Herderschach-Weihnachtsturnier 2016

Es wurde eng in den neuen Räumen unseres Partnervereins. 59 Teilnehmer bedeuteten neuen Rekord für unser schönes Traditionsturnier. Im Vorfeld hatte man sogar eine Warteliste für Nachrückerplätze führen müssen. So begrüßten Herr Steinkrauß, Herr Binder und Oberliga-Schiedsrichter Herr Schilly ein Riesenfeld neugieriger und erfolgshungriger Schachkids.
Für viele war fast alles neu, und so dauerte es manchmal ein wenig, bis alle ihren Platz gefunden hatten. Doch war dies geschafft, kehrte sofort beeindruckende Turnierruhe ein. Mit aller Denkkraft und großem Ernst wurde um jeden Punkt gerungen. Hatte es dann geklappt, sahen die Beobachter manche Jubelgeste. Auf der anderen Seite wurde hin und wieder mannhaft gegen die Tränen gekämpft. Dann war aber meist gleich ein Freund zur Stelle und spendete Trost.

Bild Spannender Kampf um den Turniersieg

Dass bei uns nicht nur viel, sondern auch richtig gut Schach gespielt wird, hat sich sicher schon herumgesprochen. So bildete sich eine Spitzengruppe von Top-Spielern, die sich einen tollen Kampf um die Podestplätze lieferten. Schauen wir doch mal genauer rein:
Das erste Highlight gab es in Runde 4. Nam (Foto links) setzte sich mit einer ganz starken Partie gegen Top-Favorit Kevin durch. Er behielt damit seine weiße Weste und führte das Feld gemeinsam mit Hakob an. Drei Verfolger mit 3½ Punkten lagen auf der Lauer.
Runde 5: Nam gewinnt am Spitzenbrett auch gegen Hakob und liegt nun allein vorn. Nächster Verfolger ist Daniel Lewin mit einem halben Punkt Rückstand.
In Runde Runde 6 schafft Daniel das Wunder, den kleinen Wirbelwind aus dem Hause Tham zu stoppen. Jetzt liegt er allein in Führung. Obwohl Daniel zurzeit in Sachen Schach etwas kürzer tritt, spielte er ein tolles Turnier. Er führt nun einen halben Punkt vor den Tham-Brüdern sowie Hakob und Kevin.
Das Finale: Nam setzt sich auch gegen Brian durch – gewiss eine der schwersten Aufgaben an diesem Tage. Das Weisse-Dame-Duell gewinnt Kevin gegen Hakob und sichert sich damit einen Podestplatz. Und dann kommt die Schützenhilfe vom großen Bruder: Minh gewinnt gegen Daniel und macht damit ganz knapp sein Brüderchen zum Turniersieger!
1.Nam Tham 6 / 33½ – 2.Kevin Roho 6 / 32½ – 3.Minh Tham 6 / 32

Starkes Verfolgerfeld

Von Daniel war schon die Rede. Platz 4 ist ein tolles Ergebnis. Diesen vierten Platz hält er übrigens nun auch in der ewigen Rangliste aller Weihnachtsturniere. Folgen im Abi-Jahr noch mindestens 4 Punkte, übernimmt er die Spitze – jedenfalls bis Nam in ein paar Jahren angreift.
Ganz stark sind auch die 5½ Punkte von Alec. Insgesamt wird die erweiterte Spitzengruppe von Spielern der II. Mannschaft des gastgebenden Vereins geprägt.

Bild Klassensieger, Stellvertreter und einer, der es besonders verdient hat

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass die Plätze 1 bis 3 an je einen Spieler der Klassenstufen 5 bis 7 (in dieser Reihenfolge!) gingen. Damit sind auch die Klassensieger genannt. Die dafür vorgesehenen Preise gingen jeweils an den zweitbesten Spieler über. Mit Egor, Lior und Hakob fanden sich würdige "Stellvertreter", die ein starkes Turnier gespielt haben.
Besonders gefreut haben sich die Betreuer allerdings mit dem Sieger in Klassenstufe 8. Nikolas (Foto vom Sommer-Open) ist seit vielen Jahren einer unserer zuverlässigsten AG-Teilnehmer. Die ganz großen Erfolge blieben ihm bisher versagt, aber in zahlreichen Opens und Mannschaftsstarts hat er reichlich Turniererfahrung gesammelt. Heute nun gelang ihm der ganz große Wurf. 5 Punkte sind in diesem starken Feld ein Super-Ergebnis. In früheren Jahren hatte Niki nie auch nur die 50%-Marke erreicht. Nikolas startete mit je 2 Siegen und Niederlagen (letztere gegen Top-Spieler) und ließ dann einen Endspurt mit 3 Siegen folgen.

Steigerungen im Rekordtempo und viele gute Ansätze

Das Weihnachtsturnier ist immer auch erste Standortbestimmung für unsere Neulinge. Andere Spieler versuchen, sich bei den Trainern in Erinnerung zu bringen. Schließlich werden noch am selben Abend die ersten Ideen für die Aufstellung der Schnellschach-Teams entwickelt. So haben die AG-Leiter heute sehr aufmerksam nicht nur auf die Tabellen geschaut, sondern auch auf den Verlauf mancher Partien.
Da ist mir z.B. eine Partie aus der Auftaktrunde in Erinnerung: Aram musste gegen Mikhail über die volle Zeit gehen und hatte lange Zeit keinen Vorteil. Am Ende gewann er wohl nach Zeit in nur wenig besserer Stellung. Mihkail war nach den ersten Runden ziemlich traurig, doch er rappelte sich wieder auf und gewann noch drei Partien. Aber für den beobachtenden Trainer war vielleicht der tolle Kampf gegen einen Spitzenspieler viel aufschlussreicher als die späteren Gewinnpartien.
Oder schauen wir zu Bennet: Sein großer Bruder – zuletzt mit ordentlichen Resultaten im Sommer- und Herbstopen – musste bis zuletzt um die Einhaltung der Familienhierarchie zittern. Am Ende rettete ihn ein halber Buchholz-Punkt…
Ein wichtiger Fingerzeig sind auch die Steigerungen einiger Spieler gegenüber dem Vorjahr. Da hat Training und Wettkampfpraxis gleichermaßen Früchte getragen. Besonders eindrucksvollen Punktezuwachs zeigten heute neben dem schon erwähnten Nikolas noch Maxim, Fabian und Taha.

Und es war noch viel mehr los. Lesen Sie weiter im 2. Teil