Jugend-Sommer-Open 2014

Bild Die schon unheimliche Siegesserie bei den Jahreszeitenturnieren soll auch 2014/15 nicht reißen. Naturgemäß muss dies nun eine neue Generation von Herderschach-Talenten in Angriff nehmen, denn die Sieger und Platzierten der beiden letzten Jahre haben inzwischen den logischen Schritt zum Vereinsschach getan.

Die Serie hat gehalten!!! Auch in diesem Jahr geht der Sieg beim Sommer-Open an das Haus Herderschach. Alec Dücker gewinnt nach einem von allen Seiten als "souverän" bezeichneten Auftritt die Gesamtwertung. Theo als U12-Vize und Moritz als Dritter der U14 komplettieren den vollständigen Satz von drei Pokalen.

Und noch eine Serie hat gehalten: Seit mehr als 10 Jahren ist es bei diesen und ähnlichen Turnieren schon Alltag, dass die Herderschach-Kids an den längsten Partien jeder einzelnen Runde beteiligt sind. Gründliches Nachdenken und gute Zeiteinteilung gehören eben zu unseren Stärken. Es ist fast schon ein "Running Gag", dass man es auch beim diesjährigen Sommer-Open so beobachten konnte. Rekord war eine Runde, in der wir an den längsten fünf Partien beteiligt waren.

Leider gingen nur 26 Spieler (darunter erfreulich viele Spielerinnen) an den Start. Der späte Ferientermin hat wohl bei vielen Schulen und Vereinen eine rechtzeitige Vorbereitung auf dieses Turnier verhindert. So stellte unsere AG ein Drittel des Starterfeldes. Logische Folge waren leider sehr viele interne Duelle.

Bild 1. Tag

Beste Aussichten, sich in die Phalanx unserer Jahreszeiten-Sieger einzureihen, hat nach dem ersten Tag Alec. Er bestätigt damit die guten Eindrücke vom Einzel-Schnellturnier im Juli und der Herder-Meisterschaft. Nach dem ersten Tag stehen jedenfalls drei souverän erspielte Siege zu Buche.
Bis zur dritten Runde hatte auch Moritz (Foto rechts) eine perfekte Bilanz, dann unterlag er gegen Alec. Dennoch bestätigt er erneut seinen Aufwärtstrend. Die kleine Leistungskrise, die wohl vor allem eine Motivationskrise war, ist vergessen. Selbst nach gewonnenen Partien geht Moritz selbstkritisch mit seiner Leistung ins Gericht – eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Schachspiel.

Mit 2 bzw. 1½ Zählern sind Navenan, Marvin und Truc noch auf Positionen, die für den zweiten Tag alle Hoffnungen auf ein sehr gutes Abschneiden zulassen.

Bild Das dickste Lob des Trainers verdient nach diesem ersten Tag aber Nikolas (Foto rechts). Seine Erstrundenpartie gegen die Nr.1 der Setzliste (DWZ 887 – da wurde die festgelegte DWZ-Obergrenze von "ca. 800" wohl sehr großzügig ausgelegt) war eine echte Sternstunde. Aus einer symmetrischen Stellung (siehe in der oben verlinkten Foto-Galerie) erarbeitete sich Niki ganz geduldig kleine Vorteile und setzte diese gekonnt um. In Runde 2 knüpfte er nahtlos daran an und erreichte gegen eine weitere erfahrene Vereinsspielerin eine klare Gewinnstellung. Leider ging ihm kurz vor dem verdienten Sieg die Kraft aus und so kippte die Partie noch in die falsche Richtung. Zur dritten Runde des Tages war Niki dann völlig ausgepowert und musste die schmerzliche Erfahrung machen, dass Schach auch ein Konditionssport ist. Morgen wird er ausgeruht die nächsten Punkte einsammeln.

Lisa war nach zwei Niederlagen etwas traurig – aber der Trainer hat mehr gesehen als das zahlenmäßige Ergebnis. Gegen Alec – ja wirklich – stand Lisa lange Zeit mit Mehrfigur überlegen. Das sollte viel mehr Mut machen als die kurzfristige Enttäuschung nach der Niederlage. Der erste Sieg kam in Runde 3 und hellte das Gesicht dann sehr spürbar auf…

Die nach der Herder-Meisterschaft doch mit einigen Erwartungen gestarteten Ferdinand und Theodor standen heute noch etwas neben sich. Morgen haben sie Gelegenheit, ihr wahres Können zu zeigen. Und dann setzen wir mit zwei Mehrdamen sicher auch matt und nicht patt…

2. Tag

Ganz oben steht natürlich der Jubel über Alecs Turniersieg. Mit zwei ganz starken Partien – darunter gegen die Nr. 1 der Setzliste – sorgte er für klare Fronten. Mit einem ganzen Punkt Vorsprung ging Alec in die letzte Runde und sicherte mit einem Remisgebot gegen Ende der Eröffnung den Gesamtsieg ab.
Seine Leistung wurde von allen Beobachtern neidlos anerkannt. Auch die Trainer der unmittelbaren Konkurrenten bezeichneten Alecs Spiel als "souverän". Dem möchte heute auch der eigene Trainer nichts hinzufügen.

Moritz ist wieder da

Bild Das Sommer-Open war auch die "Wiedergeburt" des Schachtalents Moritz. Nach starken Turnieren vor zwei Jahren hatte er ein Wellental zu durchlaufen, doch nun ist er wieder obenauf. Moritz (Foto oben rechts) unterlag nur dem Turniersieger. Sein Spiel ist wieder sicherer geworden und mit den Erfolgen kehrt auch das Selbstvertrauen zurück. Moritz hat wieder Spaß am Schach – und wir haben Freude an seinen Partien.

Der Mann des zweiten Tages…

… heißt Theodor. Gestern fiel es Theo (Foto rechts) noch schwer, sich bei seinem ersten(!) externen Turnier zurecht zu finden. Das Umschalten auf konzentriertes und ernsthaftes Schach muss eben erst gelernt werden. Die beiden Auftaktniederlagen gegen eigene Teamkameraden taten sicher weh, doch Theo rappelte sich auf und reihte Sieg an Sieg. Zur Schlussrunde war er sogar an Brett 3 angekommen und traf nun auch auf die nominelle Nummer 1. Hier geriet Theo früh in Rückstand, kämpfte sich aber wieder heran. Schließlich hatte er die Materialbilanz ausgeglichen und sogar die Initiative übernommen, als die Schachuhr den Punkt zu seinen Gunsten verteilte. Ein Top-Ten-Platz und Silber in der U12-Wertung sind der verdiente Lohn.

Das übrige Feld: zweigeteilt

Bild Weitere sechs Spieler vertraten unsere Farben bei diesem Turnier. In der letzten Runde mussten sie jeweils im direkten Vergleich ans Brett. Der Schnappschuss zeigt Navi, Lisa, Niki und Truc unmittelbar vor Beginn der letzten Partien.
Die sich aus diesen Paarungen ergebende Zweiteilung spiegelt sich dann auch mit 3 bzw. 2 Punkten in der Abschlusstabelle wieder.

Die Sieger der Schlussrunde – und damit die Drei-Punkte-Spieler – heißen Navenan, Marvin und Nikolas. Dennoch ist das Turnier für alle drei höchst unterschiedlich verlaufen. Navenan hatte einen guten ersten Tag und spielte einige Zeit sogar in der Spitzengruppe mit. Er steht erst im zweiten Schach-Schuljahr, da darf man auf weitere Turniere gespannt sein. Bei Marvin warten wir immer noch auf das Turnier, in dem er endlich sein ganzes Können zur Geltung bringt. Das Erfolgsrezept auf dem Weg dorthin hat einen Namen: Selbstvertrauen!

Nikolas beendet sein bisher anspruchsvollstes Turnier mit einem schönen Ergebnis. Er hat wohl von all unseren Spielern die längste Zeit am Brett verbracht. Sein 100%iger Einsatz in jeder Phase jeder einzelnen Partie führt ihn natürlich an die Grenzen der Kraftreserven. Ging das gestern nach dem tollen Auftaktsieg in der 2. Runde noch schief, standen heute zwei weitere Erfolge zu Buche. Zunächst setzte allerdings Klassenkameradin Lisa ein Stoppzeichen, dann folgten zwei Siege. Die Partie in Runde 5 sorgte für große Aufmerksamkeit aller Beobachter. Nach deutlichem materiellen Rückstand kämpfte sich Niki wieder heran, glich aus und hatte sogar ein einzügiges Matt auf dem Brett. Dieses wurde – wie viele andere gute Möglichkeiten auf beiden Seiten – verschmäht. Der Kulminationspunkt dann zum Schluss: In einer "tot-remisigen" Stellung baut sich Niki ein Mattbild auf, was aber den Nachteil hat, dass die eigene Dame hängt. Die Gegnerin lässt auch diese Chance ungenutzt und Niki setzt noch matt.

Für Lisa, Truc und Ferdi bedeuteten die "internen" Niederlagen in Runde 6, dass sie auf je zwei Punkten stehen blieben. Angesichts der Fülle interner Duelle (bei Truc waren es vier in sechs Runden) ist eine Bewertung ihrer Ergebnisse sehr schwierig. Das beste Schach innerhalb dieser Gruppe hat sicher Lisa gezeigt, war sie doch die Einzige, die den Turniersieger am Rande einer Niederlage hatte.


Bericht und Fotos: Thomas Binder