Bild Einzel-Schnellturnier 2014

Bild Am zweiten Tag der Einzel-Schnellturniere trumpften vor allem unsere Mädchen auf. Lisa (Bild rechts) gewann den Pokal der Klassenstufe 8 und ihre Namensvetterin aus Klasse 5 gab in ihrem ersten externen Turnier einen prächtigen Einstand. Johanna bestätigte ihre Position unter Berlins besten Schulschach-Spielerinnen.
Die Jungen der Klassenstufen 5 und 6 kamen nach wechselhaften Leistungen auf Plätze im Mittelfeld.
Letztlich wurde mit diesem Tag unser erfolgreichstes Einzel-Schnellturnier komplettiert. Davon kann man sich über den Link zur Übersicht seit 2003 überzeugen.

Zeit für Schach – Mädchen am Zug!

Auch wenn mir nicht ganz klar ist, welche Klischees das DSJ-Plakat eigentlich bedienen will, haben unsere drei Vertreterinnen heute dieses Motto hervorragend in die Tat umgesetzt.

Im Turnier der Klassen 7 bis 12 standen nur 10 Spielerinnen. Da sind 7 Runden im Schweizer System ein gewagtes Experiment, und so geschah es auch, dass man mittels einer einzigen Partie mal vom Spitzenbrett an den letzten Tisch – oder eben umgekehrt – durchgereicht wurde. Auf diesen abenteuerlichen Wegen gelang es unseren beiden Spielerinnen immerhin, so aneinander vorbei zu dribbeln, dass das scheinbar unvermeidliche interne Duell doch vermieden wurde.
So kam Lisa zur letzten Runde wieder an Brett 1 und traf dort auf die vermeintlich sichere Turniersiegerin. Doch mit einer konzentrierten Leistung nutzte sie deren frühzeitigen Dameneinsteller zum Gewinn und krönte ihren schönen Endspurt.

Bild Auch wenn die Konkurrenz in Klasse 8 zahlenmäßig überschaubar war – ok, genau genommen war Lisa die einzige Achtklässlerin im Feld – kann sie auf den Pokal stolz sein. Mit Platz 5 der Gesamtwertung und vier Punkten hat sie diese Ehrung wirklich verdient.

Bild Johanna (Bild rechts) gehörte angesichts der neu eingeführten Zweiteilung des Mädchenfeldes wieder einmal zu den jüngsten Spielerinnen der Konkurrenz. Mit ihrer 50%-Bilanz darf sie zufrieden sein. Ein besseres Abschneiden verhinderte oft noch die Zeitnot, die an Johannas Brett wieder ein regelmäßiger Gast war.

Und nochmal Lisa: Unsere "kleine" Lisa (Bild links) bestätigte beim ersten großen Wettkampf die tollen Eindrücke aus dem diesjährigen Herder-Turnier. Ähnlich wie dort legte sie nach einer Auftakt-Niederlage die Aufregung ab und eilte von Sieg zu Sieg. Diese Serie wurde nur von Spielerinnen aus der absoluten Spitzengruppe unterbrochen. Mit einem Sieg in der Schlussrunde kam Lisa schließlich auf vier volle Punkte und einen sehr guten 12. Platz. Ihre Gewinnpartien waren durchweg sehr deutlich, zeigten ruhiges und planvolles Spiel. Das war ein starker Einstand, der Lust auf mehr machen muss.

Auf und Ab bei den "Maxis"

Bild Bild Das Turnier der Fünft- und Sechstklässler trägt den Namen "Maxi" diesmal nur dann zu Recht, wenn man ihn auf die Altershierarchie der Grundschulen anwendet. Das Starterfeld war mit 19 Spielern heute hingegen nur minimal, und selbst das wurde praktisch allein von drei Schulen (plus zwei Einzelkämpfer) getragen.
Dabei spielten die Jungs vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium ihre Überlegenheit, die sie dem Projekt "Schach als Unterrichtsfach" und der Betreuung durch hochkarätige Trainer verdanken, beeindruckend aus.

Mit Alec und Nikolas konnten zwei unserer Spieler in diese Phalanx einbrechen, freilich noch ohne die Medaillenplätze zu attackieren.
Alec (Bild rechts) bestätigte den Aufwärtstrend der letzten Monate. Nach zwei schön erspielten Siegen unterlag er gegen die Top-Leute des Feldes und lief in Runde 5 in Gewinnstellung in ein ärgerliches Matt im Turmendspiel. Zum Schluss gewann er dann gegen zwei Teamkameraden und erwies sich erwartungsgemäß als unser bester Spieler. Wenn dennoch ein weinendes Auge dabei bleibt, dann deshalb, weil wir immer noch darauf warten, dass Alec sein ganzes Können endlich einmal in ein Turnierergebnis umsetzt.
Für Nikolas (Bild links) war der erste Start bei einem externen Turnier ein schöner Erfolg. Vier Siege stehen am Ende auf der Haben-Seite. Etwas schmunzeln kann man über die Duplizität der Mattbilder. Gleich zweimal gelang ihm ein Ableger des Schäfermatts, bei dem der Läufer den finalen Stoß ausführt. Wurde hier das Niki-Rietschel-Matt begründet? Über seine verdiente Top-Ten-Platzierung darf sich Nikolas jedenfalls besonders freuen.

Theo, Hans und Andrei waren ebenfalls erstmals bei einem Turnier außerhalb der eigenen Mauern am Start. Nach höchst unterschiedlichem Turnierverlauf treffen sie sich mit je 3 Punkten auf benachbarten Plätzen im hinteren Mittelfeld. Vor allem in der Mitte des Turniers spürte man, dass ihnen noch die Kondition und Routine fehlt, sich über einen langen Turniertag durchgängig zu konzentrieren und ihr Leistungsvermögen in jeder Partie aufs Brett zu bringen. So sahen wir viele gute Ideen und gesunden Partieaufbau, aber eben auch unnötig ausgelassene Chancen.
Irgendwie bezeichnend war Theos Auftaktpartie. Nach tollem Angriff hatte er den Gegner per ersticktem Matt besiegt – "eigentlich" jedenfalls. Denn die Partie wurde von beiden Spielern ungerührt fortgesetzt, und es brauchte noch mehrere Anläufe, ehe sich ein Matt ergab, das die Spieler dann auch erkannten…

Auf jeden Fall haben unsere Schüler heute Erfahrungen gesammelt, die bei künftigen Turnierstarts sehr hilfreich sein werden – und die Freude auf das nächste Turnier stand allen ins Gesicht geschrieben.

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Heute unser Highlight: Pokalsieg für Lisa So konzentriert brauchen wir Theo immer! Pure Freude beim ersten Turnierstart: Andrei
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Immer etwas nachdenklich: Hans Das Niki-Rietschel-Matt (jedenfalls ungefähr) In diesem Sinne: Auf ein Neues im Schuljahr 2014/15

Bericht und Fotos: Thomas Binder