Unvergessliche Tage mit einem großartigen TEAM

Was in diesen drei Turniertagen passiert ist, lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Wir haben den größten sportlichen Erfolg der Herderschach-Geschichte erreicht.
Ja – wenn man auf Platz 3 der Setzliste steht, dann ist der Silberrang nicht ganz außer Reichweite. Aber mit welcher Deutlichkeit und Souveränität unsere Mannschaft diesen Vizemeistertitel geholt hat, das war einfach eine Klasse für sich. Wollen und Können sind in perfekter Weise zusammengetroffen!

Dem hoch verdienten Meister – Glückwunsch nach Hamburg – konnten wir nicht das Wasser reichen, doch mehrere weitere Top-Teams wurden deutlich bezwungen. Ein einziges Mal kam uns ein klein wenig Glück zu Hilfe – Glück, das in früheren Jahren allzuoft die andere Seite des Brettes gewählt hatte.

Drei Siege am ersten Tag waren die solide Basis für ein erfolgreiches Turnier. Herausragend dabei war natürlich der Erfolg gegen den Berliner Meister und späteren Bronzemedaillen-Gewinner. In den Tagen von Bad Homburg haben beide Berliner Teams (außer in diesem einen Wettkampf) miteinander gefiebert und sich schließlich über einen tollen Schulschach-Erfolg für die Hauptstadt gefreut.

Minh Tham Rachela Rosenhain Tag 2 begann mit einem schwer erkämpften Sieg gegen die Gastgeber und der erwartet klaren Niederlage gegen den Meister. Es folgte das zweite Schlüsselspiel: Sieg gegen die Nummer 1 der Setzliste mit einem kleinen Quäntchen Glück im richtigen Moment. Vor dem Spiel hatte sich die Mannschaft bewusst gegen den Besuch im Spaßbad entschieden, um Kraft und Konzentration nicht zu vergeuden.

Es bestand die Chance, Silber aus eigener Kraft zu sichern. Sie wurde bemerkenswert klar genutzt. Eine schnell vorteilhafte Partie brachte uns in Führung, und zwei Spieler opferten in dieser wichtigen Partie Bauern für starke Initiative. Aus diesem Holz sind Siegertypen geschnitzt!

Sechs Spieler – ein TEAM

Alle sechs Spieler haben ein phantastisches Turnier gespielt. Drei wuchsen über sich hinaus.
Rachela (Bild rechts) gehörte mit 5 Punkten zu den Besten am Spitzenbrett, Minh (Bild links) war unser sicherster Spieler. Beide verloren nur im Spiel gegen den neuen Meister. Gerade dort setzte Hakob (Bild unten rechts) aus und steht – von der Ersatzbank gekommen – nach 5 Einsätzen bei 100%. Nach wechselhaften Monaten hat er im richtigen Moment seine Form wieder gefunden.

Hakob Kostanyan Daniel Sulayev Daniel (Bild links) startete furios und hatte dann einen rabenschwarzen zweiten Tag. Das ist wohl jedem Schachspieler schon passiert. Unser Jüngster verdaute diese Erfahrung bewundernswert, war am Sonntag wieder "der Alte" und erspielte den enorm wichtigen ersten Sieg gegen Dortmund.

Die Bilanz von Konstantin täuscht ein wenig. Er hat zweimal verloren, zum einen gegen Hamburg, zum anderen aus Gewinnstellung in (selbstgemachter) Zeitnot. Auf der Habenseite steht der wichtige Führungstreffer im Berliner Derby. In unserem starken Team war dann plötzlich der Platz auf der Reservebank für ihn reserviert, was Konsti ohne Murren akzeptierte.

Tom vertrat uns im DSM-Open mit Erfolg. Lange schien ein Medaillenplatz möglich. Dazu fehlte eigentlich nur etwas mehr Abgeklärtheit, die sich mit zunehmender Erfahrung auf höherem Spielniveau auch einstellen wird.

Das TEAM hat einen großen Fanclub

Wir haben uns riesig gefreut, wie in der Heimat mitgefiebert wurde. Die Zugriffszahlen auf die Homepage und viele Mails sprechen eine deutliche Sprache.

Hin und wieder posteten wir die Zwischenmeldungen auch auf Facebook. Dort gab es "Likes" vor allem von Herderschach-Spielern früherer "Generationen", die es inzwischen an alle Enden der Welt verschlagen hat. So kamen Glückwünsche aus der Schweiz und Kanada. Und – es kam ein "Like" vom Kapitän der ersten Herderschach-DSSM-Mannschaft (2006). So geht Traditionspflege!

Bild Das TEAM hinter dem TEAM

… waren wieder zwei Betreuer, die in den Tagen und Wochen vor und während der DSSM enorm viel zu tun hatten und sich letztlich mit dem sportlichen Erfolg für diesen Aufwand ein Stück weit belohnt sehen.
Welche Rolle sie spielen, drückt wohl sehr gut eine Email vom 2. Vorsitzenden unseres Partnervereins aus: "Schachlich fördern können viele, aber Kinder für die Reise motivieren, die Eltern begeistern und dann noch den Kampfgeist für die Mannschaft stärken, können nur wenige."

Und da war noch ein TEAM

… nämlich die vorbildlichen Organisatoren von der Schachjugend Herborn. Wir erleben seit Jahren, dass die Deutsche Schulschachmeisterschaft bei ihnen in guten Händen ist, und hoffen, dass wir noch oft die Reise nach Bad Homburg antreten dürfen.

Das TEAM sagt DANKE

SFS GFH Bild Es ist gut, wenn man sich auf starke Partner verlassen kann. Unser Partnerverein, die Schachfreunde Siemensstadt (Link zur Homepage), und der Förderverein unserer Schule (Link zur Homepage) haben uns kräftig unterstützt. Die Gelder dieser beiden "Sponsoren" kommen ausschließlich den sechs beteiligten Schülern zugute, so dass die finanzielle Belastung der Familien mehr als halbiert werden konnte. Beide Vereine haben uns auch bei früheren DSSM-Teilnahmen in gleicher Weise unterstützt. Dabei wird der Zuschuss der Schachfreunde Siemensstadt unabhängig davon gezahlt, ob Mitglieder dieses Vereins in der Mannschaft stehen. Wir danken beiden Vereinen für die großzügige Unterstützung.

SSB Medaillenregen für das Berliner Schulschach

In der WK-III gab es Silber für das Heinrich-Hertz-Gymnasium. In der WK-IV folgten nun gleich 2 Medaillen. Eine Woche später legte schließlich die WK-II-Mannschaft des Kollwitz-Gymnasiums eine weitere Silbermedaille nach. Lediglich bei den Mädchen und den Grundschulen blieben Spitzenplätze aus.

Das Turnier von Bad Homburg offenbarte zudem ein bemerkenswertes Nord-Süd-Gefälle. Die ersten 7 Plätze gehen an Mannschaften aus den norddeutschen Landesverbänden, ergänzt um Sachsen-Anhalt und NRW. Gut bekommen ist dem Turnier auch die Aufstockung auf 2 Teams pro Landesverband. Unter den besten Sieben waren je 2 Mannschaften aus Berlin, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. Wäre man bei dem früheren, kleineren Starterfeld geblieben, hätten drei dieser Top-Mannschaften gar nicht dabei sein können.