Abrafaxe-Turnier 2014

Bild Gerne folgten wir auch in diesem Jahr der Einladung zu einem der schönsten Kinderschachturniere unserer Stadt. Das bewährte Organisationsteam von Borussia Friedrichsfelde scheute wiederum keine Mühen, den Schach-Kids aus Nah und Fern ein unvergessliches Erlebnis zu ermöglichen.

Dabei ist das Abrafaxe-Turnier mehr denn je eine sportliche Standortbestimmung gegen das Gros der Berliner Spitzenspieler bis zur Altersklasse U14.
Wenn unser frischgebackener Schulmeister hier "nur" an Position 14 der Setzliste auftaucht, ist allen klar, wie hoch die Trauben diesmal hingen.
Vor Ort gab es wie immer Licht und Schatten, aber von Runde zu Runde konnten wir uns das nebenstehende Motto der gastgebenden Schule zu eigen machen. Ganz besonders gilt das allerdings für die fünfte Runde: Acht Siege in acht Partien standen da zu Buche. Damit wurde noch die legendäre dritte Runde von 2012 übertroffen – damals holten wir "7 aus 7".

Bild Bild Daniel und Julius in der Spitzengruppe

Daniel in der Königsklasse und Julius eine Altersklasse darunter holten heute je fünf Punkte und konnten sich so im Spitzenfeld platzieren.


Julius (Foto links) ist es in dieser Saison immer wieder gelungen, sein großes schachliches Potential auch im Wettkampf aufs Brett zu bringen. Früher war er immer mal für einen "Wackler" gut. Mit wachsender Stabilität kommen nun auch die angemessenen Ergebnisse.

Daniel (Foto rechts) ließ sich von einer überraschenden Niederlage in Runde 2 nicht aus der Bahn werfen. Nur Vorjahressieger Kevin Roho konnte ihn noch bezwingen und in der letzten Partie rundete Daniel sein gutes Turnier mit dem Sieg gegen einen vermeintlichen Angstgegner ab.
Platz 11 liest sich unspektakulär. Schaut man genauer hin, ist es nicht nur eine klare Verbesserung gegenüber der Setzliste sondern auch ein geteilter 8. Platz. Unglaublich – gleich 4 Spieler waren nach Punkten und Buchholz-Wertung gleichauf.

Viele Spieler im vorderen Mittelfeld

Bild Wenn man dieses Top-Turnier mit 4 Punkten beendet, ist das ein sehr beachtliches Ergebnis. Wieder einmal fanden wir unsere Strategie der vorsichtig dosierten Turnierteilnahmen bestätigt. Die Spieler nehmen dann die Angebote als echte Highlights an und zeigen entsprechend vollen Einsatz.

Dass schließlich Tom (Foto links) unser zweitbester Spieler in der A-Gruppe wurde, stand wohl auf keinem Tippschein – aber in diesen Tagen lösen sich ja auch bei einem anderen Sportereignis viele sichere Tipps in Luft auf…
Eigentlich war Toms Erfolgsrezept ganz einfach: Seine verdient gute DWZ brachte ihn in die obere Hälfte der Startliste und auf dieser Basis baute er dann den perfekten "Schweizer-System-Zick-Zack" auf. Neben der internen Partie gegen Daniel verlor er nur gegen Spieler mit DWZ um 1600. Dabei war Tom hier einer der jüngsten Spieler, hatte die Alters-Hürde des B-Turniers nur um eine Woche gerissen. Dieses Super-Ergebnis schafft schon jetzt Vorfreude für noch zwei weitere Abrafaxe-Starts.

Bild Bild Vier Punkte auch für Julian und Marian, die sich somit sicher in der oberen Tabellenhälfte einreihten. Julian (Bild rechts innen) durchbrach die ungünstigere Zick-Zack-Variante in Runde 5. Auch er unterlag nur gegen Spieler mit mindestens 500 DWZ-Punkten Vorsprung. Die lösbaren Aufgaben bewältigte er gewohnt unspektakulär.

Ähnliches Bild bei Marian. Die ärgerliche Niederlage in Runde 2 steckte er gut weg. Hier stand er bereits sehr überlegen, ehe der Gegner gekonnt seine Mattchance nutzte. Gegen zwei Top-Ten-Spieler konnte Marian gut mithalten, ohne zählbaren Erfolg einzufahren. Seine Gewinnpartien waren sehr souverän.

Wieder ein sehr starkes Turnier von Marvin (Bild rechts außen). Er hielt prächtig mit und war insgesamt mit Abstand bester der wenigen Spieler ohne regelmäßiges Vereinstraining. Gleich in Runde 1 gab es einen Sieg gegen einen Spieler mit DWZ 1275, später mehrere Remis gegen namhafte Konkurrenz. Etwas tragisch verlief die Schlussrunde: Marvin hatte eine seiner besten Partien gespielt und war sicher auf Siegerstraße und Vier-Punkte-Kurs. Dann unterlief ihm ein Fingerfehler: Mit einem gefesselten Bauern durfte er nicht schlagen und musste diesen ("berührt – geführt") nach vorn ziehen. Das verwandelte die Gewinn- sofort in eine Verluststellung. Wenig später bot der Gegner jedoch remis, weil ihm bei dieser Art zu gewinnen vielleicht doch etwas unwohl war.
Bild Danke dafür – und Glückwunsch an Marvin für einen weiteren starken Auftritt. Die Gratulation ist freilich verbunden mit dem Wunsch nach mehr Selbstvertrauen und Kampfgeist. Das Potenzial für Schachspiel mit höherem Anspruch ist jedenfalls da.

Auch im hinteren Mittelfeld wurde starkes Schach gespielt

Blickt man in der Tabelle weiter, so finden wir Moritz und Kristoffer in der Gruppe mit drei Punkten, gleichauf mit vielen Spielern aus den Leistungszentren des Berliner Nachwuchsschachs. Moritz (Foto links) war mit Begeisterung bei der Sache. Beim Abrafaxe-Turnier und ähnlichen Wettkämpfen blüht er regelmäßig auf und kann sich gegenüber den internen Turnieren deutlich steigern. Seine heutige Leistung war wieder – ausdrücklich auch in den Verlustpartien – ein Lichtblick und ein Schritt nach vorn.

Hingegen hatte Kristoffer einen total gebrauchten Tag erwischt. Er selbst ging hart mit sich ins Gericht, erkannte dass es ihm heute einfach nicht gelingen wollte, sich richtig zu konzentrieren. Das ist sonst gerade seine große Stärke – und weil wir das wissen, können wir das heutige Ergebnis richtig einordnen. In der vorletzten Runde blitzte Kristoffers gewohnte Gewissenhaftigkeit auf, als er ein weit berechnetes Endspiel zum Sieg führte.


Bericht und Fotos: Thomas Binder