Unser Team in Bad Homburg – das Fazit

Bild Platz 11 im Wettstreit der Landesmeister ist ein gutes Stück von unseren Ansprüchen entfernt. Auch den Erwartungswert aus der Startrangliste haben wir weit verfehlt.
Das Projekt "Team 2015" hat damit im ersten Anlauf die Hoffnungen noch nicht erfüllt. Wir mussten erkennen, dass sich ein gutes WK-III-Team nicht unbedingt nur nach rein schachlicher Spielstärke aufstellen lässt. Um in einem solch anspruchsvollen Wettkampf zu bestehen, braucht es auch mentale Stärke und persönliche Reife. In diesen Aspekten waren uns im entscheidenden Moment einige Mannschaften auf sehr schmerzliche Weise überlegen.

Bild Dass wir es besser können, wurde in einigen wenigen Spielen deutlich – so beim 2:2 gegen den Bronzemedaillengewinner aus Bremen und beim Sieg gegen die Nummer 5 der Setzliste aus Nürnberg. Dieses Niveau konnten wir aber nur punktuell bestätigen.
Die AG-Leiter werden den Auftritt der Mannschaft gewissenhaft analysieren. Wenn wir die richtigen Lehren ziehen, finden wir zu den gewohnten Stärken früherer Herder-Teams zurück.

Brett 1

Ja – wir hatten den Top-Spieler des Turniers in unseren Reihen. Raphael spielte ein großartiges Turnier gegen herausragende Konkurrenz. Für 6½ Punkte aus 7 Runden wurde er verdient mit dem großen Pokal für den Brettsieg belohnt.
Dabei spielte Raphael immer mannschaftsdienlich. Sein Siegeswillen stand jeweils im Dienst des Teams.
Dass er vom Auftritt seiner Mannschaftskameraden etwas enttäuscht war, ist sehr gut nachzuvollziehen.

Und hier der Blick auf Raphaels wohl spektakulärste Partie in diesem Turnier: Martin Drees – Raphael Lagunow

Brett 2

Brett 2 war in diesem Turnier sehr stark besetzt. Rachela bekam es fast immer mit Spielern zu tun, die deutlich über ihrem gegenwärtigen Leistungsvermögen angesiedelt sind. Leider verdarb ein kurzer Blackout den Auftakt und so fehlte dann in den weiteren Runden manchmal das Selbstvertrauen und die Leichtigkeit. Dennoch konnte Rachela mit wichtigen Remispartien gegen Bingen und Bremen zu zwei unserer besseren Ergebnisse beitragen.

Bild Brett 3

Daniel sollte nicht nur für Punkte am dritten Brett sorgen, sondern das Team auch als Kapitän führen und motivieren.
Beide Aufgaben hat er vorbildlich erfüllt. Vier Punkte aus 7 Runden sind ein gutes Ergebnis. Hervorzuheben sind die sehr konzentriert gespielten und von großem Siegeswillen getragenen Endspiele in den Runden 2 bis 4. Über seine Verlustpartien ging Daniel vielleicht sogar zu hart mit sich selbst ins Gericht.
Die nicht zu unterschätzende Doppelbelastung, immer das Teamergebnis im Blick zu haben, meisterte unser Kapitän mit Bravour. Auch außerhalb der Runden erwies er sich als echter Führungsspieler.

Brett 4
Die Hoffnung auf die beiden spielfreudigen Talente am 4. Brett hat sich leider noch nicht erfüllt. Wir mussten erkennen, dass es im Wettkampf der höheren Altersklasse eben zuerst auf Abgeklärtheit und mannschaftsdienliches Spiel ankommt. Konstantin konnte seine enorme schachliche Begabung nur in wenigen Partien überzeugend demonstrieren. Sie hätte mit voller Konzentration, 100%igem Einsatz gepaart werden müssen. Nur wenn Konsti aus diesem Turnier die richtigen Lehren zieht, geht es für ihn weiter bergauf.
Duc Anh konnte die tollen Ergebnisse aus dem letzten Sommer seit einiger Zeit nicht bestätigen. Leider waren seine Resultate im Ersatzspielerturnier keine Kampfansage in Richtung der Stammspieler, so dass es bei einem Einsatz blieb.

Text und Bilder: Thomas Binder, Teamfoto von der Homepage des Ausrichters