Berliner Meisterschaft 2019 – Endrunden

Bild Vier Spieler aus dem Hause Herderschach vertraten ihre Vereine in den Endrunden der Berliner Jugend-Einzelmeisterschaft.
Das Fazit fällt nach sieben anstrengenden Tagen recht unterschiedlich aus.

U12

Joachim mit Punktlandung auf einem Stichkampfplatz

Die diesjährige U12-Meisterschaft war ein denkwürdiges Turnier. Sie hatte fast Großmeisterniveau – jedenfalls wenn man die Remisquote betrachtet. In 25 von 45 Partien wurde der Punkt geteilt. Gleich drei Spieler spielten in sieben bzw. sogar acht ihrer neun Partien unentschieden. Ein Grund dafür mag sein, dass die Berliner Schachjugend vier Plätze für die Deutsche Meisterschaft ausspielen durfte. So war manch einem wohl diese Qualifikation wichtiger als der Meistertitel.

Dass es auch anders geht, zeigte Joachim (Foto links). Er fand das richtige Maß zwischen Sicherheit und Risiko. So gewann er deutlich die meisten Partien im ganzen Feld (vier Siege) und schob sich mit dem Erfolg in der Schlussrunde noch an die Spitzenreiter heran. Verdienter Lohn ist sowohl die sichere DEM-Qualifikation als auch die Teilnahme an einem Dreier-Stichkampf um die Berliner Meisterschaft. Gerade dort werden solche Kämpfer-Qualitäten gefordert sein.

Nicht ganz so gut lief es für Coco. Lange mischte sie ungeschlagen oben mit, doch zwei Niederlagen in Runde 7 und 9 (darunter gegen den Tabellenletzten des sehr ausgeglichenen Feldes) warfen unsere Spielerin noch in die zweite Tabellenhälfte zurück. Ihr Augenmerk liegt allerdings ohnehin bei der Deutschen Mädchenmeisterschaft, wo sie erneut um eine Medaille kämpfen wird.

Nachtrag zum Stichkampf

Auch im Stichkampf endeten zwei von drei Partien remis. Diesmal saß Joachim allerdings in der einzigen entschiedenen Partie auf der falschen Seite. So bleibt ihm die Bronzemedaille.

U16

Hakob und Aram auf hinteren Plätzen

Obwohl in der Altersklasse U16 nur zwei Spieler aus den Top-6 der Berliner Rangliste am Start waren, blieben unseren beiden Vertretern am Ende nur die hinteren Plätze des Tabellenbildes.
Hakob hat im Moment etwas den Kontakt zur Berliner Spitze verloren. Nach akzeptablem Start warf ihn eine Durststrecke von vier Niederlagen in Folge aussichtslos zurück. Anzuerkennen ist, dass Hakob auch in dieser Situation nicht aufsteckte, sondern mit einem Sieg in der Schlussrunde zumindest punktemäßig noch den Anschluss ans Mittelfeld herstellte.

Für Aram war schon die Qualifikation zu dieser Endrunde ein schöner Erfolg. Hier hatten ihm alle Konkurrenten nicht nur einiges an Spielstärke sondern vor allem Erfahrung und Cleverness voraus. Hinzu kommt, dass natürlich jeder Medaillenanwärter gegen den "Underdog" gewinnen "musste".
Wenn am Ende nur der halbe Punkt aus der ersten Runde in der Tabelle steht, täuscht das aber über die gezeigte Leistung. In den meisten Partien agierte Aram lange auf Augenhöhe. Seine Schilderung zur letzten Partie beschreibt nicht nur dieses eine Spiel recht treffend: "… war die Partie bis 3 Züge vor Schluss ausgeglichen. Da habe ich jedoch auf dämliche Art und Weise das Remis weggeworfen." Und zu Runde 5 schrieb er: "Am Ende musste ich eine Qualität gegen einen Bauern geben, die Stellung blieb weiter ausgeglichen. In Zeitnot hab ich dann zunächst einen Bauern verloren und später den letzten Remiszug nicht gesehen."
Wenn man das liest, weiß man, dass Aram seine Partien selbstkritisch analysiert hat und für die kommenden Wettkämpfe wertvolle Erfahrungen mitnehmen konnte.


Bericht und Fotos: Thomas Binder