Winterturnier 2024 (u12, u14)

Bild Bild Etwas wehmütig erinnerte man sich an das Winterturnier des Vorjahres, als Ziyi und Mariia eine beeindruckende Finalpartie austrugen. Sowohl im allgemeinen Spielniveau als auch in unserem Auftritt konnte die 2024er-Austragung nicht mit früheren Turnieren mithalten.

Bjarne und Timur auf neuem Level

Wenn wir heute nicht ganz zufrieden waren, gilt dies ausdrücklich nicht für das Ergebnis von Bjarne und Timur. Beide spielten ihr erstes mehrtägiges Turnier mit DWZ-fähigen Rahmenbedingungen. Nach starken Ergebnissen eine Stufe darunter war jetzt genau der richtige Zeitpunkt, diesen nächsten Schritt nach vorn zu gehen. Mit je drei Punkten aus fünf Runden kommen sie in die Top-Ten der u12 (Bjarne) (Foto links außen) bzw. u14 (Timur) (Foto links innen) . Sie nutzen die längere Bedenkzeit gut aus und haben das spielerische Niveau, auf diesem Level mitzuhalten. Ihre ungebrochene Begeisterung ist ohnehin für jeden Trainer eine große Freude.

Bild Datha am Samstag ganz stark

Unter den übrigen Spielern konnte einmal mehr Datha (Foto links) überzeugen. Den Samstag beendete er mit einer makellosen Bilanz von drei Siegen. Vor allem die sehr lange Partie aus Runde drei hat den Trainer beeindruckt. Datha hatte eine Figur gewonnen, sah sich aber zwei verbundenen Freibauern gegenüber. Im richtigen Moment entschied er sich für die Rückgabe der Figur und Überleitung in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern. Am Sonntag erfüllten sich zwar die Hoffnungen auf einen Medaillenplatz nicht, doch die beiden langen Partien gegen starke Gegner gehörten zu den besseren Eindrücken dieser Tage.

Dicht gedrängt im Mittelfeld

Neben den drei Genannten kommen heute auch Zishuo, Loïc, Felix (nur eine Niederlage) und Dongkeon auf eine positive Gesamtbilanz mit drei Punkten, Daniel strandete bei 2½ Punkten.
Dennoch sind wir hier nicht ganz zufrieden. Viele Partien gingen zu schnell verloren, konstante Leistungen sucht man vergebens. Da muss noch einiges getan werden, bis die nächsten Spieler den Sprung in Richtung Top-Turniere und Vereinsschach schaffen. Wir können das – Robert hat es gerade vorgemacht.

Bild Für Lena (Foto rechts) ging es bis zuletzt um den Preis als bestes Mädchen des u14-Turniers. Ihre zwei Punkte ergaben sich relativ glücklich, zum einen durch Handy-Klingeln auf der Gegenseite und zum anderen durch einen nicht antretenden Gegner. Zuvor hatte sie zwei interne Herderschach-interne Duelle verloren. Mit großem Einsatz und schöner Konzentration suchte Lena dann ihre Chance auf die Medaille ausgerechnet gegen einen weiteren Herderschach-Spieler. Ihre Partie gegen Loïc war für mich einer der Höhepunkte des Turniers. Viele gute Ansätze waren auf beiden Seiten zu sehen, und so entstand eine der längsten und die mit Abstand letzte noch laufende Partie der Schlussrunde.

BildWas es doch alles gibt…

Konstantin beendet sein erstes mehrtägiges Turnier mit 1½ Punkten. Es hätten auch bei ihm mindestens zwei Zähler sein müssen. Dafür sorgte er für ein Kuriosum der Sorte "Sie denken, Sie haben schon alles erlebt?" Seinem Gegner in Runde 4 war Konsti nämlich klar überlegen. Dieser suchte seine letzte Ausflucht im Patt und stellte seinen König auch tatsächlich bewegungsunfähig. Jetzt reklamierte er offenbar sehr überzeugend "Ich bin PATT". Die Spieler besiegelten das Unentschieden und das Ergebnis wurde offiziell. Was hatte Konstantin übersehen? – Er war jetzt selbst am Zug und hätte das Patt natürlich aufheben können.

Schließlich sei noch dem Schiedsrichter für die nette Idee gedankt, vor jeder Runde für ein paar Minuten zum Chessable Masters zu schalten. So konnten unsere Talente ganz direkt dem Treiben ihrer Idole wie Magnus Carlsen und Vincent Keymer folgen.


Bericht und Fotos: Thomas Binder