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Abrafaxe-Turnier 2026Die 28. Austragung des schönsten Kinderschachturnieres weit und breit bleibt uns in guter Erinnerung. Knüpften die Ausrichter von Borussia Lichtenberg und ihre zahlreichen ehrenamtlichen Helfer an die gewohnt reibungslose Austragung an, traten die diesjährigen Teilnehmer würdig in die Fußstapfen ihrer Vorgänger aus dem Hause Herderschach.
… so lautete nach fünf Runden eine SMS des Gründers unserer Schach-AG – und er hat so unrecht nicht (frei nach Loriot). Philipp setzte seine großartige
Erfolgsserie des zweiten Herderschach-Jahres eindrucksvoll fort. Nach Silber im u12-Winterturnier und guten Ergebnissen in den Mannschaften sowie dem
grandiosen Erlebnis der Deutschen Schulschachmeisterschaft in Bad Homburg kehrt er von seinem ersten Abrafaxe-Turnier mit dem Silberpokal der B-Gruppe zurück.
Philipp startete mit fünf Siegen. Dann unterlag er im Quasi-Finale dem heute ganz stark auftretenden Jona Walkenhorst vom SC Kreuzberg. Doch durch diese
Niederlage ließ er sich nicht aus der Bahn werfen, gewann seine letzte Partie nach starkem Kampf im Schwerfigurenendspiel und kommt souverän auf den zweiten Platz.
Dabei hat Philipp den Dritten und Fünften der Schlusstabelle besiegt und die höchste Buchholz-Wertung aller Spieler erreicht.
Ein reich gefüllter Sieger-Beutel war wie immer beim Abrafaxe-Turnier der verdiente Lohn.
Wer beim Abrafaxe-Turnier in der oberen Hälfte des Feldes landet, darf mit seinem Ergebnis zufrieden sein. Das schafften heute weitere fünf Spieler unserer AG.
Konstantin (Bild links) hatte lange sogar Hoffnungen auf einen Medaillenplatz. Allein dies ist nach einem Jahr mit vielen Enttäuschungen schon eine gute Nachricht.
Er bestätigte den Aufwärtstrend der letzten Monate, steigerte sich zum Vorjahr deutlich. Für seine inzwischen sehr gesunde Einstellung zur eigenen Leistung spricht es,
dass Konsti dies nicht so sehr als Steigerung verstand, sondern als Rückkehr zu seiner normalen Spielstärke. Ein Top-Ten-Platz mit fünf Punkten aus sieben Runden ist in dem enorm
starken Feld der A-Gruppe aller Ehren wert.
Nach etwas zaghaftem Start lief Cord (Bild rechts) zu immer besserer Form auf. Er besiegte einen Spieler mit DWZ über 1300 und remisierte zum Schluss gegen einen 1400er.
Diese Partie der siebenten Runde vermittelte sehr schön den kameradschaftlichen Geist, den die Kinder und Betreuer seit jeher mit dem Abrafaxe-Turnier verbinden.
Cord hatte sich ein gewonnenes Bauernendspiel erarbeitet, den Gegner aber in eine theoretische Remisstellung entschlüpfen lassen. Als dies offenbar wurde, hatte der
Gegner nur noch 5 Sekunden Restbedenkzeit. Jetzt verzichtete Cord darauf, dies mit fruchtlosen Gewinnversuchen auszunutzen und vereinbarte das schachlich vernünftige Remis. Mit 4½ Punkten
rangiert er im oberen Viertel der Endtabelle.
Jeweils vier Punkte registrieren wir für Avyukt und Ivan in der A-Gruppe sowie für Iaroslav im B-Turnier. Avyukt (Bild ganz links) bringt schon viel Turniererfahrung mit.
Dazu kommen inzwischen auch die erforderliche Ruhe und Konzentration, um in einem solch starken Feld zu bestehen.
Für Ivan war das Turnier ein weiterer Schritt nach vorn. Überhaupt ist ihm in diesem Schuljahr eine deutliche schachliche wie persönliche Reifung gelungen,
die sich in guten Ergebnissen am Schachbrett niederschlägt. Seine drei Niederlagen resultierten durchweg gegen Spieler über DWZ 1350. Nach sicheren Siegen gegen
schlagbare Konkurrenten machte Ivan in der Schlussrunde gegen einen Stammspieler des DSSM-Siebenten vom Kollwitz-Gymnasium sein Meisterstück. Allein die Materialverteilung
Dame plus sieben Bauern gegen zwei Türme, Springer und fünf Bauern wird in Erinnerung bleiben. Dann bestrafte Ivan die erste Unachtsamkeit des Gegners konsequent.
In der B-Gruppe gelang Iaroslav (Bild links innen) im Schatten von Philipps Siegeszug erneut ein ganz starkes Turnier. Er gewann vier Partien, drei davon gegen Vereinsspieler mit deutlich mehr Turniererfahrung. Seine gute Konzentrationsfähigkeit in der Wettkampfsituation lässt ihn bei externen Turnieren immer wieder über sich hinaus wachsen. Der Platz im oberen Drittel der B-Gruppe ist ein weiterer Schritt voran.
Bei externen Turnierstarts ist es uns immer wichtig, dass möglichst kein Spieler mit gravierender Enttäuschung vom Brett geht. Selten ist dies so gut gelungen wie heute.
Alle Spieler können mit mindestens drei Punkten zufrieden sein. Der Weg zu dieser Punktzahl verlief natürlich sehr unterschiedlich. Hasan und Lahcen holten vor
der Mittagspause nur je einen Punkt. Der Beobachter war etwas enttäuscht, wenn Zweifel an der Konzentration und vor allem an sinnvoller Zeiteinteilung aufkamen.
Bei Hasan kam hinzu, dass er zwei Niederlagen gegen eigene Teamkameraden (Avyukt und Cord) einstecken musste. In den letzten drei Runden gelang immerhin beiden Spielern
noch eine Steigerung, die sich auch im Ergebnis ausdrückte. Ähnlich verlief das Turnier für Bhavadeep. Die drei Punkte im A-Turnier sind bei ihm durchaus ein Schritt voran
und bescheidener Lohn für seinen unermüdlichen Einsatz in der Turnierszene.
Besondere Aufmerksamkeit verdient schließlich der Auftritt von Aryan. Er unterlag zum Auftakt dem hoch überlegenen Turniersieger und traf in Runde 3 auf die Nummer 1 der
Setzliste, einen Spieler mit 2000er-Elo-Zahl. Hier spielte Aryan eine großartige Partie, hatte eine klare Gewinnstellung. Bei der offensichtlichen Fortsetzung hätte der Gegner nur
zwischen Verlust zweier Figuren und Matt wählen können – und vermutlich mit der Aufgabe die dritte Option gewählt. Aryan ließ diese Chance verstreichen, stand noch immer sehr gut,
unterlag aber später doch noch. Insider werden sich an eine Partie gegen diesen Spieler mit genau dem gleichen Verlauf vor wenigen Wochen erinnern. Man muss aber nicht in jeder Hinsicht
dem Trainer nacheifern… Irgendwie bekam Aryan in der Folge nicht mehr beide Beine auf den Boden und muss sich am Ende eben mit drei Punkten begnügen.
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Schon bei Turnierbeginn leuchtet es bei Philipp irgendwie silbern |
Sorry Ivan – die besseren Porträts waren zu unscharf | |
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Aryan in einer späteren Runde – gezeichnet von einem anstrengenden Turnier |
Lahcen strahlt Ruhe aus – leider nicht in jeder Partie |
Hasan schreitet zur Tat |
Bericht und Fotos: Thomas Binder