Bild Herderschach-Weihnachtsturnier 2023

Auch die 19. Auflage unseres Weihnachtsturniers wurde für alle Beteiligten zu einem schönen Erlebnis in der Vorweihnachtszeit. Mit 60 Teilnehmern wurde der Rekord aus dem Vorjahr eingestellt, nur die grassierende Erkältungswelle verhinderte einen neuen Höchstwert.
Das Organisationsteam mit Frau Maeß, Herrn Steinkrauß und Herrn Binder sowie Herderschach-Legende Aram Azarvash wurde noch um den Titelverteidiger Kai Tonke ergänzt. Der Dank für die Finanzierung des Gabentischs geht erneut an den Förderverein der Schule.

Bild Bild Ein Novum auf den Medaillenplätzen

Mit der Erfahrung von 18 Austragungen sollten die Organisatoren eigentlich an alles gedacht haben. Dazu gehören natürlich vorgedruckte Urkunden, um die Wartezeit vor der Siegerehrung kurz zu halten. Dass aber auf Platz 3 zwei Spieler in allen Wertungen gleichauf liegen, war nun wirklich nicht vorherzusehen.

Bild Ganz vorn gab es allerdings ein Déjà vu mit Happy End. Joachim stand im Vorjahr mit sechs Siegen aus sechs Partien ganz dicht vor dem Turniersieg. Eine Niederlage in der Schlussrunde gegen den späteren Dritten ließ ihn noch straucheln. Gleiches Bild auch diesmal? Sechs Siege aus den ersten sechs Runden, aber Niederlage zum Schluss gegen die Top-gesetzte Coco. Doch diesmal ging es gut. Mit der sensationellen Buchholz-Zahl von 36 bleibt Joachim an der Spitze, knapp vor Coco.
Dahinter folgen dann genau gleichauf Justin und Uladzimir.
Dieses Quartett lieferte einen überzeugenden Auftritt. Alle vier verloren nur eine Partie (und zwar jeweils untereinander), waren heute eine Klasse für sich.

210 Partien in drei Räumen

Die pure Fülle des heute gebotenen Schachs verhindert leider einen Blick auf einzelne Partien. Dennoch kann man einzelne Spieler hervorheben, die sich in den Blickpunkt der Beobachter spielten.

Dass Maxim den vier Top-Spielern am nächsten kam, wird nicht verwundern. Doch unmittelbar dahinter sind zwei Klassensieger platziert, die man so weit vorn vielleicht nicht erwartet hatte. Dongkeon gewinnt die als recht ausgeglichen erwartete Wertung in Klasse 7. Er bezwang heute reihenweise starke Gegner. Kann er diese Leistung beim nächsten Turnierstart bestätigen?
Einen Platz danach macht Robert dort weiter, wo er beim Jugend-Herbst-Open aufgehört hat – in der Erfolgsspur. Beide unterlagen nur gegen je zwei der Medaillengewinner.

Bild Besonders eindrucksvoll war die Steigerung vieler Spieler im Vergleich zum Vorjahr. Das regelmäßige Training und die Wettkampferfahrung zahlen sich also auch beim Weihnachtsturnier aus. Neben Robert (von 26 auf 7) und Dongkeon (von 38 auf 6) seien hier Elias (von 39 auf 16), Timur (von 43 auf 17) und Kirill (von 46 auf 22) stellvertretend für viele andere hervorgehoben, zumal die zahlenmäßige Bilanz eben auch die Eindrücke aus Training und Turnieren bestätigt.

Bild Und selbst abseits der Punkte und Platzierungen ist manch gute Entwicklung nicht unbemerkt geblieben. Kundana hinterließ bei den Beobachtern einen sehr guten Eindruck durch ihre Partieanlage. Elias wurde für seine Gewinnpartie gegen Viktor von diesem ausdrücklich gelobt: "Der hat mich richtig auseinander genommen. Das musst du mal im Training zeigen."
Oscar (Bild links) startete mit drei Siegen, fand sich an den vordersten Brettern wieder und wurde dann von vier Top-Spielern noch in die Schranken gewiesen. So ging der Klassensieg in Stufe 5 noch an Ferris (Bild rechts).

Apropos Klassensieger: Dass es diese Wertung bei uns nur bis Klassenstufe 8 gibt, scheint bei den Neuntklässlern die Motivation drastisch getrübt zu haben. Oder warum sonst standen sie heute so geschlossen neben sich?

Das Salz in der Suppe – die Zusatzspiele

Das traditionelle Würfelspiel – zur Erinnerung: Wer einen älteren Spieler besiegt, darf würfeln und bekommt bei passender Zahl einen kleinen Preis – machte wieder viel Freude. Mindestens Justin kam so zu zwei Zusatzpreisen, und auch Spieler der unteren Tabellenregion hatten dabei Erfolg.
Kleiner Witz am Rande: Selbst die Elftklässler Joachim und Coco (sogar 2x) bekamen noch ihre Würfelchancen.

Bild Bild Bild Das Schätzspiel war nach genau zehn Jahren mal wieder ein Tastspiel. Es galt, den in einem Figurenbeutel versteckten Gegenstand zu erraten. Die Antworten waren sehr breit gestreut. Der "helfende" Hinweis, die Benutzung des Gegenstandes sei in Deutschland verboten, schuf noch mehr Raum für Spekulationen.
Immerhin konnte man aus dem dezenten Benzingeruch schließen, dass es etwas mit Autofahren zu tun haben muss. Am häufigsten wurden Motor und Auspuff genannt, was man sich lieber nicht vorstellen möchte.
Nein – es ist ein Ersatz-Tankdeckel, der sich jedem Fahrzeug anpasst. Ich bekenne, dass ich ihn in Frankreich gekauft habe, damit jahrelang gefahren bin und drei(!) TÜV-Untersuchungen überstanden habe, bevor man mir 2023 eröffnete, dass ich mit diesem Teil in Deutschland nicht auf die Straße darf…

Bild Bild Unter allen Vermutungen kam Jakob (Bild links außen) der richtigen Antwort am nächsten. Er hat zumindest die richtige Stelle am Auto benannt, wo das Teil hin gehört.

Bild Heimliche Siegerin dieses Spiels ist allerdings Maria, wenn auch außer Konkurrenz. Eigentlich nur zur Unterstützung ihrer Freundin vor Ort, hatte sie viel Zeit, sich mit diesem Spiel zu beschäftigen. Ich war beeindruckt, dass sie aus dem Tasten heraus eine perfekte Vorstellung vom Gegenstand gewann und diesen geradezu Foto-genau aufzeichnete. (siehe Bilder weiter oben) Freilich half auch diese bildhafte Vorstellung nicht, den Zweck des "Dings im Sack" zu ergründen.

Begonnen hatte der Tag mit dem Einsteigerspiel. Alle Kinder aus dem ersten AG-Jahrgang stellen sich einer zusätzlichen Herausforderung. Diesmal ging es um die hier abgebildete Schachposition. Die Frage dazu lautet: "Wieviele Felder kann der Turm in genau zwei Zügen erreichen?" (Schwarz zieht nicht und besetzte Felder sind tabu).
Die richtige Lösung ließ nicht lange auf sich warten. Sie kam zuerst von Yu-Kuang (Bild links innen). Wer ihn kennt, sprach von einem "Favoritensieg", wenn es denn in diesem Spiel so etwas geben kann.

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Alle Sieger auf einem Bild. Vor ihnen sind die Hauptpreise aufgereiht.
Warum Uladzimir keine Urkunde hat, ist oben im Text erklärt.
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Bretter 1 und 2 der Schlussrunde:
Coco holt zum entscheidenden Schlag aus,
Justin und Robert mit starkem Turnier
Was gibt's da zu sehen, Bjarne?
Die Stellung solltest du doch wohl kennen.
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Im Vordergrund Koa und Fedir
Eine Partie mit maximaler Altersdifferenz.
Davon gab es heute mehrere.
Viele kleine Preise warten auf die Sieger im Würfelspiel.

Bericht Thomas Binder – Fotos: Turnierleitung