Jugend-Weihnachtsturnier 2014

Spannung und Freude auf allen Plätzen

Unabhängig von den Punktzahlen haben die Trainer und Betreuer heute natürlich viele aufschlussreiche Partien gesehen und werden ausgehend von diesem Turnier spielstarke Mannschaften für die Schnellturniere der Berliner Schulen formen. So konnten sich auch viele der jüngeren Spieler in den Blickpunkt schieben. Für fast alle erfolgreichen Herderschach-Talente der letzten 12 Jahre hat die Karriere irgendwie bei einem Weihnachtsturnier begonnen. So wird es auch diesmal sein.

Mehr als einmal lagen Überraschungen in der Luft, hatten die "Kleinen" einen der etablierten Gegner am Rand der Niederlage. Selbst Spieler, die am Ende ganz weit hinten lagen, machten so auf sich aufmerksam. Und wenn die "Großen" doch noch mit aller Cleverness von der Schippe sprangen: Für die anstehenden Wettkämpfe gegen gleichaltrige Spieler habt ihr heute ganz viel gelernt!

Bild Der Kampf um die Klassensiege

Zusätzliche Preise gab es wieder für die Besten aus den Klassenstufen 5 bis 8.
In Klasse 5 lief es in Abwesenheit eines erkrankten Mitfavoriten auf den Zweikampf zwischen Hakob und Minh hinaus. Beide verloren nur eine Partie, aber Minh gab noch zwei halbe Punkte ab. Überraschung dann bei der Siegerehrung: Weil Hakob als Gesamt-Zweiter und Minh im Schätzspiel schon auf dem Podest standen, ging der Klassenpreis an den Drittplatzierten. Das war Maris – schöne Bestätigung des zuletzt schon beim Herbst-Open des BSV gezeigten Könnens.

Völlig offen schien das Rennen in Klasse 6. Mehrere Spieler haben im Jahr 2014 erste externe Turniererfahrung gesammelt und sich als echte Wettkampftypen bewiesen. Heute setzte sich Ferdinand (Foto links) mit einem ganzen Punkt Vorsprung an die Spitze – Pech für Niki und Theodor, die ebenfalls nur gegen Top-Spieler unterlegen waren.

Klare Sache in Klasse 7: Konstantin spielte so konzentriert, wie wir ihn uns immer wünschen. Er unterlag nur den beiden Erstplatzierten. Tom konnte zwar nach schleppendem Start noch gleichziehen, hatte aber die deutlich schlechtere Buchholz-Wertung. Geburtstagskind Julius ließ erst in der letzten Runde den Kontakt zur Spitze abreißen, während die zuletzt bei der BJEM U14 so stark aufspielenden Alec und Duc Anh heute nicht in den Kampf eingreifen konnten.

Bild Nur ein Trio bewarb sich um den Sieg in Klasse 8. Am Ende des Tages waren alle drei Spieler punktgleich und nur durch die Qualität ihrer Gegner getrennt. Julian startete zwar am besten (3 aus 4), wurde aber von Kristoffer (Foto links) doch noch abgefangen. Die beiden Freunde haben seit Klasse 5 die Klassenpreise "gerecht" unter sich aufgeteilt. Aber Achtung: Truc stand ihnen heute kaum nach. Er bestätigte die guten Turnierergebnisse und seinen Platz im WK-III-Team.

Zusatzspiele allenthalben

Mit Spannung warten unsere Schachkids immer darauf, welche Zusatzspiele sich die Organisatoren diesmal einfallen lassen.
Der Klassiker dabei ist "Die Kleinen ärgern die Großen". Wer einen (nach Schulklasse) älteren Gegner besiegt, darf bei der Ergebnismeldung einmal würfeln und sich dann mit etwas Glück einen Preis aussuchen. Mit dem Schachspielen klappt es ja meist schon ganz gut – aber das Würfeln war wohl im Stundenplan noch nicht dran. Jedenfalls wollte die geforderte EINS einfach nicht fallen. Ab Runde 5 erweiterten wir das Würfel-Kriterium auf alle ungeraden Zahlen – und schon lief es besser.

Bild Der erste Sieger des Tages wurde wie immer in einem Rechenspiel ermittelt. Hier blieben die Fünftklässler und die weiteren Schach-Einsteiger unter sich. Diesmal sollten sie "per eigenem Köpfchen" herausbekommen, wann zuletzt eines der beliebten Turniere um den Siemensstädter Blitzcup gespielt wurde. Kleiner Tipp: Wir spielen immer am letzten Montag des Monats. Erstaunlich schnell hatte Daniil (Foto rechts) das richtige Datum gefunden. Seine ansteckende Freude war der perfekte Einstieg in den Turniertag.

Bild Bild Und dann war da noch das Schätzspiel: Diesmal ging es um die Anzahl der Schokolinsen in einem Glas. Das war natürlich für unsere begabten Mathematiker eine echte Herausforderung. Die Berechnungen zu einem sechsseitigen Prisma gehen ihnen leicht von der Hand. Jetzt noch eine ideale Kugelpackung und schon hat man die Lösung. Ganz so einfach war es dann doch nicht. Die Mischung aus Rechnen und Schätzen brachte ganz unterschiedliche Ergebnisse zutage. Insgesamt aber kamen die Lösungen der richtigen Zahl meist recht nahe. Extreme Ausreißer gab es kaum.
Handverlesen und genau abgezählt, passten genau 1112 Schokolinsen in das durchsichtige Gefäß. Natürlich wurden sie bei der Siegerehrung unter allen Teilnehmern gerecht aufgeteilt. Die beste Schätzung lieferte einer der Jüngsten: Minh Tham (auf dem Foto bei einem der anderen Zusatzspiele) tippte auf 1200 und lag nur um 88 Schokos daneben. Patrick von Moltke stand ihm mit einer Abweichung von 99 kaum nach.

Die Idee zum Schätzspiel stammte diesmal übrigens von Moritz Matthies. Der Abiturient bestritt heute sein achtes und letztes Weihnachtsturnier. Mit seinem besten Ergebnis hat er sich auf Platz 12 der ewigen Rangliste vorgeschoben, die nunmehr 221 Namen umfasst.
Moritz, danke für 8 schöne gemeinsame Schach-Jahre!


Bericht und Fotos: Thomas Binder