Simultan-Serie der Schachfreunde Siemensstadt

Bild Die Schachfreunde Siemensstadt laden ihre besten Jugendspieler in unregelmäßigen Abständen zu Simultanwettkämpfen gegen namhafte Berliner Schachspieler ein. Dabei wird Handicap-Simultan (mit 30 Minuten Bedenkzeit, ab 10 Teilnehmer erhält der Gast einen kleinen Zeitbonus) gespielt. Das ist auch für die hochklassigen Gäste eine echte Herausforderung.

11.06.2016 – Philipp Lerch
FIDE-Meister Philipp Lerch vom SC Kreuzberg (Elo 2315) war der erste Simultan-Gast im neuen Domizil der Schachfreunde Siemensstadt. Er lieferte unseren 8 Spielern eine beeindruckende Vorstellung. Im Mittelspiel nahm er sich viel Zeit und brachte seine Partien in dieser Phase auf die Siegerstraße. Dennoch musste erst nach 46 Minuten unser erster Spieler die Waffen strecken. Gleich fünf Partien gingen in die letzten 5 Minuten, und schließlich ergaben sich an drei – zum Glück direkt benachbarten – Brettern echte Blitz-Finals.
Den besten Spielaufbau erkannte unser Gast in der Partie von Alec. Auch Brian lieferte einen offenen Schlagabtausch. Truc hatte zeitweise eine Qualität mehr, doch Philipp hatte hier immer genug Kompensation und gewann schließlich eindrucksvoll. Pablo zeigte ein starkes – wenn auch nicht ganz freiwilliges – Qualitätsopfer, das der FIDE-Meister nach einigem Nachdenken ablehnte. Leider versäumte er gleich im nächsten Zug, seine Figuren in Sicherheit zu bringen.
Nach dem Simultanspiel zeigte uns Philipp noch einige seiner interessantesten Partien und ließ uns ein Turnier in Slowenien miterleben, bei dem er seine erste IM-Norm erreicht hat. Das war ein sehr aufschlussreicher Einblick in die "Werkstatt" eines professionell und zielstrebig agierenden Top-Spielers.
Bilanz: 8 Siege
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04.12.2010 – Georg Kachibadze
Der Bann ist gebrochen – erstmals schafft ein Simultangast die 100%-Marke. Bundesligaspieler Georg Kachibadze vom SK König Tegel (DWZ 2247, Elo 2272) stellte sich dem bisher größten Teilnehmerfeld. Er lieferte uns eine sensationell überzeugende Vorstellung, hätte die 5 Minuten Zuschlag sicher gar nicht gebraucht.
Unsere jungen Spieler zeigten sich kampfstark und konzentriert, doch nach ungefähr 40 Minuten fiel gleich in einer ganzen Reihe von Partien die Entscheidung für Georg. In der verbleibenden Zeit konnte er sich dann auch dort durchsetzen, wo es zunächst noch sehr spannend war.
Die interessanteste Partie lieferte Khai Liem. Er widerlegte zunächst ein nicht ganz genau berechnetes Opfer und hatte zwischenzeitlich zwei Figuren mehr. Im Angriffsstrudel des Gegners ging dann zwar seine Dame unter, aber auch Turm und zwei Leichtfiguren gegen die Dame versprachen ein interessantes Finale. Doch mit starken Freibauern im Zentrum setzte sich Georg sehenswert durch. Bemerkenswerten Widerstand leisteten auch Matthias, Julian und Linus, doch am Ende stand das verdiente Rekordergebnis für unseren sympathischen Gast.
Bilanz: 10 Siege
01.06.2006 – Benjamin Dauth
Unser bislang ratinghöchster Gast (DWZ 2312) spielt in der 2. Bundesliga für Rotation Pankow und steht kurz vor der Verleihung des FIDE-Meistertitels. Neben seiner hohen Spielklasse engagiert er sich ehrenamtlich u.a. als Jugendwart des Berliner Schachverbandes. Wir prüften ihn an 9 Brettern, wobei gleich vier U12-Spieler ihre Chance erhielten.
Herr Dauth begann seinen Simultanauftritt ganz ruhig und gelassen – man musste sich um seinen Zeitverbrauch sorgen. Doch mit druckvollem, zielstrebigem Spiel erarbeitete er sich an vielen Brettern vorteilhafte Stellungen. Obwohl unsere Schüler ihre Zeit gut einteilten, blieben einige Patzer nicht aus und nach gut einer halben Stunde kippten die ersten Partie. Zum Teil gab es nette Mattbilder zu bewundern.
Aber ungeschoren kam auch dieser Gast nicht davon. Alexander Hardenberg und Roland Pugliese gewannen ihre Partien jeweils nach Zeit in materiell vorteilhafter Stellung (Mehrfigur bzw. -qualität).
Bilanz: 7 Siege, 2 Niederlagen
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16.01.2006 – Frank Hoppe
Auch dem DWZ-Auswerter des Deutschen Schachbundes und Webmaster des Berliner Schachverbandes (Elo und DWZ über 2050) konnten wir einen würdigen Kampf liefern. An 9 Brettern antretend, erreichte er das bisher beste Ergebnis unserer Gäste.
Lediglich Alexander Hardenberg konnte ihn recht souverän bezwingen – eine tolle Leistung: In 4 Simultan-Sitzungen hat Alex erst einmal verloren.
Jean Steinberg erreichte nach turbulenter Partie ein verdientes Remis. Selbst auf Matt stehend, musste Herr Hoppe Dauerschach geben.
Auch Philipp Ernst spielte sehr ordentlich, hatte aber das "Pech" als letzter verbliebener Spieler die geballte Aufmerksamkeit des Gegners zu erfahren. Mit einem vorteilhaften Endspiel kam Philipp in diese Phase, am Ende aber verlor er doch noch den Überblick. Unser 10jähriger Debütant Robin Toebs kämpfte tapfer und brachte den Gast sogar in ernste Zeitnot.
Bilanz: 7 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage
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29.08.2005 – Olaf Teschke
Herr Teschke (König Tegel) war mit einer DWZ von ca. 2200 unser bisher ranghöchster Gast. Er spielte an 9 Brettern. Durch diese hohe Brettzahl und eine Reihe schwieriger Partien konnten wir ihm eine echte Herausforderung bieten.
Cara Hoffmann, Jan Porschen und Florian Schmidt gewannen ihre Partien. Auch Dmitry Chervyakov brachte den Gegner mit einer netten Kombination in Schwierigkeiten, musste aber im Endspiel dessen Routine anerkennen.
Nach dem Kampf gab Herr Teschke noch ein interessantes Feedback zu einigen Partien und berichtete uns dann in einer lebhaften und sympathischen Schilderung über einen kuriosen Betrugsfall im Schach, den er vor einigen Monaten aufdeckte.
Sehr beeindruckt waren wir außerdem, als er uns nach einigen Tagen noch komplette Analysen aller Partien zusandte. Er hatte sie aus dem Gedächtnis rekonstruiert…
Bilanz: 6 Siege, 3 Niederlagen
25.04.2005 – Olaf Ritz
Herr Ritz ist mit einer DWZ deutlich über 2000 der Spitzenspieler unseres Partnervereins. Außerdem gehörte er über viele Jahre zu den Organisatoren des Berliner Amateurpokals (AMAP), einem Turnier an dem wir sehr gerne teilnehmen.
Er spielte an 7 Brettern. Jan Porschen konnte nach sehr schöner Partie gewinnen. Auch Roland Pugliese gewann seine Partie, wenn auch aus Verluststellung durch Zeitüberschreitung – Herr Ritz hatte ein Remisgebot abgelehnt. Alexander Hardenberg erreichte ein verdientes Remis.
Bilanz: 4 Siege, 1 Remis, 2 Niederlagen
31.01.2005 – Dr. Matthias Kribben
Herr Dr. Kribben ist der Präsident des Berliner Schachverbandes – also sozusagen der "Chef" von fast 3000 Berliner Schachspielern. Mit einer beachtlichen Leistungsstärke (DWZ ca. 2000) spielt er in der Landesliga. Er spielte an 8 Brettern.
Roland Pugliese und Alexander Hardenberg erreichten jeweils völlig verdient ein Remis.
Bilanz: 6 Siege, 2 Remis

Alle Angaben zu unseren Gästen (DWZ, Vereinszugehörigkeit usw.) beziehen sich auf den Zeitpunkt ihres Simultanspiels.