Berliner Meisterschaft 2018 – 2. Vorrunde

Bild Terminüberschneidungen führten dazu, dass wir bei der zweiten Vorrunde nur mit einer kleinen Delegation vertreten waren. Zudem hatte ja eine ganze Armada von Herderschach-Spielern bereits zuvor die Fahrkarten für die Finalturniere gebucht: Daniel, Minh, Nam, Hakob und Joachim sind dort am Start. Während die älteren Altersklassen ihre Finalisten erst im Januar bestimmen, war man jetzt gespannt, wer noch auf den Finalzug aufspringen kann.

Coco bis zuletzt mit guten Chancen

Am ehesten traute man Coco (Bild rechts) einen Spitzenplatz zu. Sie scheut den Vergleich mit den gleichaltrigen Jungen nicht und gehört seit Jahren zur absoluten Spitzengruppe in Berlin. Das konnte Coco auch in diesem Turnier bestätigen. Sie gewann die ersten drei Partien, spielte dann reihenweise gegen andere Top-Spieler. Die Partien der Runden 4 bis 6 endeten jeweils remis. Die Remisquote an den vorderen Brettern war in dieser Phase insgesamt sehr hoch. Es ging nur um zwei Finalplätze und so wollte man wohl nicht das Risiko eingehen, sich mit einer Niederlage seiner Chancen zu berauben.
Coco lag vor der letzten Runde in Lauerstellung auf Platz 3. Ein Sieg hätte wohl sicher den zweiten Rang gebracht. Sie spielte gegen die Nummer 1 der Setzliste erneut eine starke Partie, eroberte einen Bauern und kam damit ins vorteilhafte Bauernendspiel. Dort unterlief unserer Spielerin dann leider ein Rechenfehler, der das Ergebnis sofort auf den Kopf stellte. 4½ Punkte in einem starken Feld – die U12 spielte vorn nicht schlechter als die U14 – sind dennoch ein hervorragendes Ergebnis.

Bild Sophie und Davit im Gleichschritt

Für unsere U14-Starter ging es um achtbare Ergebnisse. In die Nähe der Finalplätze zu gelangen, würde sicher sehr schwer werden. An den vier Turniertagen spielten dann Sophie und Davit sozusagen im Gleichschritt, verbuchten von Runde zu Runde jeweils das gleiche Ergebnis. Kein Wunder also, dass der Fotograf sie in Runde 6 Seite an Seite erwischte.
Dabei lief es am ersten Wochenende noch suboptimal mit je einem Punkt aus vier Runden.
Am zweiten Wochenende folgten dann aber je drei Siege nach zum Teil sehr sehenswerten Leistungen. Sophie befindet sich nach zuletzt etwas schwankender Form klar im Aufwärtstrend.
Davit zeigt sich in den letzten Monaten deutlich gereift und kann seine guten Ideen nun auch in positive Ergebnisse umsetzen.
Die vier Punkte bringen beide nicht nur in die obere Tabellenhälfte, sondern garantieren auch beiden einen spürbaren DWZ-Zuwachs.

Bild Gelungenes Debüt für Taha

Nach dem Gewinn des Sommer-Opens im September "musste" Taha (Bild links) erstmals in die Meisterschaft aufrücken. Er sollte Erfahrung gegen starke Konkurrenz sammeln und eine angemessene Erst-DWZ erspielen. Beides ist ihm gelungen. Mit drei Siegen platziert sich Taha im Mittelfeld unter vielen Spielern, die schon deutlich mehr Turniere auf diesem Level gespielt haben. Seine erste Wertungszahl wird vierstellig sein.
Besonders gefallen hat mir die weitreichende Berechnung und korrekte Einschätzung des Bauernendspiels in der 5. Runde. Hier erkannte er rechtzeitig, wie er den Gegner mit den Zaubermitteln Zugzwang und Reservezüge ausmanövrieren konnte.

Lior und Fedir im Pech

An unseren beiden weiteren Spielern lief diese BJEM-Vorrunde irgendwie vorbei. Auch solche Erfahrungen muss man machen und daraus gestärkt hervor gehen.
Für Lior reiften schon am ersten Wochenende nicht alle Träume (1½ aus 4). Zwei Wochen später musste er dann wegen Krankheit auf die Fortsetzung des Turniers verzichten. Es war sein erster Start in der U14. Wenn er in einem Jahr zum älteren Jahrgang gehört, ist er wieder ein Finalkandidat. In der Vergangenheit hat er immer in diesen Jahren den Sprung in die Endrunde geschafft.
Fedir musste am ersten Wochenende eine Runde auslassen und verlor bis zur fünften Runde seine Partien. Vielleicht kam der Start in der Meisterschaft doch noch etwas zu früh für ihn… Doch als ehrgeiziger Sportler stellte er sich unverdrossen zum Wettkampf und wurde schließlich in Runde 6 mit einem Sieg nach abwechslungsreicher Partie belohnt. Schade, dass dann in Runde 7 ein Freilos folgte, ich hätte Fedir gern noch einmal "in action" gesehen.


Bericht und Fotos: Thomas Binder