Berliner Meisterschaft 2018 – Vorrunden U16 und U18

Bild Die wieder etwas länger gewordenen Meldelisten führen dazu, dass man auch in den höchsten Altersklassen eine Vorrunde benötigt, um das Starterfeld der BJEM zu ermitteln. Die Suche nach einem geeigneten Modus ist dabei noch nicht ganz abgeschlossen.
In der U18 lief es diesmal schon sehr gut: Sechs Bewerber ermittelten den letzten Finalisten in einem vollrundigen Turnier, welches am Freitagabend mit einer dezentralen Runde begann und dann in Weißensee fortgesetzt wurde.
In der U16 wurde hingegen für die sieben Starter noch kein passender Modus gefunden. Man schaltete eine KO-Runde vor und ließ ein Vierer-Rundenturnier folgen. Das KO-System kann natürlich keine gute Wahl sein, wenn zwei Finalplätze zu vergeben sind.
Schließlich meldete sich kurzfristig noch ein Bewerber ab, wonach nur zwei Vorrunden-Paarungen verblieben und auch das geplante B-Turnier der ausgeschiedenen Spieler abgesagt werden musste. Schade – hätte man etwas früher von der Absage gewusst, wäre noch ein Umschwenken auf den gleichen Modus wie in der U18 möglich gewesen.

Für Aram war das Turnier damit leider schon nach einer Partie zu Ende. Er unterlag gegen den späteren Zweiten und musste die Heimreise antreten.

Starkes Turnier: Brian im Finale

Pl. Name 1 2 3 4 5 6 Pt.
1. Brian Heinze (SF Siemensstadt) X ½ 1 1 1 1
2. Yosime Flood (SC Kreuzberg) ½ X 1 ½ 1 1 4
3. Jaroslaw Verbitsky (SV Mattnetz) 0 0 X 1 1 + 3
4. Sana Fock (SC Zugzwang 95) 0 ½ 0 X 1 1
5. Vladimir Nowak (SK Zehlendorf) 0 0 0 0 X 1 1
6. Max Kremzow (SC Weisse Dame) 0 0 0 0 X 0

Mit einem starken Turnier krönt Brian (Foto vom Schnellturnier wenige Tage zuvor) seine Jugendschach-Karriere und qualifiziert sich verdient für die Endrunde. Der Erfolg ist umso wertvoller, da er in einem spannenden Kandidatenturnier mit vielen gutklassigen Partien errungen wurde.

Am Freitag geriet Brian in einem vorweg genommenen Finale gegen den sympathischen Yosime Flood vom SC Kreuzberg in eine schwierige Stellung. Er rettete sich mit einem Minusbauern in ein Endspiel mit ungleichen Läufern und sicherte so das Remis. Am Samstag folgten dann die Partien gegen die beiden schwächeren Konkurrenten. Die Vormittagspartie war zeitweise schwierig, doch Brian konnte mit einem taktischen Schlag das Blatt noch wenden. Sein nächster Gegner hingegen befand sich offenbar noch im Regelkunde-Grundkurs und bereitete keine großen Probleme. So ging unser Spieler mit einem halben Punkt Vorsprung in den letzten Tag. Er würde aber beide Partien gegen die nach DWZ stärksten Rivalen gewinnen müssen, um nicht noch nach Feinwertung abgefangen zu werden.

Diese beiden Runden entwickelten sich dann zu würdigen Spitzenpaarungen. Brian fand jeweils das rechte Maß zwischen phantasievollem Angriffsspiel und gerade noch erträglichem Risiko für die eigene Königsstellung.
In der Partie gegen Sana griff er konsequent am Damenflügel gegen die lange Rochade an. Dabei blieb der eigene König im Zentrum und nicht alle Figuren konnten aktiviert werden. Der weiße Angriff über die h-Linie wurde aber unter Kontrolle gehalten und die eigene Attacke war letztlich überzeugend.
Gegen Jaro spielte Brian überraschend ein Königsgambit und kam damit gut ins Spiel. Eine Schrecksekunde ergab sich, als ein schwarzer Läufer auf h2 geopfert wurde. Alle Beobachter waren sich einig, dass dieser Konter erfolgreich sein würde. Doch Brian hatte auch in der kritischen Variante weiter gerechnet und überstand diese Situation problemlos.
Letztlich bringen zwei ganz starke Partien an diesem Tag die verdiente Finalqualifikation!

Die entscheidende Partie der Schlussrunde können Sie hier nachspielen.


Bericht und Foto: Thomas Binder