Schulfest mit Schach-Highlight

Bild Das Grillfest zum Abschluss des Schuljahres stand ganz im Zeichen des Schachs. Wir feierten eine erfolgreiche Saison mit vielen Turniererfolgen. Überstrahlt wird die Bilanz vom erstmaligen Gewinn einer Deutschen Meisterschaft. Da ging es fast unter, dass wir im Januar ein ganz besonderes Jubiläum feierten: das 1000. Meisterschaftsspiel eines Herder-Teams. Dieses Jubiläum war allerdings ein kampfloser Sieg – leider ein bezeichnendes Symptom der aktuellen Lage im Berliner Schulschach…

Zur Feier des Tages haben wir uns einen besonderen Gast eingeladen: Großmeister Robert Rabiega nahm unsere Einladung an – HERZLICHEN DANK!. Herr Rabiega gehört zu den stärksten Schachspielern der Hauptstadt. Er war Deutscher Einzelmeister im Jahr 2000 und hat außerdem sieben Meistertitel in den schnellen Disziplinen (Schnell- und Blitzschach) zu Buche stehen. Am Käthe-Kollwitz-Gymnasium ist er als Schachlehrer engagiert, holte mit den dortigen Teams bisher zwei Deutsche Schulschach-Meisterschaften und zahlreiche weitere Erfolge. Die Duelle Herder – Kollwitz sind oft die Highlights im Berliner Schulschach: niveauvolle Wettkämpfe, die vom beiderseitigen Respekt geprägt sind und immer freundschaftlich und fair ablaufen.

Bild Heute forderten wir den Großmeister in einem Handicap-Simultan an 10 Brettern bei je 30 Minuten Bedenkzeit. Unser Ziel musste es sein, möglichst viele Partien lange offen zu halten und am Ende des Tages nicht ganz ohne Punkt zu bleiben. Das ist uns gelungen!

Auch für einen Top-Spieler ist ein solches Handicap-Simultan eine echte Herausforderung, wie sie ihm nur selten gestellt wird. So spielte GM Rabiega nach eigenem Bekunden am Anfang viel zu schnell. Schon nach 10 Minuten hatte er in fast allen Partien einen deutlichen Zeitvorteil aufgebaut! Das hatte so niemand erwartet.
Die Partien waren zu dieser Zeit noch nicht entschieden. Erst nach knapp einer halben Stunde musste unser erster Spieler die Waffen strecken. Doch zumindest in einer Partie zeichnete sich bereits ab, dass es wohl kein "Zu Null" geben würde.

In der Tat gelangen unseren Spielern schließlich 1½ Punkte! Brian nutzte einen Fehler des Gastes zum Figurengewinn, spielte danach kompakt weiter und brachte seinen Sieg nicht mehr in Gefahr. So gelang uns zwischenzeitlich das Verkürzen zum 1 : 3. Wenig später konnte Daniel mit einem taktischen Kniff zum Remis abwickeln.
Zu dieser Zeit sahen auch die Partien von Rachela und Minh noch vielversprechend aus. Rachela besaß eine Qualität mehr, stand nach Aussage von Herrn Rabiega in der kurzen Nachbesprechung sogar auf Gewinn. Minh hatte zwei Leichtfiguren für einen Turm. Hier war das weiße Gegenspiel aber wohl immer stark genug.
In der Schlussphase konnte sich der Großmeister dann mit aller Kraft auf diese beiden Partien konzentrieren und sie noch gewinnen.

Unser Team bestand aus Brian Heinze, Daniel Sulayev, Rachela Rosenhain, Minh Tham, Duc Anh Tran, Pablo Schlesselmann, Marian Hauser, Konstantin Bobenko, Julius Wolff und Alec Dücker.
Natürlich waren fast alle Mitglieder der Schach-AG zugegen und verfolgten das Simultan-Event mit Spannung. Auch einige Ex-Herderschächer waren zu Gast. Auf allen Seiten gab es große Freude über dieses Wiedersehen, ist doch der Blick in die eigene Historie ein wichtiges Element der Einzigartigkeit des Projektes "Herderschach".

Das Endergebnis lautet also 8½ : 1½. Aber das ist heute nebensächlich. Wir danken für ein unvergessliches Erlebnis, das allen Teilnehmern und der riesengroßen Zuschauertraube geboten wurde!

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Die ersten Züge sind gemacht.
Noch hat man auf den Zuschauer-Rängen gute Sicht.
Jetzt wird es schon enger.
Wer genau hinschaut, erkennt bei Pablo die typische Zeitverteilung:
Der GM hat erst 3 Minuten verbraucht, Pablo schon 9.
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OK – er hatte auch wirklich kurze Wege im Innenraum. Die Könige in der Brettmitte verkünden das Ergebnis:
Brian hat gewonnen, Daniel remisiert
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So spielt ein Großmeister: Jederzeit voll konzentriert… …und dann mit entschlossenem Zug
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Zum Schluss musste sich Rachela allein
gegen die Kraft des Simultan-Spielers stemmen.
Siegerehrung für die Besten in beiden Gruppen des Herder-Turniers

Bericht und Fotos: Thomas Binder