Simultanevent zum Ende des Schuljahres

Bild Sommerfest ohne Sommer, Schulhoffest ohne bespielbaren Schulhof – die Wetterlage zwang uns zum Improvisieren und zum Umzug in die Mensa, denn Sommerfest ohne Schach, das hätte man sich nun wirklich nicht vorstellen mögen.

Wir setzten das Erfolgsmodell der Vorjahre fort. Zunächst begrüßten wir den aktuellen Vereinsmeister der Schachfreunde Siemensstadt, dann einen jungen Berliner Spitzenspieler und Titelträger.

Starkes Simultan-Debüt für Joram

Vereinsmeister Joram Gmeiner wagte sich erstmals in den Löwenkäfig eines Handicap-Simultans. Er ging die Aufgabe mit großem Respekt vor der sportlichen Herausforderung an, mit der gleichen Bedenkzeit zu spielen, wie jeder seiner zehn jungen Gegner.
Wir hatten Spieler aufgeboten, die sich im Jahre 2025/26 auffallend gut entwickelt haben und nunmehr an die Tür zu höherwertigen Turnieren klopfen oder sich um Plätze in unseren Schulteams bewerben. Die Devise lautete, den Gast in allen Partien möglichst lange auf Augenhöhe zu fordern. Dann würde er unweigerlich hier oder da in Zeitprobleme kommen.
Diese Vorgabe wurde vorbildlich umgesetzt. Weit in die zweite halbe Stunde hinein liefen alle zehn Partien, und in den meisten Fällen musste Joram auch reichlich Bedenkzeit investieren. So überschritt er schließlich in vier Partien die Zeit. Gegen Nedal war es ihm noch gelungen, alle gegnerischen Kräfte zu beseitigen, so dass hier ein Remis angeschrieben wurde. Hasan, Iaroslav und Ivan gewannen ihre Partien auf der Schachuhr. Zumindest bei Hasan und Iaro war die Stellung auch noch soweit ausgeglichen, dass man den Punkt auch schachlicher Leistung zuschreiben konnte.

Das erste Lob beim abschließenden Fazit des Gastes erntete allerdings Timon. Seine Partie hatte dem Vereinsmeister am besten gefallen. Unser "last man standing" war Max. Er bekam zum Schluss im "1:1-Duell" die ganze Kraft des Gastes zu spüren.

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Erneut gelang es uns, einen hochkarätigen Spieler für unser Simultan-Event zu gewinnen – schöner Lohn für das hohe Ansehen des Herder-Gymnasiums in der Berliner Schachszene und die gute Vernetzung seiner Protagonisten.
Unser Gast war heute FIDE-Meister Jonas Eilenberg vom SK König Tegel. Er ist aktuell Berliner Vizemeister und hat mit seiner Elo-Zahl schon knapp an der 2400er-Marke gekratzt. Mehrfach stand er in Deutschen Jugend-Nationalmannschaften bei Europameisterschaften. Gerade einen Tag zuvor hatte er seine Erfolgsbilanz um den Gewinn der Berliner Mannschaftsmeisterschaft im Schnellschach ergänzt.

Die Leistung von Jonas im Simultan-Käfig kann man nur als in jeder Hinsicht eindrucksvoll bezeichnen. Er verbrauchte sogar weniger Zeit als die meisten jungen Gegner. Ruhig auftretend verbesserte er seine Stellungen und nutzte natürlich jeden kleinen Fehler aus. Unsere schon etwas erfahreneren Spieler hielten stark dagegen, mussten am Ende aber doch in allen zehn Partien die Hand zur Gratulation ausstrecken.
Nach der Partie nahm sich Jonas noch Zeit, mit jedem Teilnehmer kurz den Partieverlauf durchzusprechen. Das größte Lob bekam dabei Bjarne, der sich bis ins Endspiel eine Remisstellung erhielt. Erst nach dem Damentausch war das Bauernendspiel mit einem Minusbauern (immerhin ein Doppelbauer) nicht mehr zu halten, zumal er als letzter verbliebener Spieler es jetzt mit ganzer Aufmerksamkeit des Simultanspielers zu tun bekam.
Aber auch in den anderen Partieanalysen hörte man viele lobende Worte und konstruktive Hinweise, was besser zu machen war. Mit dieser Analyse komplettierte Jonas einen für uns unvergesslichen Tag und ein schönes Highlight zum Ende des Schuljahres.

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Timon erntete viel Lob, Hasan gewann auf der Uhr bei schachlich noch haltbarer Stellung. "last man standing" ist beim Simultan eine besondere Ehre. Max bekommt die ungeteilte Aufmerksamkeit des Vereinsmeisters.
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Der Umzug in die Mensa ermöglichte den Aufbau des Simultan-Käfigs mit deutlich kürzeren Wegen. Die Partien von Nedal, Simon, Avyukt und Maxim haben begonnen.
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Lahcen beim angestrengten Nachdenken. Beide Uhren zeigen schon hier den deutlich höheren Zeitverbrauch auf unserer Seite. Interessierte Zuschauer und konzentriert nachdenkende Schachzwerge

Bericht und Fotos: Thomas Binder