Unser A-Team WK-III in der Schnellschachmeisterschaft

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Spieler Rd. 1 Rd. 2 Rd. 3 Rd. 4 Rd. 5 Punkte Einsätze
Lio Cheng 0   1 ½ 1 4
Peter Khutko 1 1   0 1 3 4
Robert Groß ½ 1 1 1   4
Dongkeon Kim 1 1 1   0 3 4
Felix Wang   1 0 1 0 2 3
Tabellenspitze
1. Herder-Gymnasium9 : 1
2. Georg-Herwegh-Gymnasium8 : 2
3. Emanuel-Lasker-Schule7 : 3

17 Mannschaften

Unsere Ergebnisse:
– Käthe-Kollwitz-Gymnasiunm(14.)2½ : 1½1
– Schule an der Jungfernheide III(13.)4 : 0
– Schule an der Jungfernheide(9.)3 : 1
– Georg-Herwegh-Gymnasium(2.)2½ : 1½
– Emanuel-Lasker-Schule(3.)2 : 2

1 Das Ergebnis wurde später in ein kampfloses 4:0 umgewertet, da die Gegner in der falschen Altersklasse starteten.

Von Runde zu Runde

Ja, zum heutigen Auftritt der WK-III-Mannschaft gibt es manch kritische Anmerkung.
Aber eines vorweg: Die Gold-Serie hält. Zum neunten Mal in Folge (zum dreizehnten Mal insgesamt) gewinnen wir die WK-III-Schnellschach-Meisterschaft.

Damit sind wir bei den Kritikpunkten. Es war selten so leicht und zugleich selten so schwer, diesen Titel zu gewinnen.
Leicht war es, weil das Spielniveau in dieser Wettkampfklasse heute erschreckend schwach war. Da wurde selbst tags zuvor in der WK-IV oft besseres Schach geboten. Schwer war es eigentlich nur, weil unsere Jungs es sich selbst schwer gemacht haben.

Nach zwei relativ leichten Auftaktsiegen trafen wir auf die deutlich erstarkte Schule an der Jungfernheide. Diese Schule ist auch mit unserem Partnerverein aus Siemensstadt verbunden und kommt von Jahr zu Jahr spürbar voran. Dennoch hätten wir uns nicht träumen lassen, wie eng das heutige Duell werden würde. Robert und Dongkeon gewannen ihre Partien, Felix wurde klar bezwungen. Am Spitzenbrett hatte Lio entscheidenden Materialnachteil, ehe sein Gegner ein triviales Grundreihenmatt übersah und sich um den verdienten Lohn einer starken Partie brachte.

Der Warnschuss verhallte indes ungehört. Im vorweggenommenen Finale gegen die sensationell auftrumpfenden Spieler vom Georg-Herwegh-Gymnasium brauchten wir unbedingt einen Sieg, da man sich auf die Brettpunkte nicht gut verlassen konnte. Nach recht sicheren Siegen von Robert und Felix sowie der einzigen Niederlage von Peter kam es auf das Spitzenbrett an. Lio kämpfte mit Minusqualität gegen den gut 250 DWZ-Punkte stärkeren Luca Theviot endlich mit voller Konzentration und Hingabe. Als der Gegner in Zeitnot kam und wohl auch Material zurückgeben musste, bot dieser von sich aus remis – eigentlich bei 1:2-Rückstand ein NO-GO – und ermöglichte uns den wichtigen Mannschaftssieg.

Wenn man dachte, damit sei der Turniersieg in trockenen Tüchern, hatte man sich getäuscht. Gegen die Mannschaft, die den Namen des einzigen deutschen Schachweltmeisters trägt, musste wenigstens ein Unentschieden her. Das sollte klappen, hatte doch die Lasker-Schule keine Spieler mit annähernd gleicher Turniererfahrung in ihren Reihen.
Doch erneut wurde der Kampf zu einer Zitterpartie. Dongkeon und Felix verloren einfach und vor allem viel zu schnell. Nur 5 bzw. 10 Minuten Gesamtspielzeit sind auch im Schnellschach einer Berliner Meistermannschaft nicht würdig. Zwar hatte Peter ebenso schnell gewonnen, doch der Turniersieg hing am seidenen Faden. Zum Glück hatte ja Lio in den beden letzten Runden endlich Normalform und vor allem Normaleinstellung gefunden. Sein geduldig herausgespielter Sieg sorgte dafür, dass die Serie nicht gerissen ist.

Von Brett zu Brett

Auf und Ab prägten das Turnier bei Lio. Wenigstens hat er den Warnschuss aus Richtung Jungfernheide im richtigen Moment vernommen und in den beiden entscheidenden Runden das Team fast im Alleingang gerettet. Peter und vor allem Robert (3½ aus 4) können mit der zahlenmäßigen Ausbeute und zumindest überwiegend auch mit den Partien zufrieden sein. Hingegen passten sich Dongkeon und Felix zu oft dem schwachen Spielniveau an den hinteren Brettern an. Sie wirkten unkonzentriert und spielten viel zu schnell. Echte Herderschach-Tugenden sehen anders aus.

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Robert und Peter mit der besten Punktbilanz Lio mit Wackeleinlage und 1½ Big Points
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Dongkeon und Felix mit durchwachsener Tagesbilanz. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.