Jugend-Herbst-Open B 2014

1. Tag

Bild Die Fortsetzung unserer Siegesserie bei den Jahreszeiten-Turnieren ist am ersten Tag des Herbst-Opens ein gutes Stück schwieriger geworden. Dennoch überwogen am Nachmittag strahlende Gesichter und gute Eindrücke.

Vier Spieler im weiteren Vorderfeld

Unser erster kleiner "Held" heißt heute Maris (Foto rechts). Der jüngste Spieler im Herder-Team startete mit zwei Punkten in sein erstes Turnier. Dabei spielte Maris in der Auftaktrunde die längste Partie. Er blieb weit über eine Stunde voll konzentriert. Dann folgte zwar eine schnelle Niederlage, doch am Nachmittag war Maris wieder in Bestform. Er setzte die Gesamt-Zweite(!) des Sommer-Opens vom September mit der Dame auf h2 matt.

Mit zwei Punkten gehen drei weitere Herderschach-Talente aus dem ersten Tag. Truc Lam hatte schon nach der zweiten Runde so viele Punkte gesammelt, wie im ganzen Sommer-Open zusammen. Dann tauschte er in Runde 3 etwas voreilig alle Figuren ab. Ja – wenn man sich auf ein Bauernendspiel einläßt, sollte man eben vorher prüfen, wessen König näher am Geschehen steht…
Theodor kam zweimal zum Erfolg. Seine Spielweise ist erfreulich offensiv und ideenreich. Mit etwas mehr Ruhe wäre sicher auch die Niederlage in Runde 2 zu vermeiden gewesen.

Déjà-vu-Erlebnis für Nikolas. Wie beim Sommer-Open begann er das Turnier an Brett 1 gegen die Nummer 1 der Setzliste. Diesmal gab es nach hartem Widerstand – der Gegner selbst sprach von "sehr glücklich" – eine Niederlage. In den beiden folgenden Partien ließ Niki nichts anbrennen und gewann sicher. Es ist schön zu sehen, wie sich bei ihm von Turnier zu Turnier immer mehr Routine einstellt.

Bild Guter Start für Lisa

Lisa (Foto links) kann zufrieden auf den ersten Tag des Herbst-Opens blicken. Sie unterlag nur einem schon recht erfahrenen Vereinsspieler, gewann dann sicher und hatte am Nachmittag eine turbulente Partie gegen einen Spieler aus der Spitzengruppe der Setzliste zu bestehen. Hier gewann Lisa früh einen Turm, ließ sich aber später die gesamte königliche Familie aufgabeln. Doch auch nach dem Damenverlust hatte sie noch ein leichtes Materialplus. Das Remis ist somit sehr wohl verdient.

Laszlo und Jannik vor Aufholjagd

Laszlo geht erstmals für das Team Herderschach an die Turnierbretter. Nach dem sicheren Auftaktsieg folgten zwei ärgerliche Niederlagen – in einem Fall trotz Mehrfigur. Da hat Laszlo leider noch zu schnell gezogen und nicht gründlich genug nachgedacht.

Was heute mit Jannik los war, kann er wohl nur selbst erklären. Seinen Trainern jedenfalls schien gerade er prädestiniert, die Erfolgsserie unserer AG bei den offenen Turnieren fortzusetzen. Heute wollte ihm aber nichts gelingen. Zwei "wackeligen" Remisen folgte eine Niederlage nach frühem Damenverlust durch ein Abzugsschach. Da ist für morgen Wiedergutmachung angesagt!

2. Tag

Truc und Maris am weitesten vorn

Bild Bild Was sich gestern schon andeutete, setzte sich heute fort: Um ganz vorn mitreden zu können, fehlte unseren Spielern in diesem Turnier einfach die Konstanz. Es gelang letztlich keinem, in allen sechs Partien sein ganzes Können unter Beweis zu stellen.
Am nächsten kamen diesem Anspruch Truc Lam (Foto links) und Maris. Truc gewann heute zwei weitere Partien und verdoppelte sein Ergebnis vom Sommer-Open. Ausgerechnet in der Partie gegen Maris – es blieb unser einziges internes Duell – hatte er aber scheinbar alles Gelernte vergessen und so wurde seine aufgerissene Königsstellung schnell zum Matt genutzt. Die Partie aus der 4. Runde hingegen war eine Augenweide. Das rechte Foto zeigt ein Bild für die Lehrbücher: Entgegengesetzte Rochaden, der eigene König steht ganz sicher und die Schwerfiguren drohen am anderen Flügel auf der einzigen offenen Linie undeckbar matt.

Maris bekam nach einem Remis und dem Sieg über Truc sogar noch den Matchball um einen der U12-Pokale. Dabei übersah er nach guter Partie leider eine tückische Mattdrohung des Gegners. Sein erster Turnierstart für unsere Farben war dennoch ein toller Erfolg. Es hat ihm riesigen Spaß gemacht seine Partien zu spielen – und mir ebenso riesigen Spaß, ihn zu coachen. 2½ Punkte aus 4 Partien gegen DWZ-Gegner – also Vereinsspieler mit Erfahrung aus höherwertigen Turnieren – zeigen, wohin sein Weg gehen sollte…

Licht und Schatten bei unseren übrigen Spielern

Für alle übrigen Herderschach-Vertreter wechselten Licht und Schatten. Auffällig war, dass es uns in vielen Partien noch nicht gelang, einmal erspielte große Vorteile festzuhalten und in einen vollen Punkt umzuwandeln. Endspiele mit einem Mehr-Turm dürfen einfach nicht verloren gehen!

Bild Bild Theodor, Jannik und Niki landen bei drei Punkten sehr genau im Mittelfeld. Für Theo (Foto links) ist dieses Ergebnis irgendwie typisch. Sein optimistisches Angriffsschach führt immer zu lebhaften Partien mit beiderseitigen Chancen.
Nikolas (Foto rechts) kämpfte immer sehr lange und wiederholt letztlich sein Resultat vom vorigen Turnier. Nicht in jeder Partie war ihm das Glück so hold, wie bei einem Patt gegen erdrückende Übermacht in Runde 5.
Jannik konnte sich nach dem schweren ersten Tag heute steigern, aber natürlich nicht mehr in den Kampf um die vorderen Plätze eingreifen.

Lisa hat erneut gezeigt, dass sie in Berlins immer breiter werdender Mädchenschach-Phalanx einen guten Platz einnehmen kann. Heute remisierte sie u.a. gegen die Siegerin der U14-Wertung, ließ dabei noch ein hübsches Matt aus. In der Schlussrunde hatte sie das Pech, ausgerechnet auf die Nummer 1 der Setzliste zu treffen.
Laszlo konnte gleich mehrfach seine tollen Partien nicht zu zählbaren Punkten verwerten. Da war kurzzeitig die Enttäuschung sehr groß. Doch wenig später stellte er sich dem nächsten Gegner und die Vorfreude auf das nächste Turnier konnte erst recht nicht getrübt werden. In der Schlussrunde sahen wir dann wieder einen Laszlo in Bestform. Konzentriert und umsichtig eroberte er seinen zweiten Sieg – und zwar in der letzten noch laufenden Partie des ganzen Wochenendes.
Immerhin hat diese Serie gehalten: Auch wenn es diesmal keine Pokale gab, an den längsten Partien waren wir in fast jeder Runde beteiligt.


Bericht und Fotos: Thomas Binder