Unser A-Team WK-IV in der Berliner Schulschachmeisterschaft 2017/2018

Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Z1 Z2 Z3 HF Fin Punkte Partien
Nam Tham 1 1 1 1 0 1 0 0     1 1 1 1 0 9 13
Joachim Morczynski 1 0 1 1 1 0 1 1 0 0 1 0   1 0 8 14
Lepu Coco Zhou 1 1 1   1 1 1 1 1 0 1 1 1 1 1 13 14
Lior Sklarski 1 1 1   1 1 1 1 1 0 0   1 0 1 10 13
Kai Tonke       0         0     ½       ½ 3
Sophie Fayngold       1           0     1     2 3
"Final Four" am 17.03.2018

Aller guten Dinge sind drei(zehn)! Zum 13. Mal hat sich ein Herderschach-Team für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Besonders groß ist die Freude, weil wir wieder nach Bad Homburg reisen dürfen, wo die Turniere durch ein eingespieltes Team immer perfekt organisiert werden.

Bild Die Qualifikation sicherten wir uns mit starken Partien aller vier Spieler im Halbfinale. Auch im Endspiel blieb die Mannschaft ungeschlagen, wird freilich wegen der Berliner Wertung am Ende "nur" mit den Silbermedaillen geehrt.

Ein wenig ärgerlich war an diesem Finaltag das Zustandekommen von zwei der drei Verlustpartien. Die Spitzenpaarung zwischen Nam und Bao fand den korrekten Sieger. Die Niederlagen von Lior im Halbfinale und Joachim im Finale waren hingegen dem Partieverlauf nach widersinnig.

Lior wandelte kurz vor Schluss der Partie einen Bauern um, hatte nun eine Dame mehr auf dem Brett. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch 11 Sekunden Bedenkzeit. Als man die Uhr nach der Bauernumwandlung wieder in Gang setzte, lief sie zunächst drei Sekunden lang auf der falschen Seite. Waren das die entscheidenden Sekunden, die unserem Spieler schließlich zum Mattsetzen fehlten?

Die Entscheidung über Gold und Silber fiel in einer hochdramatischen Partie. Joachim hatte früh eine Figur gewonnen und kam schließlich in ein Endspiel mit jeweils Turm und drei verbundenen Freibauern (auf entgegengesetzten Flügeln), bei einem "Mehr-Läufer" auf unserer Seite. Da jedoch die schwarzen Freibauern am Damenflügel weiter vorgerückt waren, ergab sich eine mega-spannende Schlussphase. Joachim rechnete ungeheuer genau, fand den schmalen Grat zum sicheren Partiegewinn und – überschritt in der abgebildeten Stellung mit Weiß die Zeit.
Ob man als Trainer einen solchen Sieg enthusiastisch feiern sollte, muss jeder für sich bewerten. Hier hätte es sicher auch andere Möglichkeiten gegeben, die Partie mit Anstand zu Ende zu bringen, zumal bereits beide Mannschaften für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert waren…

Halbfinale Finale
Herder-Gymnasium 3 : 1 Käthe-Kollwitz-Gymnasium Herder-Gymnasium 2 : 2 Heinrich-Hertz-Gymnasium
Nam Tham 1 : 0 Conrad Eulenstein Nam Tham 0 : 1 Bao Anh Le Bui
Joachim Morczynski 1 : 0 Danilo Urbschat Joachim Morczynski 0 : 1 Ngoc Hai-Dang Ho
Lepu Coco Zhou 1 : 0 Max Buschmann Lepu Coco Zhou 1 : 0 Simeon Hilarius Stark
Lior Sklarski 0 : 1 Lucien Thomann Lior Sklarski 1 : 0 Thuk Nguyen

Zwischenrunde am 14.03.2018

Die Zwischenrunde der besten acht Mannschaften ist ein neues Experiment. Ob sie der Weisheit letzter Schluss ist, muss man sehen. Insbesondere nach dem unmotivierten Umstieg auf die Zusammenrechnung von Hin- und Rückspiel in den Vorrunden brachte das Schweizer System eine recht merkwürdige Tabelle zustande, auf deren Grundlage dann die Vierergruppen zusammengestellt wurden. So hatte der Vorrunden-Sieger nicht gegen die Mannschaften auf Platz 2 bis 5 gespielt – und war dann in der Zwischenrunde in der Tat chancenlos.
Andererseits sorgten die Platzierungen dafür, dass unsere beiden Teams in die gleiche Gruppe rutschten und auch der sich dabei ergebende Spielplan recht unschön ausfiel.
Fazit: Die Zwischenrunde ist eine gelungene Ergänzung des Turniers, hat aber noch Optimierungspotential.

Zu den angesprochenen Tücken des Spielplans gehörte es, dass die beiden stärksten Mannschaften gleich zu Beginn aufeinander trafen. Unser Team ging hoch konzentriert zu Werke und gewann am Ende mit 3:1. Lior wurde dabei allerdings kalt erwischt, so dass wir sogar in Rückstand gerieten. Coco startete früh einen starken Königsangriff. Die Nerven der Zuschauer hätte man vielleicht mit etwas mehr Figurenentwicklung und erst danach begonnenem Angriff schonen können… Doch als sich der Rauch verzog und auch die letzten weißen Figuren ins Spiel gebracht waren, gaben Mehrqualität und –bauern Coco Recht.
An den beiden vorderen Brettern ging es jeweils in die Zeitnotphase. Dabei war Joachim seinem Gegner mit Dame gegen Turm und einigen Minuten Vorsprung überlegen. Am Spitzenbrett lieferten sich Nam und Bao in der letzten Minute eine sehenswerte Blitzschlacht, in der sich unser Spieler trotz Minusqualität mit mehreren unaufhaltsamen Freibauern sicher durchsetzte. Diese Cleverness und Routine war aus Sicht des Beobachters das Highlight der gesamten Gruppenphase!

In Runde 2 bekamen wir dann zu spüren, dass auch die Mannschaften der zweiten Reihe ihre Chance suchen. Gegen das Kollwitz-B-Team wurde es plötzlich ganz eng. Zwar gewannen Nam und Coco ihre Partien sehr deutlich, doch bei Joachim bahnte sich eine Überraschung an. Der bisher kaum in Erscheinung getretene Jonathan Nisch spielte eine hervorragende Partie, hatte einen Turm mehr, blieb konzentriert und gewann am Ende verdient, auch wenn sich Joachim auf eine Minus-Qualität heran gearbeitet hatte. Doch in einem guten Team springt dann eben jemand in die Bresche: Kai sicherte mit einem Remis gegen seinen versehentlich einige Bretter zu tief aufgestellten Gegner den Mannschaftserfolg ab.
In der Schlussrunde kam es dann – zum Spielplan siehe oben – noch zum internen Duell gegen die eigene 2. Mannschaft, die heute aber keine ernsthaften Schwierigkeiten machen konnte.

  Spiel 1 Spiel 2 Spiel 3
Herder-Gymnasium 3 : 1 Heinrich-Hertz-Gymnasium 2½ : 1½ Käthe-Kollwitz-Gymnasium II 4 : 0 Herder-Gymnasium II
Nam Tham 1 : 0 Bao Anh Le Bui (DWZ 1923) 1 : 0 Tobias Spranger 1 : 0 Fabian Schmitt
Joachim Morczynski 1 : 0 Ngoc Hai-Dang Ho (DWZ 1592) 0 : 1 Jonathan Nisch    
Lepu Coco Zhou 1 : 0 Simeon Hilarius Stark 1 : 0 Maurice Voigt 1 : 0 Taha Abdollahnia
Lior Sklarski 0 : 1 Stefan Ellert (DWZ 1408)     1 : 0 Uladzimir Khutko
Kai Tonke     ½ : ½ Ulysses Masch (DWZ 1117)    
Sophie Fayngold         1 : 0 Fedir Fedorov

5. Runde am 01.03.2018 beim Heinrich-Hertz-Gymnasium
Herder-Gymnasium 2 : 6 Heinrich-Hertz-Gymnasium
Joachim Morczynski 0 : 1 0 : 1 Bao An Le Bui
Lepu Coco Zhou 1 : 0 0 : 1 Ngoc Hai-Dang Ho
Lior Sklarski 1 : 0 0 : 1 Simeon Hilarius Stark
Kai Tonke 0 : 1   Stefan Ellert
Sophie Fayngold   0 : 1

Bei einer 2:6-Klatsche von einem starken Auftritt unserer Mannschaft zu sprechen, mag verwundern. Doch das Ergebnis gibt den Spielverlauf nur ungenügend wieder. Wir hatten in fast allen Partien die Vorteile auf unserere Seite und – verloren fast immer durch Zeitablauf nach spannenden Zeitnotschlachten.
Exemplarisch sei die 2. Partie von Joachim genannt, der gegen seinen starken Gegner am Schluss Dame und Turm mehr hatte, als die Bedenkzeit verbraucht war.

Die Qualifikation zur nächsten Runde gerät nicht in Gefahr und dann können wir diesem Gegner sicher erneut auf Augenhöhe einen interessanten Wettkampf liefern.


4. Runde am 16.01.2018 gegen die Erich-Kästner-Grundschule
Herder-Gymnasium 6 : 2 Erich-Kästner-Grundschule
Nam Tham (DWZ 1792) 0 : 1 0 : 1 Jonas Eilenberg (DWZ 1857)
Joachim Morczynski 1 : 0 1 : 0 Noah Bretzel
Lepu Coco Zhou 1 : 0 1 : 0 Linus Spahn
Lior Sklarski 1 : 0 1 : 0 Simon Bretzel

Spitzentreffen am Spitzenbrett! Hier trafen die aktuellen Nummern 2 und 3 des Berliner U12-Schachs aufeinander. Dabei setzte sich Jonas in beiden Partien mit starkem Angriffsschach durch, ließ Nam nicht einmal zur Rochade kommen.
Der Mannschaftssieg geriet dennoch nie in Gefahr, weil wir an Brett 2 bis 4 unsere deutliche Überlegenheit ausspielten. Auch in Zeitnot behielten Joachim und Coco diesmal den Kopf oben.


3. Runde am 11.12.2017 gegen die Reinhardswald-Grundschule
Herder-Gymnasium 6 : 2 Reinhardswald-Grundschule
Nam Tham 0 : 1 1 : 0 Jonas Christian Hecht (DWZ 1653)
Joachim Morczynski 1 : 0 0 : 1 Aaron Lieske (DWZ 1229)
Lepu Coco Zhou 1 : 0 1 : 0 Fabian Koulouris (DWZ 1170)
Lior Sklarski 1 : 0 1 : 0 Jesse Bruns (DWZ 1105)

Im ersten echten Spitzenspiel der Saison zeigte sich unsere Mannschaft auf der Höhe ihrer Aufgaben und gewann gegen den Seriensieger in der WK-V der letzten Jahre deutlich. Sicher werden sich beide Mannschaften in der Finalrunde wieder einen spannenden Kampf liefern.
Heute konnten die beiden Top-Spieler der Kreuzberger nicht unerwartet je eine Partie für sich entscheiden. Den Ausschlag gab letztlich unsere ausgeglichenere Besetzung, wobei vor allem Kapitän Lior im Duell mit der geringsten DWZ-Differenz den Grundstein des Erfolges legte.


2. Runde am 14.11.2017 bei der Richard-Grundschule
Herder-Gymnasium 7 : 1 Richard-Grundschule
Nam Tham 1 : 0 1 : 0 Fadel Chokr
Joachim Morczynski 1 : 0 1 : 0 Amin Amroune
Lepu Coco Zhou 1 : 0   Simon Su
Kai Tonke   0 : 1
Lior Sklarski 1 : 0   Levin Schmidt
Sophie Fayngold   1 : 0 Yanneck Schumacher

Bei einem 7:1 denkt man bisher zuerst an ein berühmtes Fußballspiel. Möglicherweise wird sich dies bald ändern, denn es wird auch zum Standardergebnis unserer WK-IV-Mannschaft. Unser heutiger Gastgeber ist in den letzten Jahren deutlich voran gekommen. Alle Spieler des Richard-Teams haben bereits Erfahrung als Vereinsspieler oder von Kinderschach-Turnieren. Im Kampf gegen unsere A-Mannschaft reichte es dennoch nur zum verdienten Ehrenpunkt nach turbulenter Partie, in der Kai auch Probleme mit der kurzen Bedenkzeit bekam. An den übrigen Brettern gab es die erwartet souveränen Siege unserer Spieler.


1. Runde am 06.10.2017 gegen die eigene 2. Mannschaft
Herder-Gymnasium 7 : 1 Herder-Gymnasium II
Nam Tham 1 : 0 1 : 0 Thore Surburg
Joachim Morczynski 1 : 0 0 : 1 Fabian Schmitt
Lepu Coco Zhou 1 : 0 1 : 0 Egor Popov
Lior Sklarski 1 : 0 1 : 0 Taha Abdollahnia

Letztlich sicher übersprang das A-Team die erste Hürde einer Saison, in der wir noch viel vorhaben. Die Spieler der zweiten Mannschaft wehrten sich tapfer, mussten aber (meist) die deutlich größere Turniererfahrung ihrer Gegner anerkennen.
Im Rückspiel gab es allerdings eine Überraschung. Joachim hatte auf der langen Diagonale eine Qualität und mehrere Bauern eingesammelt. Zu spät merkte er nun, dass der königsindische Läufer fehlte und dadurch dem Anziehenden ein schönes Mattbild ermöglicht wurde.