Herderschach-Weihnachtsturnier 2017

Zusatzspiele für Mathe-Talente

Bild In zwei unserer Zusatzspiele ging es heute – teils gewollt, teils überraschend – recht mathematisch zu. Das Eröffnungsspiel für unsere Jüngsten (erstes und zweites AG-Jahr) beschäftigte sich mit der Frage, auf wieviele Arten man denn 8 Türme auf dem Schachbrett platzieren könne, ohne dass diese sich im Wege stehen. Nach gründlichem Nachdenken hatte Uladzimir die richtige Lösung parat, auch wenn er sie mit "Acht Ausrufezeichen" noch nicht ganz mathematisch korrekt formulierte. Daniel hatte inzwischen auch "8 Fakultät" richtig ausgerechnet: Es sind 40320 Stellungen möglich.

Beim Schätzspiel sollte man ermitteln, auf welcher Position denn wohl der Vorsitzende unseres Partnervereins in der aktuellen FIDE-Rangliste der aktiven Spieler liegt. Neben Herrn Binders eigener Elo-Zahl von 1838 gab es einige wenige Hilfestellungen: Insgesamt umfasst die Liste ca. 162000 Namen aus 180 Ländern, die Mindest-Elo-Zahl beträgt 1000, der Weltmeister liegt genau 999 Punkte vor unserem Trainer. Reines Schätzen führte meist schon recht gut in den richtigen Bereich. Einige ältere Schüler fanden aber sogar einen mathematischen Ansatz, bei dem solche Zauberworte wie "Poisson-Verteilung" eine Rolle spielten. Damit kamen Ferdi, Julian und Theo der richtigen Zahl sensationell nahe. Vom korrekten Platz (56580) waren sie um weniger als 20 Plätze entfernt.
Ferdi und Julian lagen genau gleichauf und mussten also in den Stichkampf. Sie durften ihre erste Schätzung noch einmal korrigieren. Dabei entfernten sich zwar beide ein wenig vom richtigen Wert, doch Ferdinand (Bild links) lag jetzt klar vorn.
Einen kleinen Einblick in die rechnerischen Ansätze möchte ich dem Leser aber nicht verwehren:

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Bild Bild Vier Punkte für die Ewigkeit

Daniel Lewin (Bild rechts außen) hatte sich für sein letztes Herderschach-Weihnachtsturnier viel vorgenommen. Würde er heute vier Punkte erreichen, so bringt ihn das auf Platz 1 in der ewigen Rangliste (siehe Link oben rechts). Angesichts eines bislang erfolgreichen Jahres schien diese Aufgabe leicht lösbar. Daniel hat immerhin das Jugend-Winteropen des BSV und das Vereins-Weihnachtsturnier der Schachfreunde Siemensstadt (gegen die fast komplett versammelte erste Mannschaft) gewonnen.
Aber es wurde dann gegen starke Konkurrenz richtig schwer. Bis zur siebenten Runde musste Daniel um seinen Rekord zittern, dann gelang er quasi als Punktlandung – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Jakob mit dem größten Sprung

Traditionell gilt die Aufmerksamkeit auch immer den Spielern, die sich zum Vorjahr besonders steigern konnten. Das etwas kleinere Feld mit nochmals gewachsener Spielstärke machte solche Leistungssprünge in diesem Jahr besonders schwierig. So gelang es nur einem Spieler, sich um mehr als einen Punkt zu steigern. Jakob (Bild rechts innen) springt von 2 auf 3½ Punkte – der vorweihnachtliche Lohn für eifriges Training und mutige Starts in anspruchsvollen Turnieren.


Bericht und Fotos: Thomas Binder