Bild Unser Team in der WK-III 2024

Anreise per Bahn und Bus ins fernwestliche Ostfriesland: Die DSSM der Wk III fand dieses Jahr in Aurich statt. Die Jugendherberge bietet gute Spielbedingungen. Mit einem großen Fußballplatz und einer Schwimmhalle gleich nebenan stimmt auch der Rahmen. Das nur dreiköpfige Organisationsteam des Schachclubs Aurich hat das Turnier souverän und angenehm unaufgeregt geleitet.

Sportlich haben wir unser traditionelles Herder-Ziel, mindestens auf dem Setzlistenplatz zu landen, erreicht: In der Abschlusstabelle sind wir auf Platz 12, zum Start war es Rang 15. Mit einer Prise mehr Glück hätte es sogar ein einstelliger Platz werden können. Hätte, hätte… – auch ohne Konjunktiv gab es diverse Highlights in einem geschlossen auftretenden Team. Die Jungs haben vier Tage ohne Smartphone und anderes Nibbelzeug bravourös gemeistert, waren stets pünktlich zur Stelle und haben immer auch große Portionen aufgegessen.

Bild Viktor hatte an Brett 1 in einem ausgeglichenen Team die dicksten Bretter zu bohren. Insgeheim fürchteten die Betreuer um seine Laune und Motivation, wenn es in den ersten Runden nur Nullen gibt. Weit gefehlt – Viktor startete sensationell mit 2 aus 2 gegen Spieler, deren DWZ locker um 500 besser war als seine. Später lief es dann vom Ertrag her nicht mehr so gut, spielerisch hielt er aber mit und war dadurch ein Vorbild, ein guter Mannschaftsleiter.

Umgekehrt von der Ausbeute her lief es für Jan. Die ersten Partien waren holprig. Jan haderte mit sich selbst und seinem Durchhaltevermögen. Aber dann schwamm er sich frei, holte in der zweiten Hälfte drei Siege in drei Partien an Brett 2 gegen durchweg von der DWZ her bessere Spieler. Das Sahnehäubchen war sein Sieg in der letzten Runde gegen die lokale Konkurrenz, mit dem er nach langem Kampf einen Very Big Point ergatterte.

Perfekt lief es für Peter – 100%, vier Siege bei vier Spielen im Hauptfeld, ein Sieg bei einem Einsatz im Ersatzspielerturnier bei einer DSSM muss man ihm erst einmal nachmachen. Dabei versemmelte er oft die Eröffnung, um sich dann wieder aus dem Tief herauszubuddeln und zu gewinnen. Wenn er die Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr beibehält und gleich zu Beginn konzentriert spielt, landet er im nächsten Jahr bestimmt bei 200% Ausbeute – oder so ähnlich…

Von der Punktebilanz her lief es für Lio gewiss enttäuschend. Er hatte am 3. Brett gut zu tun und war schachlich nicht so weit unterlegen, wie es die Statistik suggeriert. In entscheidenden Phasen muss er sich noch um Ruhe bemühen und sich die Zeit nehmen, zur Not auch mal eine Auszeit, um sich zu sammeln und mittel- oder langfristige Pläne zu schmieden. Hoch anzurechnen ist ihm sein stets korrektes Auftreten am Brett, außerdem seine Nehmerqualitäten.

Seine erste DSSM erlebte Robert, der im Hinblick aufs Schach bei Herder im laufenden Schuljahr offenbar die entscheidende Stufe seiner Entwicklung gezündet hat. Die Nominierung direkt ins Team an Brett 4 war die logische Folge. Auch für ihn gilt, dass die Latte zwar hoch hing, aber nicht zu hoch: Wenn er wie gewohnt weiter am Anlauf (Training) und an der Technik (Turniere) arbeitet, wird er höher hüpfen, Groß genug ist er: ein prima Teamkamerad.

Der für mich wichtigste Spieler hat keinen einzigen sichtbaren Zug gemacht, dafür aber viele, viele unsichtbare: Mein großer Dank geht an Kai, der während seiner Schulzeit bei Herder durchgehend in der Schach-AG und in den Schulmannschaften war, jetzt als ehemaliger Schüler die jungen Hüpfer trainiert und die Fahrt als Betreuer und Sekundant enorm bereichert hat.


Bericht und Fotos: Thilo Steinkrauß