Herderschach-Weihnachtsturnier 2018

Seit 15 Jahren ist die gesamte Herderschach-AG in der Vorweihnachtszeit zu Gast in den Räumen unseres Partnervereins. In sieben Schnellschach-Runden geht es um Punkte und um die Plätze in unseren Teams. Mit vielen liebevoll vorbereiteten Ideen sorgen die Gastgeber für ein tolles Schacherlebnis aller Teilnehmer.

Spannender Kampf um den Turniersieg

Bild Bild Der Kampf um Platz 1 und die weiteren Podestplätze steht natürlich im Mittelpunkt. Wer das spielerische Niveau in der Spitzengruppe unserer Schach-AG kennt, weiß, dass dabei hervorragendes Schach geboten wird und der Kandidatenkreis dennoch gut ein halbes Dutzend Spieler umfasst.
Blickt man etwas genauer auf die Entwicklung des diesjährigen Turniers, so erkennt man einen recht kuriosen Verlauf. Nach der dritten Runde lagen sechs Spieler aus unseren erfolgreichen DSSM-Teams der beiden letzten Jahre mit "weißer Weste" und bereits einem ganzen Punkt Vorsprung vorn. In der Folge blieb zwar niemand ungeschlagen, doch als nach vier weiteren Partien die Rangliste fixiert wurde, waren diese Spieler wieder unter sich.
Über Platz 1 entschied dabei ein halber Buchholzpunkt, so dass die Spannung bis ganz zum Ende der Siegerehrung erhalten blieb.

Von Runde zu Runde

Das Super-Sextett bestand also nach je drei Siegen aus Hakob, Minh, Coco, Joachim, Daniel und Nam. Runde vier beließ diese Spieler unter sich und brachte gleich drei Schwarzsiege: Daniel, Coco und Nam gewannen in dieser Reihenfolge gegen Hakob, Minh und Joachim.

Und noch einmal dominierten die Schwarzspieler: In Runde 5 holten sie sogar die Siege an Brett 1 bis 4. Nam gewann gegen Daniel, der wohl ein mögliches Matt ausgelassen hatte, und setzte sich um einen ganzen Punkt vom Feld ab – Vorentscheidung für den Sieger von 2016? Hakob gewann gegen Coco. Minh und Joachim wehrten (ebenfalls mit Schwarz) die Verfolger Alec und Grigorii ab.

Bild Die vorletzte Runde macht noch einmal alles spannend: Minh stoppt seinen jüngeren Bruder und führt das Feld an ihn heran. Der Angriff auf der h-Linie erwies sich als Schlüssel zum Erfolg. Daniel und Joachim gewinnen gegen die beiden stärksten Achtklässler des Tages. Hakob gewinnt gegen Truc und Coco remisiert mit Aram.
Der Top-Sechser liegt wieder geschlossen vorn, wobei ganz an der Spitze zwei Spieler in allen Wertungen gleichauf sind.

Und noch einmal sind die sechs Dominatoren unter sich an den vorderen Brettern. Die drei Sieger dieser Partien werden das Podium bilden, die Unterlegenen halten dank guter Buchholz-Wertung mit je 5 Punkten die Plätze 4 bis 6. Dort treffen sich also Nam, Joachim und Minh.
So hatten sich schließlich Coco, Hakob und Daniel mit den Siegen in der Schlussrunde verdient auf die Medaillenplätze geschoben. Coco wird mit einem halben Punkt Rückstand Dritte. Drei Medaillengewinner bei deutschen Einzelmeisterschaften auf den Plätzen 3 bis 5 – welche Schulschach-AG kann dies in einem internen Turnier vorweisen?
Auf dem linken Foto sehen wir den Start dieser Schlussrunde – in der Tat hat Hakob wohl mit kreativer Eröffnungswahl Recht behalten.

Ganz vorn hielten wir die Spannung aufrecht. Erst bei der Siegerehrung konnte sich Daniel über den ganz knappen Vorsprung auf Hakob freuen. Die Erleichterung, dass es endlich mit dem Sieg beim Weihnachtsturnier geklappt hat, war offensichtlich.

Bild Die starken Verfolger

Bis Platz 11 reicht die Liste der Spieler mit fünf Siegen. Neben den schon erwähnten Top-Spielern aus Klassenstufe 8 (Lior und Sophie) rangieren hier zwei der ältesten Teilnehmer: Truc und Alec forderten die Spitzengruppe heraus. Und schon auf Platz 7 schleicht sich mit Grigorii ein Herderschach-Neuling heran. Nach zuletzt unglücklich verlaufenen Turnieren kommt er wieder in Form. (im Bild: Alec und Grigorii)

Mit einem halben Punkt Rückstand folgen zum Abschluss der Spitzengruppe Aram und Thore. Ihr Turnierverlauf konnte unterschiedlicher kaum sein. Aram hatte zum Auftakt sensationell gegen den Sieger des Jugend-Herbstopens verloren, kämpfte aber dennoch bis zuletzt um die Spitzenplätze mit. Thore – seinerseits Sieger im Sommer-Open – kam heute nur schwer in Tritt, arbeitete sich aber zum Schluss mit drei Siegen noch nach vorn.

Bild Gutes Schach auch im gehobenen Mittelfeld

Es gibt viele Indikatoren für die spielerische Klasse, die wir auch in breiter Front bieten können. Die ersten 20 der Rangliste sind (oder waren) Vereinsspieler. Ja – das Angebot an Trainingsstunden und höherwertigen Wettkämpfen zeigt sicher Wirkung.
Auch die weiteren Spieler der oberen Tabellenhälfte konnten schon reichlich Erfahrung in den offenen Turnieren der Berliner Schachjugend sammeln.
Einige Teilnehmer bestätigten heute ihre bisherigen Ergebnisse nicht ganz und müssen wohl im Januar zuschauen, wenn die Herder-Teams mit den anderen Berliner Schulen um die Schnellschach-Titel streiten. Ja – oft ist es schwerer, in eine unserer Mannschaften zu kommen, als dann mit dieser erfolgreich zu sein.
Immer wieder greifen hungrige Talente im eigenen Hause an – so wünschen wir uns das. Wie schnell die jüngeren Spieler voran kommen, sah man heute vor allem dem Spiel von Christ und Vincent an.

Ein willkürlicher Blick in diesen Turnierbereich soll den ersten Teil des Berichtes beschließen. (Foto links). Aber es war noch viel mehr los. Lesen Sie weiter im 2. Teil