute gelangen beiden überwiegend sichere Siege, einzig bei Firats Erfolg in der dritten Runde musste die Schach-Glücks-Göttin kräftig mithelfen. Kristoffer wunderte sich über die reihenweisen Einsteller seiner Gegenspieler – seine Formulierung für das, was der Trainer mit "großes Leistungsgefälle" umschreiben würde.

Bild Im Schatten der Spitzengruppe hat sich Avetis nach vorn gearbeitet. Ungeschlagen sitzt er nach dem ersten Tag mit 2½ Punkten in Lauerstellung.

Bilderbuchstart auch für Marvin und Brian mit je zwei Siegen. In Runde drei kamen dann jeweils die ersten Stoppzeichen. Brian war etwas von der Rolle und unterlag einem sehr starken Gegner.
Marvin hatte das Pech, auf einen der "außer Konkurrenz" spielenden älteren Teilnehmer zu treffen. Was ein Status "außer Konkurrenz" bei diesem Turnier ohne Meistertitel oder Qualifikationsanspruch bedeuten soll, bleibt das Geheimnis der Organisatoren. Ärgerlich ist auf jeden Fall, dass Spieler mit diesem Status im Schweizer System natürlich sehr wohl erheblichen Einfluss auf die Konkurrenz haben können.

Ein dickes Trainer-Lob verdient sich Calvin (Bild rechts). Bei seinem ersten externen Turnier überhaupt spielt er munter mit, integriert sich perfekt ins Team und konnte schon zweimal als Sieger das Brett verlassen. Die einzige Niederlage kam allerdings etwas schnell…

Johanna und Yannik waren bislang je 1x erfolgreich. Johanna gewann dabei ihr einziges Mädchen-internes Duell und meldet also erneut Ansprüche auf einen vorderen Platz in dieser Wertung an.

Runden 4 und 5

Bild Im Blickpunkt stand zunächst das interne Duell am Spitzenbrett zwischen Kristoffer und Firat. Nach lange ausgeglichenem Verlauf setzte sich Kristoffer schließlich durch und blieb damit unser "heißes Eisen" im Kampf um den Turniersieg. Diese Hoffnungen rechtfertigte er auch in Runde 5 mit einem weiteren Erfolg. Firat steckte die Niederlage problemlos weg, gewann die nächste Partie schnell.

Bild Unsere übrigen Spieler verdarben in dieser Phase leider etwas die sehr guten Ausgangspositionen vom Vortag. Dabei gingen einige Partien recht tragisch verloren. Marvin rettete sich zunächst mit einem Minusturm ins Dauerschach. In der 5. Partie ließ er dann bei überlegener Stellung ein einzügiges Matt aus und wenige Züge später ein solches – des Gegners – zu.
Avetis verlor eine Partie mit ungleichen Läufern und je zwei blockierten Bauern durch Zeitüberschreitung. Zwei weitere Spieler rutschten mit Doppel-Nullen aus der Spitzengruppe ab.
Yannik arbeitete sich mit einem Sieg in Runde 4 nach vorn. Johanna (Foto links) bewies sich einmal mehr als echte Sportlerin. Mit tollem Kampfgeist erarbeitete sie in dieser Phase 1½ Punkte. Zunächst knüpfte sie mit zwei Minusfiguren ein Mattnetz. Dann hielt sie das Endspiel mit Turm und Bauer gegen die Dame remis. Der Freibauer war so weit vorgerückt, dass der Gegner Dauerschach geben musste.

Der Showdown

Eine an Spannung kaum zu überbietende Partie am Spitzenbrett beendete das Jugend-Sommer-Open. Kristoffer traf mit dem Spandauer Sebastian Voigt auf einen der beiden "Außer-Konkurrenz-Spieler". Eine Niederlage gegen den bislang ebenfalls überzeugend auftrumpfenden Sebastian hätte mehrere Plätze im Klassement gekostet. Kristoffer ging konzentriert zu Werke und eroberte im Laufe der Partie die gegnerische Dame für einen Turm. Doch Sebastian spielte weiter sehr stark, setzte unseren Spieler immer unter Druck und profitierte von etwas passiver Aufstellung der Figuren. Schließlich musste Kristoffer in ein Endspiel mit Mehrfigur gegen zwei Bauern abwickeln, in welchem sich die Spieler auf Remis einigten.

Kristoffer gewinnt – lässt man den U16-Spieler "außer Konkurrenz" – das Berliner Jugend-Sommer-Open. Nach vielen guten Turnieren hat er sich jetzt ganz an die Spitze gesetzt. Hervorzuheben war seine durchgängig vorbildliche Konzentration in allen sechs Partien. Der Weg, sich anspruchsvolleren Aufgaben zu stellen, ist vorgezeichnet.

Bild Starke Schlussrunde in breiter Front

Ein ganz starkes Turnier gelang auch Firat (Foto rechts). Er feierte zum Schluss seinen fünften Sieg und landet am Ende auf Platz 3 der U14-Wertung. Die hier gezeigte Leistung muss jetzt sein Anspruch sein und bleiben.

Bild Nach den durchwachsenen Eindrücken der beiden Vormittagsrunden zeigten die Herderschach-Spieler in der Schlussrunde noch einmal ihr ganzes Können. Marvin gewann unser zweites internes Derby und schob sich noch ins obere Tabellendrittel. Auch Avetis kommt mit einem Sieg auf 3½ Punkte. Im Mittelfeld arbeiten sich Yannik (Foto links), Brian und Calvin auf 50% vor. Johanna erhält erneut den Mädchenpreis ihrer Altersklasse – freilich bei überschaubarem Starterfeld.

Fazit

Der Turniersieg für Kristoffer reiht sich würdig in die lange Reihe herausragender Herderschach-Erfolge. Firats Ergebnis ist ebenfalls ein Schritt nach vorn. Wagen wir uns noch einmal an anspruchsvolleres Turnierschach heran?

Hinter den beiden Cracks ist mir diesmal die Lücke etwas zu groß. Bei der gegebenen Konstellation – wenige Runden, Riesen-Starterfeld – ist ein einziger Aussetzer nicht mehr zu kompensieren. Das mussten Marvin, "Avo" und Brian schmerzhaft spüren. In vielen Partien haben sie gezeigt, dass ihr Können sogar für eine Platzierung um 10 – 20 Ränge weiter vorn gut gewesen sein sollte. Yannik verbesserte sich zum Vorjahr deutlich, Calvins Turnierdebüt macht Lust auf mehr und Johanna erneuerte ihr Abonnement auf die Mädchen-Preise.


Bericht und Fotos: Thomas Binder