Unser A-Team WK-III in der Berliner Schulschachmeisterschaft 2013/2014

Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 HF Fin. Punkte Einsätze
Raphael Lagunow 1 1 + 1 1 1 1 7 7
Rachela Rosenhain 1     1 0 ½ 0 4
Daniel Lewin   1 0 1 0 1 1 4 6
Konstantin Bobenko 1 1 0 1 1 1 ½ 6
Duc Anh Tran 0 1 0         1 3

Das Konzept "Team 2015" ist bereits im ersten Jahr aufgegangen. Ganz gezielt haben wir drei jüngere Spieler schon in dieser Saison in der WK-III spielen lassen. Das Team soll zwei Jahre lang zusammen bleiben und diese Zeit dann im Frühjahr 2015 mit dem Berliner Meistertitel krönen. Dass schon am Ende des ersten Jahres der BSSM-Sieg und die erneute DSSM-Qualifikation stehen, ist eine Riesen-Sensation und ein großartiger Erfolg.


Bild Finale am 27.03.2014 gegen das Heinrich-Hertz-Gymnasium
Herder-Gymnasium 2½ : 1½ Heinrich-Hertz-Gymnasium
Raphael Lagunow (DWZ 2110) 1 0 Emil Schmidek (DWZ 2108)
Rachela Rosenhain (DWZ 1558) 0 1 Daniel Klodt (DWZ 1789)
Daniel Lewin (DWZ 1420) 1 0 Anna Denkert (DWZ 1508)
Konstantin Bobenko (DWZ 1368) ½ ½ Dan Topaj (DWZ 1413)
Lewin – Denkert
Bild
Daniel schlägt auf h6 zu: 1.Lg5xh6! g7xh6
2.e4-e5! Sf6-h5??
Und nun bricht die
schwarze Stellung nach 3.Dd3xg6+ Kg8-h8
4.Dg6xh6+ Kh8-g8 5.Dh6xh5

ganz schnell zusammen.

Her(t)zschlag-Finale in der WK-III: Wir gingen als Außenseiter in dieses Spiel, war doch der Gegner an zwei Brettern nominell klar überlegen und an zwei Brettern gleichwertig aufgestellt. Diese Einschätzung teilten wohl auch die Friedrichshainer. Nur so ist das ganz frühe Remisgebot an Brett 1 zu erklären, wo sie unsere stärkste Gegenwehr erwarteten.
Doch die Stimmung änderte sich schlagartig, als Daniel seine Partie mit großartiger Kombination schnell auf die Siegerstraße führte (siehe nebenstehendes Diagramm). Die Gewinnführung erinnert übrigens an die entscheidende Partie der BJEM 2013 von Raphael (siehe im Herderschach-Partienbereich). In der Tat hatte sich Daniel im richtigen Moment an diese Glanzleistung seines Freundes erinnert.

Für zusätzlichen Druck sorgte Konstantin. Aus der Eröffnung heraus entfachte er einen großartigen, phantasievollen Angriff am Königsflügel. Dass Dan hier alle Drohungen überstand, grenzte an ein Wunder. Beachtlich aber auch, dass Konsti beim Abflauen seiner Attacke nicht zu viele Zugeständnisse gemacht hatte und immer noch sehr aussichtsreich weiter spielen konnte.

In dieser Phase war an beiden Spitzenbrettern keine Vorentscheidung zu erahnen. Raphael und Rachela verwalteten sichere – wenn auch etwas defensive – Stellungen. Raphael erarbeitete sich dabei ein dickes Zeitpolster. Sein Gegner investierte viel Bedenkzeit, weil er nunmehr unbedingt auf Gewinn spielen musste.

Der Blick schweift wieder an Brett 4: Konstantin ist immer noch am Drücker, auch wenn er zeitweise zwei Bauern im Rückstand war. Etwas voreilig hatte er seinen gedeckten Freibauern im Zentrum von der Leine gelassen. Jetzt bietet sich die Chance zum (relativ trivialen) Turmgewinn – doch Konsti lässt sie ungenutzt verstreichen. Aber auch danach hat seine Stellung noch genug Potential, das Remis durch Zugwiederholung ("Dauerschach" kennen die Schachregeln ja nicht) zu sichern.

Nachdem an Brett 2 die Gewinnversuche des deutlich überlegenen Gegners doch noch von Erfolg gekrönt waren, entscheidet sich alles an Brett 1.
Emil hat unter enormer Belastung durchaus noch Gewinnideen aufgebaut. Die Stellung ist hoch kompliziert, aber letztlich entscheidet die Schachuhr: Sieg durch Zeitüberschreitung für Raphael. Blickt man nur auf diesen Schluss, ist unser Titelgewinn vielleicht etwas glücklich. Rechnet man aber mindestens den Verlauf der Partie an Brett 4 hinzu, sind wir verdient Berliner Meister.


Halbfinale am 27.03.2014 gegen das Humboldt-Gymnasium
Herder-Gymnasium 3½ : ½ Humboldt-Gymnasium
Raphael Lagunow 1 0 Mert Acikel (DWZ 1567)
Rachela Rosenhain ½ ½ Katharina Du (DWZ 1411)
Daniel Lewin 1 0 Tareq Khatib
Konstantin Bobenko 1 0 Marie-Claire Indilewitsch

Der Sieg im Halbfinale gegen die ambitionierte Mannschaft des Humboldt-Gymnasiums kam nie wirklich in Gefahr. Daniel gewann sicher, weil er im richtigen Moment sehr gründlich überlegte und der Gegner dann nicht die zäheste Verteidigung fand. Auch Konstantin war seiner jungen Gegnerin überlegen, konnte nach und nach ein paar Bauern einsammeln. Rachelas sicheres Remis und der routiniert erspielte Sieg am Spitzenbrett waren der Vorgeschmack für ein unvergessliches Finale.


Tabellenspitze nach der Hauptrunde
1. Heinrich-Hertz-Gymnasium9 : 1 – 15,5 BP
2. Herder-Gymnasium7 : 3 – 14,0 BP
3. Humboldt-Gymnasium6 : 4 – 11,0 BP; 25 Bu.
4. Heinrich-Hertz-Gymnasium II6 : 4 – 11,0 BP; 23 Bu.

8 Mannschaften


5. Runde am 10.03.2014 bei der 2. Mannschaft des Heinrich-Hertz-Gymnasiums
Herder-Gymnasium 2 : 2 Heinrich-Hertz-Gymnasium II
Raphael Lagunow 1 0 Johannes Trotzke
Rachela Rosenhain 0 1 Dan Topaj
Daniel Lewin 0 1 Ole Karge
Konstantin Bobenko 1 0 Daniel Denkert

Das Unentschieden zum Abschluss der Vorrunde zeigt uns, dass im Finalturnier eine deutliche Steigerung her muss, wenn man um den Titel mitspielen will.
Schachliche Überlegenheit zeigten wir heute nur an zwei Brettern. Konstantin gewann schnell und sicher. Rapahael wurde anspruchsvoll gefordert, spielte aber seine ganze Routine aus.
An den beiden mittleren Brettern erreichten hingegen die Gastgeber verdiente Siege, dank starkem und konzentriertem Spiel.
Wir wissen, dass wir es besser können – das Finale kann kommen.


4. Runde am 24.01.2014 gegen das Humboldt-Gymnasium
Herder-Gymnasium 4 : 0 Humboldt-Gymnasium
Raphael Lagunow 1 0 Mert Acikel
Rachela Rosenhain 1 0 Siegfried Grundmann
Daniel Lewin 1 0 Eric Rübhagen
Konstantin Bobenko 1 0 Tareq Khatib

Unerwartet deutlicher Sieg gegen den Schnellschach-Vizemeister. Höhepunkt war dabei natürlich die Partie am Spitzenbrett, wo zwei BJEM-Finalisten aufeinander trafen. Raphael gewann sicher. Die Entscheidung brachte eine Zugzwangstellung im Turmendspiel.
Die Einschätzung des Mannschaftskapitäns, dass "nur am 1. Brett eine ernste Partie gespielt wurde" ist vielleicht etwas streng. Sie verdeutlicht aber, dass wir an den übrigen drei Brettern noch deutlicher überlegen waren und daran auch keinen Zweifel zuließen. Rachela gewann nach knapp 15 Minuten. Wenig später setzte auch Konstantin matt. Daniel hat ausgerechnet, dass sich sein Gegner pro Zug 6 Sekunden Bedenkzeit nahm – und auch damit erst begann, als bereits eine Figur verloren war. Ein Grundreihenmatt beendete dieses Duell.


3. Runde am 12.12.2013 beim Heinrich-Hertz-Gymnasium
Herder-Gymnasium 1 : 3 Heinrich-Hertz-Gymnasium
Raphael Lagunow + Emil Schmidek
Daniel Lewin 0 1 Daniel Klodt (DWZ 1752)
Konstantin Bobenko 0 1 Anna Denkert (DWZ 1514)
Duc Anh Tran 0 1 Leon Feyer (DWZ 1527)

Das Spitzenspiel der Liga ging verloren, lässt aber für ein eventuelles Aufeinandertreffen im Finalturnier noch alle Reserven offen. Heute war das Hertz-Gymnasium zum wiederholten Mal in einem Heimspiel nicht in etatmäßiger Mannschaftsstärke an den Brettern. So blieb uns das Schulschach-Highlight eines DWZ-2000er-Duells vorenthalten. Die kampflose Führung mag bei unseren Spielern für etwas unproduktive Lockerheit gesorgt haben und tat dem Endergebnis nicht gut.

Letztlich setzten die Gastgeber in allen drei Partien ihre nominelle Überlegenheit klar durch. Die besten Chancen auf unserer Seite hatte Konstantin. Er gewann einen Bauern, ließ dann aber gleich mehrfach gute Gewinnchancen aus. Duc Anh hielt die Partie lange ausgeglichen, musste aber dem aktiveren Spiel seines Gegners Tribut zollen. Daniel erwischte aus der Eröffnung bereits eine schlechte Spielanlage und konnte dies nicht mehr korrigieren.


2. Runde am 31.10.2013 gegen die Katholische Schule St. Marien
Herder-Gymnasium 4 : 0 Katholische Schule St. Marien
Raphael Lagunow 1 0 Leander Scheid
Daniel Lewin 1 0 Veronika Bernitzky
Konstantin Bobenko 1 0 Jonas Köhn
Duc Anh Tran 1 0 Christian Hasse

Nach diesem sicheren Sieg unterstreicht unsere junge Mannschaft ihren Anspruch, bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitzureden. Mit einer konzentrierten Leistung konnten wir an allen vier Brettern unsere Überlegenheit in den vollen Punkt verwandeln. Dabei zeigten auf Seiten der Gäste die Spieler(in) auf den vorderen Positionen den stärksten Widerstand.
Hervorzuheben ist, dass Raphael die heutige Partie mit der gleichen Konzentration und Ernsthaftigkeit bestritt, mit der er vor wenigen Wochen seinen viel beachteten Sieg gegen einen Internationalen Meister mit einer ELO-Zahl über 2500 errungen hat. Schulschach meets Spitzenklasse – im Hause Herderschach natürlich.


1. Runde am 18.09.2013 gegen die eigene 2. Mannschaft
Herder-Gymnasium 3 : 1 Herder-Gymnasium II
Raphael Lagunow 1 0 Pablo Schlesselmann
Rachela Rosenhain 1 0 Arman Pour Tak Dost
Konstantin Bobenko 1 0 Malte Radde
Duc Anh Tran 0 1 Severin Göbel

Zum Auftakt der Saison gewann unser junges A-Team gegen das durchweg mit erfahrenen Spielern besetzte B-Team standesgemäß. Auf den Brettern verlief der Wettkampf lange spannend. Erst zwei Einsteller brachten die Favoriten schließlich auf die Siegerstraße. Hervorzuheben ist nach Beobachter-Aussagen vor allem Konstis entschlossener Königsangriff.