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Aktuelle Nachrichten

Mai 2024

Zu fünft in Potsdam

Die halbe 1. Mannschaft und ein Mutiger aus der Zweiten spielten beim Potsdamer Sommer-Open. Das Turnier ließ bezüglich der äußeren Bedingungen und der Einsatzfreude des gastgebenden PSV Mitte Potsdam keine Wünsche offen.

Leider kamen wir nie so richtig in den Flow, den es für ein erfolgreiches Turnier braucht. Jeder Spieler erlebte Höhen und Tiefen. Auch die Distanz mit sieben (meist recht langen) Partien in vier Tagen forderte spürbar ihren Tribut.
Mit der Elo-Bilanz können Robin und Kai ganz zufrieden sein, während alle anderen Spieler mehr oder weniger deutlich abgegeben haben.

Schließlich haderten wir immer wieder mit der Fülle an offenbar krass unterbewerteten Nachwuchsspielern. Vor allem Aram und ich ließen gegen diese Phalanx Punkte liegen. Den Kindern ist der leistungsgerechte Erfolg natürlich zu gönnen. Doch das Spiel gegen diese Talente, deren DWZ der aktuellen Leistung um mehrere Hunderter hinterher hinkt, ist eben oft unerquicklich.

Joram Robin Robin In der links abgebildeten Stellung fand Joram den wirkungsvollen Schlag 29.Sxf6+! gxf6 30.Lxf6 mit Mattdrohung auf h8. Schwarz hatte sich auf 30… g5 verlassen, wurde jedoch mit 31.f5! unsanft auf den Boden der Tatsachen geholt. Gegen das Matt gibt es nun keine sinnvolle Verteidigung mehr.

Bereits in der Auftaktrunde gelang Robin ein zwar nicht so schwieriges, dennoch wohl bislang selten gesehenes Mattbild. (siehe Abbildung rechts außen) Er opferte mit 20.Dxg7+ die Dame, um nach 20… Lxg7 mit 21.fxg7# zu vollenden.

Ich hatte in Runde 2 die Stellung auf dem Diagramm rechts innen auf dem Brett. Formulieren wir es mal als Aufgabe: Wie soll Schwarz am Zug fortsetzen?

Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Rd. 6 Rd. 7 Punkte
Robin Toebs 1 ½ ½ 1 0 ½ ½ 4
Kai Tonke 1 0 1 0 1 ½ ½ 4
Aram Azarvash 1 ½ 0 0 1 1 0
Joram Gmeiner 1 1 0 0 1 0 0 3
Thomas Binder 1 0 0 1 0 ½ ½ 3

Die rot unterlegten Ergebnisse kennzeichnen unsere Partien gegen – meist krass unterbewertete – Nachwuchsspieler.

Text: Thomas Binder

Thomas in der Seniorenauswahl

Der traditionelle Senioren-Ländervergleich zwischen Berlin und Brandenburg wurde diesmal in Schnellschach-Partien nach dem Scheveninger System ausgetragen. Jeder Spieler traf auf jeden der Vertreter des anderen Landes. Der Wettkampf endete mit einem klaren Erfolg für die Hauptstadt, wobei Thomas Glatthor 5 Punkte aus seinen 8 Partien erreichte.

April 2024

Starke Ergebnisse beim Qualiturnier

Erneut mit großer Kapelle (7 Spieler) war unser Verein beim Qualifikationsturnier in Lichtenrade vertreten. Zunächst hatte man den Eindruck, dass wir den tollen Drive des Vorjahres nicht würden wiederholen können. Keiner unserer Spieler hatte in dieser Phase die Konstanz, um ganz vorne anzugreifen. In der zweiten Wochenhälfte lief es aber vor allem bei den jungen Spielern besser.
Nach neun Runden stehen Aram und Henry mit je sechs Punkten weit vorne. Jan Holger und Kai liegen einen Punkt dahinter. Nach Fehlstart (0 aus 3) kam Ansgar in seinem ersten Erwachsenen-Open noch auf 50% vor! Maxim gewann zum Auftakt gegen einen Hochkaräter und steht am Ende bei guten 4 Punkten. Auch für Vincent war das Turnier das Debüt auf diesem Level. Nach einem kapitalen Fehlstart (0 aus 5) kommt er noch auf 3 Punkte.

Aram und Ansgar belegen in ihren Ratingklassen jeweils Platz 2!

Vincent Aram Zum Auftakt (Bild links) ein Hingucker aus der vorletzten Runde. Weiß hat hier sicher mehrere Gewinnwege. Vincent entschied sich für den "ästhetischsten" – eine Königswanderung über das ganze Brett. Schwarz zog zunächst noch c5-c4 (im Bild schon vorweggenommen), dann konnte sein Läufer nur noch von einem Bein auf das andere treten, bis er sich auf b7 opfern musste. Die beiden letzten Schritte zur stilechten Vollendung auf c4 ersparte der Gegner unserem Spieler.

In der gleichen Runde brillierte auch Aram (Bild rechts). Sein Springer auf e5 scheint gefangen zu sein. Doch mit zwei kräftigen Opferschlägen 16…Seg4! 17.hxg4 Txe3! kam Aram in eine vorteilhafte Stellung. Man beachte u.a. den Läufer, der nach d4 kommen wird und die Dame, die auf h4 schielt. Der Computer gibt in einer langen Abwicklung die Dame für Turm und Figur und steht danach immer noch etwas schlechter. In der Partie war schon drei Züge später die weiße Niederlage besiegelt.

Kai Aram Runde 6: Kai lehnte in dieser Stellung (Bild links) ein Remisgebot ab. Doch statt reumütigen Turmrückzuges entschied er sich für die Opferfolge 41… Tg5 42.h4 Sf4+ 43.Kh2 Th5 44.Sxh5 Dxh4+. Trotz Minusqualität garantieren die offenen Linien gegen den weißen König den Sieg.

Die meisten unserer Gewinnpartien wurden geduldig und unspektakulär erspielt. In vielen Runden waren unsere Spieler an den letzten Partien des Tages beteiligt. Selbst in der M-Klasse wurde schon das Licht ausgeknipst, während noch mehrere Siemensstädter am Brett saßen.
Bei Aram ging es hingegen meist lebhaft zu – so auch in Runde 6 (Bild rechts): Die Bauerngabel schreckte ihn nicht. Mit Da4-a3 und Lh4-f6 warf unser Spieler alle Kraft in den Königsangriff und gewann 10 Züge später, obwohl er zeitweise mit einem Minusturm spielte und auch immer den Gegendruck auf f7 (und f8) beachten musste.

März 2024

Konstruktive Mitgliederversammlung

Unter Beteiligung von 24 Mitgliedern wurde die jährliche Hauptversammlung durchgeführt. Nach den Ehrungen unserer Sieger und Platzierten blickten die Vorstandsmitglieder auf ein in jeder Hinsicht erfolgreiches Jahr zurück. Der Anspruch "ein Verein zum Wohlfühlen" zog sich als roter Faden durch die Beiträge.
Eine kleine Satzungsänderung hebt nunmehr die Beschränkung auf maximal zwei Beisitzer im erweiterten Vorstand auf. Im anschließenden Wahlgang wurde von dieser Öffnung gleich Gebrauch gemacht: Neben der einstimmigen Wiederwahl aller bisherigen Amtsträger rückt Kai Tonke (bisher Jugendsprecher) als Beisitzer für das Ressort Jugend- und Schulschach in den Vorstand auf. Als neuer Jugendsprecher wurde Maxim Khutko gewählt.
Gegen Ende der fast zweieinhalbstündigen Versammlung gab es sehr konstruktive Diskussionen zu Ansatzpunkten, unser Vereinsleben noch weiter zu optimieren.

Bild Remis gegen Judit Polgár

Laut Wikipedia ist sie die spielstärkste Frau der Schachgeschichte. Am 14. März gab Judit Polgár ein Simultan im Deutschen Bundestag an 20 Brettern. Dabei erreichte unser Jan Holger Neuenbäumer das einzige Remis, obwohl viele namhafte Berliner Schachspieler und -spielerinnen dabei waren.
Gratulation an Jan Holger zu diesem tollen Ergebnis.
Das Foto zeigt Jan Holger kurz vor dem Remisschluss seiner bemerkenswerten Partie.

Kai im Norden

Bild Kai nutzte das lange Wochenende um den 8. März für einen Trip zum Wochenendturnier in Kiel. Dort spielte man in zwölf leistungsmäßig homogenen Sechser-Gruppen jeweils ein fünfrundiges Turnier mit langer Bedenkzeit. Kai kam in Gruppe 5 mit 3½ Punkten auf einen sehr guten zweiten Platz und gewinnt satt an DWZ hinzu.

Gute Presse III

Das Tagesspiegel-Interview fand am 11. März sogar Eingang in die Print-Ausgabe und füllte fast allein eine Seite. Die etwas reißerische Überschrift und einige Ungenauigkeiten im Text haben wir nicht zu vertreten.

Interessanter Besuch

Noch ein schöner Nachklang zum Pokalwochenende: Jairo lud den Spitzenspieler der Blindenschach-Auswahl, den Potsdamer Mirko Eichstaedt, zu einem Gespräch mit den Schülern seines Wahlpflicht-Kurses an die Schule an der Jungfernheide ein. Die Schüler waren beeindruckt, von Mirkos Ausführungen zum Blindenschach und vor allem, dass er sich zu einem Simultanspiel stellte.
Einen ausführlichen Bericht gibt es auf der Schulhomepage unter diesem Link.

Februar 2024

Gute Presse II

Im Nachgang zum Pokalhighlight veröffentlichte noch der Spandau-Newsletter des Tagesspiegel ein Interview mit unserem Vereinsvorsitzenden. Da der Inhalt sich mehr an ein weniger schach-affines Publikum richtet, sei hier darauf verzichtet.

Senioren (fast) ungeschlagen

Bei der Berliner Seniorenmeisterschaft starteten für uns Thomas Glatthor und Roland Gase. Mit 5½ bzw. 5 Punkten aus neun Runden platzierten sie sich in der oberen Tabellenhälfte. Vor allem Roland konnte gegenüber der DWZ-Erwartung deutlich zulegen.
Beachtlich ist, dass beide Spieler nur je eine Niederlage erlitten und dabei ab Runde 3 ungeschlagen blieben.

Januar 2024

Pokalsensation bleibt aus
  SF Siemensstadt   SG Leipzig
1 Henry Oelmann (DWZ 2007) 0 : 1 Marvin Henning (DWZ 2210)
2 Brian Heinze (DWZ 1974) 0 : 1 Laurin Haufe (DWZ 2167)
3 Kai Tonke (DWZ 1827) 0 : 1 Stefan Schiffer (DWZ 2196)
4 Jan Holger Neuenbäumer (DWZ 1875) 0 : 1 Manuel Pietzsch (DWZ 2067)

Die Pokalsensation ist ausgeblieben: Unser Team musste nach der überraschenden Qualifikation für die Deutsche Pokalmeisterschaft schon in der ersten Runde die Segel streichen. Gegen den Oberligisten aus Leipzig gab es die erwartete 0:4-Niederlage. Wenn man allerdings die Partien gesehen hat, musste es nicht ganz so hoch ausgehen. Jan Holger stand zeitweise wohl klar besser. Auch Henrys Partie wird vom Computer lange als vorteilhaft bewertet.

Viel wichtiger als das Ergebnis: Wir waren gute Gastgeber für die Teams aus Leipzig, Hameln und vom Deutschen Blindenschachbund. Möglich wurde dies durch viele helfenden Hände über das Pokalteam hinaus, allen voran Jairo, Aram, Lio und Juri.

Ein ausführlicher Bericht steht in der Online-Vereinschronik zur Verfügung.

Gute Presse I

… wenn auch nicht ganz fehlerfrei, aber immerhin. Im Vorfeld der Pokal-Runde war das "Spandauer Volksblatt" zu Gast und verschaffte uns einen prominenten Auftritt.

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Willkommen Matias, Willkommen Robert

Nach einigen unverbindlichen Besuchen hat sich Matias Gonzalez zum Vereinsbeitritt entschlossen. Wir freuen uns über einen neuen Schachfreund, der ganz offenbar gut zu uns passt.

Aus dem Talentequell Herderschach hat sich jetzt auch Robert Groß (13 Jahre alt) zum Beitritt entschieden. Robert hatte in letzter Zeit einige schöne Erfolge, so den Sieg in der u14 des Berliner Jugend-Herbst-Opens und Platz 1 mit der Schnellschach-Mannschaft des Herder-Gymnasiums in der Berliner Schulmeisterschaft.

960-Trilogie in Mariendorf

Das Schachjahr hat noch gar nicht richtig begonnen, da gibt es schon den ersten Turnierstart zu vermelden. Jan Holger und Henry spielten bei der ersten Station der Chess-960-Trilogie des TSV Mariendorf und belegten in der Teamwertung Platz 5. In der Einzelwertung des "klein aber fein" besetzten Turniers kamen sie auf 2½ bzw.2 Punkte aus fünf Runden. Beim zweiten Turnier der Serie kamen unsere beiden Spieler auf je zwei Punkte.
Den dritten Termin im März nahm nur noch Henry wahr. Er holte 1½ Punkte und belegt in der Gesamtwertung der Trilogie Platz 10. Insgesamt bleibt der Eindruck, dass Chess960 in anderen Vereinen wohl einen größeren Stellenwert besitzt.